Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 20.07.26 20:12

Bezeichnung: Silvaner - indiGenius - trocken - Qw
Winzer/Produzent: Rothe
Land / Region: Deutschland - Franken
Jahrgang: 2017
Typ: Weißwein
Rebsorte: Silvaner
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: AP 4954 021 18
Preis: 28 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 20.12.2025
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 20.07.2026
Eingetragen von: EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Ein minimalst getrübtes Orangegelb im Glas, nasenmäßig ein bunter Mix aus Agrumen, Stein- und Kernobst sowie Exotik, alles sehr sekundär, aber doch auch mit ein paar sehr frischen, wenn auch leicht matschigen Fruchtfetzen; den Begriff der Spontanvergärungsaromatik oder auch „Sponti-Note“ verwende ich ja eigentlich gar nicht, aber hier würde es aus meiner Sicht dann doch exemplarisch passen. Am Gaumen fächert sich die Frucht weiter auf bzw. erscheint noch differenzierter, Kumquat, Bitterorange, Aprikose, Mispel, Kaki, Physalis und Quitte sind sehr eindeutig abgebildet; die Säure ist lebendig und doch auch etwas samtig, bodenseitig eine Mischung aus Kalk, Magnesium- und Titandioxid. Dann ein recht langer Nachhall, der trotz der Aromenfülle deutlich leichter wirkt als vom Gaumengefühl her erwartet, im langen Finale schieben sich die Früchte mit leichter Bitternote etwas nach vorne.

Im Gegensatz zu anderen Jahrgängen hat es der 17er einst geschafft, den Qualitätsweinsegen zu erhalten, da dürfte das fast klare Erscheinungsbild hilfreich gewesen sein, denn ohne das geht’s bei der amtlichen Prüferei erst gar nicht weiter, egal wie gut oder schlecht der Wein eigentlich ist; eine aus meiner Sicht völlig überholte Regelung, die aber vermutlich mindestens die nächsten 100 Jahre weiter Bestand haben wird, egal, was sich in der Weinwelt sonst noch so tut. Dennoch ist es für mich erstaunlich, daß der Wein dann augenscheinlich nicht über die nächste Hürde gestolpert ist, nämlich die der Typizität, denn hier sind wir aus meiner Sicht -zum Glück- weit vom Typischen entfernt. Ob der Silvaner zum Zeitpunkt der Prüfung noch „typischer“ war? Ich bezweifle es eigentlich, denn als ich vor Ort war, hat mir Manfred Rothe noch eine Faßprobe des jüngsten Jahrgangs zum Probieren angeboten, sehr spannender Embryonalweineindruck, der aber auch in diesem Stadium klar gezeigt hat, daß hier keine ausgetretenen Pfade beschritten werden. Insgesamt eine ganz wunderbare Silvaner-Interpretation, die mit ihrer leichtfüßigen Stoffigkeit problemlos den heutigen Pimientos plus Beilage standhielt, große Freude!
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/07/20/qualitaets-orange/
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