Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 07.05.19 20:02

Bezeichnung: Weissburgunder - Meersburger Sängerhalde - 1 Lilie - trocken - Qw
Winzer/Produzent: Aufricht
Land / Region: Deutschland - Bodensee
Jahrgang: 2013
Typ: Weißwein
Rebsorte: Weißburgunder
Alkohol (Vol.%): 13,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben:
Preis: 12,9 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 04.09.2014
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 07.05.2019
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 07.08.2015:

Der Weißburgunder ist im Glas schon recht dunkel, von der Farbe irgendwas zwischen Stroh- und Goldgelb. In der Nase anfangs reife Äpfel, Pfirsich, Jostabeere, etwas Heu und Löwenzahn, Thymian sowie nasse Steine. Etwas Muskat läßt auf leichten Holzeinsatz schließen, ich vermute mal, daß der Wein im großen Holzfaß ausgebaut wurde. Die Fruchtigkeit in der Nase nimmt mit der Zeit ab, dafür kommen dann Sekundäraromen wie Leder und Tabak zum Vorschein. Am Gaumen fiel mir zuerst das große Holzfaß auf: Lakritze und Nelken, zwar dezent, aber doch. Die Früchte muß man ein bißchen suchen, aber man findet dann Quitte, Pfirsich, frittierte Kochbanane. Später kommt auch hier das Leder stärker zum Vorschein. Der Wein hat nur mäßig viel Säure zu bieten, wirkt aber dafür sehr cremig, was wiederum die 13,5 PS etwas im Zaum hält.

Da ich die Aufricht'sche Stilistik ja schon etwas kenne, war ich mir in der Blindtasting-Runde relativ sicher, daß dies "mein" Wein war und hatte dann auch Recht behalten. Interessanterweise gab es zu diesem Weißburgunder auch Stimmen, die hier einen deutschen Wein klar ausgeschlossen haben. Für 13 € aus meiner Sicht ein sehr schöner Wein, es gibt aber von Aufricht in der Kategorie noch etwas schönere Sachen, daher

Wertung vom 07.08.2015: Nachkauf 2 von 3

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Verkostung vom 31.07.2016:

Die Farbe ist ein helles Goldgelb. Geruchlich zeigen sich gleich sehr intensiv Pfirsich und Karamell, dazu eine deutliche, aber doch zurückhaltende Braunwürze. Am Gaumen kommt etwas weißer Pfeffer dazu, auch reife Quitten, wenig Minneloa. Das Holz ist ebenfalls deutlich, aber auch noch in der zweiten Reihe. Die Säure zeigt sich ausgewogen, der gehaltvolle WB wirkt dadurch noch elegant bis frisch. Die Steine sind eher klein, runden den Eindruck aber schön ab. Der Abgang ist sehr lang, dabei intensiv fruchtig, Pfeffer und etwas Lakritz zeigen sich hier sehr deutlich.

Immer noch ein schöner gehaltvoll-frischer WB, der trotz des dichten Extrakts nicht zu wuchtig ist. Seit der letzten Verkostung hat er sich schon signifikant verändert, wobei ich auch hier (noch) nicht von "Reifung", sondern eher von "Entwicklung" reden würde. Nicht besser oder schlechter geworden, aber etwas anders, wobei die Komplexität des Buketts etwas abgenommen hat, am Gaumen finde ich den Wein heute dagegen etwas schöner.

Wertung vom 31.07.2016: Nachkauf 2 von 3

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Verkostung vom 16.07.2017:

Die Farbe ist ein leuchtendes, etwas dichteres Goldgelb. Für die Nase gibt's weißen Pfirsich und Mirabellen, ein paar mürbe Äpfelchen noch, ganz leicht was petroliges und mit der Zeit zunehmend etwas Vanille und Karamellbonbon. Am Gaumen ist der Fruchtkorb etwas größer, hier werden auch Quitten und kandierte Zitrusfrüchte auf der orangen Seite geboten, etwas weißer Pfeffer schwingt auch mit. Steinige Mineralik ist zwar vorhanden, man muß aber schon ein bißchen danach suchen. Vom Holzausbau stammen wiederum Vanille und leicht Karamell, diese Aromen halten sich anfangs aber dezent -wenn auch nicht verschämt- im Hintergrund auf um mit etwas Luft dann deutlich an Raum gutzumachen; es wirkt aber auch nach gut zwei Stunden in keinster weise übertrieben. Die Säure setzt dem ordentlichen Extrakt ebenso ordentlich was dagegen. Der Abgang offeriert minutenlang den prall gefüllten Fruchtkorb, wobei die Extraktsüße sich deutlich, aber nicht unangenehm bemerkbar macht. Zum Ende hin kämpft sich wieder die Lakritze etwas nach vorne.

Wenn ich mir meine Beschreibung vom letzten Jahr so anschaue, hat sich eigentlich nichts grundsätzliches geändert, ein bißchen "reifer" vielleicht, aber nicht in der Form, daß ich annehmen würde, der WB hätte seinen Zenit schon überschritten.

Wertung vom 16.07.2017: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 07.05.2019:

Die Farbe ist ein dichteres Goldgelb, das Bukett ist ohne Startverzögerung intensiv torfig und süßlich pfeifentabakig, im Hintergrund vielleicht ein paar Backäpfel. Am Gaumen sind Torf & Co. etwas weniger vorlaut, hier gibt's dann neben Lindenblütenhonig und Salzkaramell auch matschige Khaki und ebensolche Aprikosen, ergänzt um ein bißchen Orange nebst ganz kleinem Bitterchen und etwas Koriandersaat. Die Säure spendiert dem kernigen Extrakt einige frische Einschlüsse, sodaß der WB niederviskos bleibt. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, ist dabei einerseits von intensiver, angetorfter Frucht geprägt, Säure und Orange bieten aber ausreichend Kontra, um Fettleibigkeit zu vermeiden.

Ich schätze mal, daß der Lilien-WB seinen Zenit nun erreicht oder knapp überschritten hat. Jetzt ist zumindest am Gaumen und beim Abgang trotz deutlicher Reifenoten noch alles schön im Lot, Trinkfluß ist aktuell noch ausreichend vorhanden.
Trinkreife: jetzt trinken
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2019/05/07/bodensee-burgunder-relaunch/
Link 2: https://ec1962.wordpress.com/2015/08/08/2-weinrunde-in-um-muenchen/
Link 3: -
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