Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 11.05.26 19:37

Bezeichnung: [Gemischter Satz] - [Ritten "Oberplatten"] - Tonsur - Vino bianco
Winzer/Produzent: Pranzegg
Land / Region: Italien - Südtirol
Jahrgang: 2017
Typ: Weißwein
Rebsorte: Gemischter Satz
Alkohol (Vol.%): 11,5
Verschluss: Glasstopfen
Weitere Angaben: Gemischter Satz aus ca. 55 % Müller Thurgau, 20 % Pinot blanc, 15 % Chardonnay und 10 % Silvaner und kleinen Mengen anderer Sorten wie Garganega, Pinot gris, Riesling und Souvignier gris, in Umstellung auf Biodynamie, Vinifizierung: 50% der gemischten Traubensorten auf der Maische mit den Kämmen im Edelstahl, 50% als mazerierter Most in gebrauchten Tonneaux vergoren, Reifung: bis November des Erntejahres zu jeweils 50 % in gebrauchten Tonneaux sowie Edelstahl. Anschließend Ruhe auf der Feinhefe zu 100 % im Edelstahl bis zur Füllung ohne Schönung und Filtration, Schwefelgehalt 22 mg/l. L2017
Preis: 18 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Unser Weinladen - 11.04.2019
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 11.05.2026
Eingetragen von: EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Visuell ein minimal getrübtes Thymianhoniggelb im Glas, nasenmäßig zeigen sich ebenfalls Honigaromen, aber eher solche von Kirsch- oder Himbeerhonig, sogar ganz leicht süßlich wirkend, eher im Oberschwingungsbereich dann reife, sekundäre Fruchtfetzen von Mango, Kaki und Tamarillo. Geschmacklich kommt die Frucht erheblich mehr zur Geltung, dennoch bleibt der Wein extrem niederviskos, weist jedoch kein geschmackliches Loch auf, es zeigt sich sogar eine leichte Fruchtfleischcremigkeit; die Säure ist gut aufgestellt und dabei von samtiger Struktur, bodenseitig wirkt’s am ehesten kalkig, auch wenn’s das da gar nicht gibt, ein Zusatz an Talcum führt zu einer leichten Adstringenz. Dann ein sehr langer Abgang, der ebenfalls den Spagat zwischen Leichtigkeit und Fülle widerspruchslos hinlegt, die Fruchtseite wandert etwas weg von den Exoten hin zum heimischen Steinobst, im Finale ein ganz leichter Hauch eines Marillenlikörs.

Dieser Tonsur-Jahrgang ist jetzt gerade in Hochform und dürfte auch so schnell nicht schlappmachen, für mich immer wieder erstaunlich, wie es manche Weine schaffen, die Barriere zwischen leicht und gehaltvoll wie selbstverständlich wegzublasen. Wobei es der Wein neben mastigeren Sachen bei vielen Verkostern wohl schwerhaben dürfte, aber ich werte halt nicht nach Gewicht…
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/05/11/auch-untere-gewichtsklassen-koennen-grosses-leisten/
Link 2: -
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