Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 21.11.20 14:54

Bezeichnung: Riesling - Randersacker Pfülben - Konsequent - trocken - Spätlese - Pw
Winzer/Produzent: Trockene Schmitts
Land / Region: Deutschland - Franken
Lage: Pfülben (Randersacker - Franken) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Riesling
Alkohol (Vol.%): 13,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: RZ 0,6 g/l, AP 3879 040 16
Preis: 11,2 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 14.02.2017
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 08.11.2020
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 10.09.2017:

Im Glas ein leuchtendes Goldgelb, für die Nase gibt's einiges an gelber Fruchtigkeit: Nektarinen, Mirabellen und Kaktusfeigen, eine frische Säurestruktur kündigt sich bereits hier an. Dann gleich -wie bereits erwartet- ein sehr frisches, belebendes Mundgefühl, die Säure ist durchaus mächtig, aber nicht übermächtig, da bei aller Trockenheit eben genügend Fruchtsüße gegenüber steht. Zu dem Fruchtkorb kommt noch eine spritzige Zitrone dazu, ganz hinten greifen ein paar herb-säuerliche Salze an. Der Nachhall zeigt auf der säuerlichen Seite eher eine Limette mit kleinem Bitterchen, die Früchte sind hier noch etwas grüner, die Mundhöhle fühlt sich für einige Zeit sehr frisch und sauber an.

Gerade für eine Spätlese aus dem warmen 2015er Jahrgang kann dieser Riesling mit einer sehr knackigen Säurestruktur punkten; dabei ist es aber nicht so, daß einem bei jedem Schluck die Gesichtszüge entgleisen, denn die nicht-zuckerige Süße des Weins ist eben auch nicht von schlechten Eltern und sorgt so für ein harmonisches Gleichgewicht der Kräfte.

Wertung vom 10.09.2017: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

-------

Verkostung vom 08.11.2020:

Ein deftiges Cadmiumgelb im Glas, riecht vom Fleck weg würzig-intensiv nach allerlei Zesten von grün über gelb bis orange, untermalt von kühl-blauer Mineralik. Am Gaumen ist die Zitrusmelange plus etwas gelbe Maracuja sehr vielschichtig, sehr differenziert und dabei keck-kantig im besten Sinne, die Säure ist messerscharf und glasklar, sie kann aufgrund der Tatsache, daß auf der Gegenseite kein Gramm Speck vorhanden ist, ihre Qualitäten voll ausspielen; auch hier würde ich angesichts der fast scharfen, kühlen Mineralik nicht von einem typischen Muschelkalkvertreter sprechen. Der sehr lange, fast beißend frische Abgang reiht nochmals fast alles, was ich an Zitrusfrucht so kenne -außer Blutorange- vorwiegend in Zestenform nebeneinander auf und bestätigt nochmals die hier schon fast basaltische, kühle Steinseite.

Das ist schon ziemlich guter Stoff, allerdings keiner, der sein Terroir besonders typisch abbildet, denn Rieslinge vom (Muschel-) Kalk kenne ich in der Regel anders, blind hätte ich womöglich eher auf was zwischen Pfalz und Mosel getippt. Da mag vielleicht die Spannung zwischen dem ordentlichen Warmjahrextrakt und der fürs 15er Jahr ungewöhnlich präsenten Säure in Verbindung mit den gerade mal 0,6 g/l RZ (bei unauffälligen 13,5 Umdrehungen) ursächlich dafür sein; ich jedenfalls kreide dem Wein dafür keinen Malus an und finde ihn -auch angesichts des Preises- schlicht großartig, ich hab selbst auf GG-Ebene schon deutlich langweiligere Sachen im Glas gehabt...

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: in der Nase nunmehr neben den Zesten auch mehr Spalten, leicht Minze, die Mineralik schaut etwas mehr in Richtung Korund, mit etwas mehr Luft auch grüner Schnupftabak. Am Gaumen ein leichter Abfall hinsichtlich der Fruchtdiversität, die Säure wirkt etwas grüner / spitzer, ein wenig grünlich-bitterer Torf taucht auf. Der Abgang bringt nun ebenfalls ein paar kleine Bitternoten mit.

Nach wie vor ein super Zeug, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau des ersten Tages, vor allem die grünlichen Bitterchen machen den Wein etwas harscher als kurz nach dem Öffnen. Also besser in einem Zug weggenießen...

Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2020/11/09/konsequent-trocken-2/
Link 2: -
Link 3: -
  Diese Verkostungsnotiz wurde bisher 409 mal abgerufen

Bilder:

 

Codes zur Veröffentlichung in Internet-Foren

Als Bilddatei für Internet-Foren (z.B. dasweinforum.de oder weinfreaks.de):


Einbindung als Text (forenunabhängig):


Veröffentlichung in facebook

Bitte einfach den Link aus der Adresszeile oder diesem Feld kopieren:





Kommentar zu dieser VKN schreiben:

Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern erstellt werden !
Du kannst dich auf der Startseite anmelden bzw. kostenlos neu registrieren.
RSS      2004 - 2012 von Gerald Schuster, Advanced Technical Software :: e-mail: webmaster@verkostungsnotizen.net :: Datenschutzerklärung