Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 12.11.17 15:46

Bezeichnung: Marsannay - Longeroies - Marsannay AC
Winzer/Produzent: La Maison Romane
Land / Region: Frankreich - Burgund
Jahrgang: 2015
Typ: Rotwein
Rebsorte: Pinot noir
Alkohol (Vol.%): 12
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben:
Preis: 35 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 14.09.2017
Bewertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 01.11.2017
Eingetragen von: EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Für einen Spätburgunder respektive Pinot Noir ein ungewohnt dunkles Granatrot mit mittlerer Transparenz; erst wenn das Glas relativ leer ist, stellt sich farblich ein Pinot-Feeling ein. Für die Nase gibt's recht dick und fast fett dunkle, saftige Schwarzkirschen mit einigen beerigen Aromen garniert. Die leicht herbe Frucht ist mit einer gehörigen Dosis an Calciumsalzen vermengt, weiters gibt's spürbar Beifuß und Koriandersaat. Am Gaumen fast kein Tannin, null Adstringenz, aber dennoch deutlich gerbstoffig, kalkig, auch leicht hefig. Die Frucht ist hier noch etwas differenzierter und vielfältiger, es sind auch Sachen wie rote Kaktusfeige und Schlehen erkennbar; dezent, aber wahrnehmbar auch ein paar "animalische Schmutzigkeiten" im sehr angenehmen Bereich. Die Säure arbeitet etwas im Verborgenen, das macht sie allerdings sehr ordentlich, was zu einem deutlichen Trinkfluß führt. Positiv in diesem Zusammenhang die moderate Spannung von gerade mal 12 Volt, was aber keinerlei negativen Einfluß auf den gefühlten Gehalt mit wieviel Ampere auch immer hat. Der Abgang ist von schöner Länge, dabei gerbstoffig fruchtig und leicht reduktiv, auch hier Kalk und Hefe sowie eine leichte, braune Kräuterigkeit.

Dieser PN verbindet in schöner Weise eine gewisse "Schmatzigkeit" mit Eleganz, Finesse und einem eigenen Kopf, dieser wiederum schaut aber gar nicht so sehr in die experimentelle Richtung. Dabei könnte man diesen Wein durchaus in die "Naturecke" stellen, schon deswegen, weil er neben viel Hand- und Pferdearbeit (!) bei der Weinwerdung auch noch ungeschwefelt ist; sowas geht nach meiner persönlichen Erfahrung in vielen Fällen in die Hose, hier aber kommt ein sehr spannender Wein heraus, der einerseits klar als Burgunder einordenbar, aber dennoch irgendwie ganz anders ist. Es ist sicher sehr interessant, solch einen Wein über die Jahre zu verfolgen, zumal ich aktuell gar keine Vorstellung davon habe, wohin er sich entwickeln könnte. Er hat aber jetzt schon einen sehr bemerkenswerten Einstand hingelegt...

Meine Wertung erster Tag: Nachkauf 3/3, Gesamt 21/25

Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: Geruchlich zeigt sich nun auch etwas Lebkuchen mit Pistazien, sogar Zimt ploppt kurz auf, weiters Häuche von Isopropylalkohol sowie Methylethylketon (MEK). Die Frucht tritt dementsprechend etwas zurück. Am Gaumen spürt man nun doch ein paar Tannine, ganz leicht auch adstringent, die fleischige Animalik nunmehr deutlich verstärkt bzw. ergänzt in Form von Roßbratwürsten (nicht Rost-!), die auf einem Buchenholzfeuer gegrillt wurden. Auch hier tritt die Frucht stark zurück und läßt Würze, leicht Chilli, Kalk und "Schmutz" freie Bahn. Das ist jetzt eine Entwicklung, die ich so nicht erwartet hätte, macht den PN nochmal deutlich kantiger. Da geht nun zwar von meinen Mittrinkern keiner mehr mit, ich find's aber super! Da leg' ich punktemäßig noch einen drauf...
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2017/11/03/burgund-minus-s/
Link 2: -
Link 3: -
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