Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 24.11.21 20:23

Bezeichnung: [Cuvée] - Reoltre - Rosso Veronese IGT
Winzer/Produzent: Campo Reale
Land / Region: Italien - Venetien
Jahrgang: 2008
Typ: Rotwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%): 14,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: Cuvée aus Corvina, Corvinone und Rondinella, L.121
Preis: 15 Euro je 0,75 l (Sonstige Bezugsquelle) - 26.12.2017
Bewertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 24.11.2021
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 18.09.2018:

Die Farbe ist ein recht dunkles Rubinrot mit mäßiger Transparenz, ganz leichte Braunschimmer kann man erkennen. Ich rieche als erstes mal intensiv Pflaumen in leicht angedörrter Form, jedoch nicht kompottig; dazu eine kräftige, aber nicht übertrieben wirkende Holzaromatik in Form von Vanille, Espressopulver, etwas Nelke und angeschwitztem Lederkragen, später auch Süßholz und leicht Karamalz. Im Mund setzt sich das fast 1:1 fort, die Pflaumen sind hier allerdings etwas weniger präsent. Was an Tanninen da ist, ist erst mal butterweich, dennoch kommt ein kleines, nussiges Bitterchen mit. Säure ist ausreichend vorhanden, sodaß der Wein trotz 14,5 bar Druck auf dem Kessel nicht ins machohafte abgleitet. Steinmäßig gibt's was dezent glimmerig-herbes als Unterlage. Der Nachhall hallt im Mehrminutenbereich, die Dörrpflaumen haben hier nochmal einen großen Auftritt und zwar mit super Säurebegleitung. Dann holt langsam aber sicher die würzige Seite auf und übernimmt das Ruder, ohne zu fett zu werden.

Hier ist ordentlich was im Glas, aufgrund der weiter fortgeschrittenen Reife als beim 11er sind halt z.B. keine Kirschen mehr da, die Holzseite glänzt dafür aber mit einer Fülle differenzierbarer Aromen, ohne dabei anstrengend zu werden.

Wertung vom 18.09.2018: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 19.11.2020:

Im Glas ein sehr dunkles Rubinrot mit leicht braunen Rändern, quasi nicht durchsichtig. Riecht in erster Linie nach Dörrpflaumen und getrockneten Feigen, relativ zu der Dörrfrucht ein eher dezent wirkendes Holz in Form von Kaffee, Nelke und Vanille, irgendwann auch was Malziges. Am Gaumen setzt sich das im Wesentlichen so fort, wirkt hier insgesamt noch etwas reifer, jedoch in keinster Weise morbid; die Säure hält den Wein noch ganz gut auf der unangestrengten Seite, darunter ein herb-fluffiges Steinbett. Der Reoltre hängt sich abgangsmäßig ziemlich lang im Rachen fest, hier wird's dann auch leicht holzteerig, bleibt aber im angenehmen Bereich.

Der Reoltre hat sich alterungsmäßig leicht weiter entwickelt, alles ist noch gut im Lot, aber meiner Meinung nach ist nicht zu erwarten, daß der Wein in nächster Zeit noch betörende Entwicklungen durchmacht. Vielleicht bleibt er noch eine Zeit lang auf diesem Niveau, aber die Höhe der ersten Begegnung erreicht er nicht mehr ganz.

Wertung vom 19.11.2020: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 12.05.2021:

Farblich ein fast undurchsichtiges, dunkles Rubinrot mit leicht bräunlichen Rändern. Nasal gibt's ordentlich trockene Trockenpflaumen und ein paar reichlich sekundäre Beeren, welche von leicht süßlichem Tabak und ein bißchen Bärendreck begleitet werden. Gaumal ist das Ganze dann noch dicker als erwartet, ein paar schmelzige Tannine zucken noch, die Säure ist noch einigermaßen Herr der Lage, darunter ein Gemisch aus Leichtmetall und ein paar bitteren Salzen. Der recht lange und warme, trotz 14,5 Umdrehungen nicht alkige Abgang ist der geschmeidigste Teil, das Finale mündet in eine leichte Bitterspur.

Für sich betrachtet würde ich jetzt sagen, daß es nun so langsam bergab geht mit dem Reoltre. Der Unterschied hinsichtlich der gefühlten Reife zwischen den beiden zuletzt probierten Flaschen ist jedoch enorm, auf jeden Fall viel größer als erwartet. Entweder hat sich der Wein nun generell in den Sturzflug begeben oder -zu was ich mehr tendiere- die Flaschen reifen aufgrund des Korkverschlusses einfach signifikant unterschiedlich. Das ist ja nun auch nichts Neues, aber an diesem Beispiel sieht man mal wieder schön, wie verläßlich solche Momentaufnahmen letztlich sind. Als Absacker verrichtete diese Flasche aber noch ganz gute Dienste, sie wurde auch nicht leer, vielleicht mariniere ich noch was mit dem Rest...

Wertung vom 12.05.2021: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

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Verkostung vom 24.11.2021:

Da ich hiervon mal ein Sixpack geschenkt bekam -was für meine Trinkgewohnheiten bei dem fortgeschrittenen Alter einfach zuviel ist-, muß das Zeug jetzt einfach zeitnah weg. Da ich was zum Marinieren brauchte, traf sich das eigentlich ganz gut und insgeheim hoffte ich auf ein bißchen Flaschenvarianz, also dahingehend, daß die heutige Buddel vielleicht weniger weit entwickelt ist.

Kurz und knapp: sie war im Prinzip genauso weit wie die letzte, nur das im Mai festgestellte Bitterchen taucht hier so gut wie gar nicht auf. Ein Glas davon kann ich durchaus mit Freude wegschlabbern, aber dann stellt sich ein deutliches Sättigungsgefühl ein.
Trinkreife: schon abbauend
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2021/11/24/gereifter-pizza-wein/
Link 2: -
Link 3: -
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