Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 18.03.26 20:05

Bezeichnung: Spätburgunder - trocken - Qw
Winzer/Produzent: Dollt
Land / Region: Deutschland - Pfalz
Jahrgang: 2021
Typ: Rotwein
Rebsorte: Spätburgunder (Pinot noir)
Alkohol (Vol.%): 13,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: AP 5 025 116 013 22
Preis: 8,5 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 07.12.2024
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 18 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 18.03.2026
Eingetragen von: EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Im Glas ein klares Kirschrot mit mittlerer Transparenz, geruchlich steht dann auch die Kirsche im Vordergrund, aber eher so eine initial subtile Waldsorte, die mit Luft jedoch zunehmend forstliche Aromen emittiert, irgendwann kommt auch noch etwas Räucherofen dazu. Am Gaumen präsentiert sich der Wein deutlich saftiger und beeriger (vorwiegend schwarze Johannisbeere), als nasal angekündigt, jedoch im besten Sinne; die waldige Seite tritt zwar etwas zurück, bleibt aber prägend, dafür legen die rauchigen Komponenten etwas zu ohne dominant zu werden; die Säure ist potent und sorgt für Trinkfluß, zeigt aber kaum Kaltjahrattribute, bodenseitig wirkt’s wie 2/3 Kalk und dickeren Böden für den Rest. Dann ein mehrminütiger Nachhall, der einerseits wieder saftig-samtig daherkommt, dabei aber mit dem Rauch, einem Hauch Tabakkondensat und sogar etwas Aronia für eine neckische Kantigkeit sorgt.

Spätburgunder bzw. generell Rotweine aus kühlen Jahren kranken aus meiner Sicht häufig daran, daß es ihnen an Substanz fehlt, denn bei Rot sind die Gewichtungen der geschmacklichen Komponenten ein bißchen anders als bei Weiß, um meine „coolen“ Vorlieben zu befriedigen. Für einen Spätburgunder, der reell gerade mal achtfuffzich und ab Rampe nur einen Fünfer gekostet hat, ist das absolut „koa laare Hosn“ und macht gerade richtig Freude! Dabei entzieht sich der Wein den üblichen Zuordnungsmustern „burgundisch“ oder „deutsch“ oder sonstwas, sondern steht für mich relativ prototypisch da, obwohl wir hier „nur“ über einen Basiswein reden. Jedenfalls habe ich schon etliche Rebsortenkollegen > 20 Euronen Gestehungskosten im Glas gehabt, die deutlich weniger spaßig waren.
Trinkreife:
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/03/18/doller-spaetburgunder/
Link 2: -
Link 3: -
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