Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 19.06.08 16:37

Bezeichnung: Cuvée des Vieux Ceps
Winzer/Produzent: Chateau Barréjat
Land / Region: Frankreich - Madiran
Jahrgang: 2001
Typ: Rotwein
Rebsorte: Tannat
Alkohol (Vol.%): 13,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben:
Preis: 13,9 Euro je 0,75 l (im Handel) - Januar 2007
Bewertung:
Preis / Genuss: keine Angabe
Autor/Verkoster: eike
Verkostungsdatum: 1.02.2007
Eingetragen von: eike ... geändert von eike ... [Rückfrage zur VKN an eike]
VKN im Detail: Chateau Barréjat gehört Denis Capmartin, dem eigenwilligen unter den Sprösslingen des Madiran-Weinclans Capmartin. Auf dem uraltem Familienbesitz wächst Tannat, dessen Stöcke das Ehrfurcht einflössende Alter von 80 bis zu 200 Jahren aufweisen. Die Frucht dieser "Veteranen" wird in den Flaschen des Vieux Ceps konserviert. Den Jahrgang 2001 halten die Winzer im Südwesten Frankreichs für einen historischen, viele meinen sogar, den größten aller Zeiten, Saftigkeit mit kühler Struktur wie nie zuvor verbindend.

Tannattypisch dem Auge selbst gegen das Licht undurchdringlich schwarz steht der Wein im großen Glas. Bei 18 Grad lässt er sich von der Nase nur etwas vom Duft
seiner Dunkelfrucht abringen und des hundertprozentig neuen französischen Holzes großer Fässer, in dem er lagerte. Und das nach vierstündigem Dekantieren. Weitere zehn später gibt er sich zugänglicher mit vertiefter Frucht. Jedoch erweist sich am Gaumen noch dann: Seine Gerbstoffe sind ungezähmt. Lange Flaschenreife , wie bei sortenreinem Tannat üblich, ist weiter von Nöten. Kompromissloser Wein mittleren, fast teerigen, gerbstoffkantigen Körpers hinter dessen Tanninen das noch nicht aufgeschlossene Potential frisch wirkender, voller Dunkelfrucht zwischen Cassis und Brombeere, mit Mineralität, guter Säure, moderate 13,5 Prozent Alkohol und Lakritzhaftes sich erschmecken lässt. Mächtig adstringent bis in den anhaltenden, Rauchnote aufweisenden Abgang.

Eine Bewertung könnte bei Weinen dieses Typus nur vorübergehender Zwischenbericht sein. Rundet sich der Vieux Ceps mit den Jahren auf der Flasche, dürfte er Punkte in der unteren Hälfte der 90ger-Kathegorie sicher sein und sich damit seines Handelspreises als überaus günstig erweisen; (allemal angesichts der finanziellen Zumutung von Paulliac- oder Haut-Medoc-Gewächsen, denen dieser Wein ein Vergleich zukommt). Für positive Entwicklungs-Rateaussage ist ihm mit dieser straffen Struktur reichlich Zeit ebenso gegeben wie zu lassen. Vorausgesagte Lagerfähigkeit: Mehr als 20 Jahre. Ein Händler zeigt sich allerdings mit der Angabe bis 2010 hasenherzig (wenn nicht als Trinkreife-Suggestion kühn um Absatz tricksend).

Dieser 2001er Vieux Ceps erhielt 2003 Silber auf dem Concours Mondial. Da in Brüssel nicht à la Mundus Vini Auszeichnungen umhergestreut werden, die Frage: Wie schaffen es selbst gerbstofftrainierteste Verkoster sich durch die seinerzeit erst zwei Jahre alten Jungweins noch eigerschroffere Tanninwand zu einem Medaillen-Urteil durchzubeissen?

19. Juno 2008: Selbst Tag Zwo immer noch ein Fest für Gerbstoffler. Warten, warten, warten.
Trinkreife: noch lagern
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