Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 16.10.25 21:44

Bezeichnung: Sauvignon blanc - Sabotage - trocken - Wein aus Österreich
Winzer/Produzent: KTCN - Katharina Tinnacher & Christoph Neumeister
Land / Region: Österreich - Steiermark
Jahrgang: 2021
Typ: Weißwein
Rebsorte: Sauvignon blanc
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: L - 2021 / S3
Preis: 39,72 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 12.12.2024
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 11.10.2025
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Visuell irgendwas zwischen Messing und Bronze, nasenmäßig gibt’s zuckerfreien Distelhonig, gepaart mit Bilimbi und grüner Kochbananenschale, ein Hauch Korund noch. Am Gaumen dann statt dem Honig eine Art Flint-Lakritz, das für einen leichten, kantigen Süßeeindruck sorgt, fruchtseitig tauchen hier konzentrierte, reife, fast etwas oxidierte und sehr sekundäre Exoten à la Kaki und Marula auf, die ebenfalls etwas süßlichen Extrakt ins Spiel bringen; die Säure ist leicht scharf unterwegs, steinseitig überwiegen kühle, vulkanische Eindrücke. Beim mehrminütigen Nachhall beißt sich dann die Mineralik mit Korund und VA-Schnitt fest und wird nur durch den Distelhonig in die Schranken gewiesen.

Ein wirklich höchst eigener SB, der abgesehen von der Steinseite stilistisch schon starke Züge eines Juraners trägt. Ein eher ein fordernder Wein, den man sich etwas erarbeiten muß, also nix für nebenher.

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: nasal eine deutliche Zunahme an traminerartigen Gewürzen, vor allem Kreuzkümmel, dahinter dann der bereits erwähnte Trockenhonig, bei einzelnen Reinriechern hat aber auch eine Zündholzschachtelreibefläche die Nase vorn, vor allem mit zunehmender Temperatur. Gaumal etwas mehr Oxi-Frucht, auch eine Zunahme der Öligkeit, andererseits steht die Säure entschlossener dagegen, neben den basaltischen Noten auch etwas durchgebrannter Leistungsschalter. Schmeckt nun nach einer Art Gewürzsauvignon und erinnert stilistisch nun schon fast an einen Vin jaune aus dem Jura. Finde ich heute insgesamt etwas besser und "harmonischer", angesichts der maximalen Untypizität finde ich den Namen "Sabotage" nun erst richtig gelungen!

Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachtrag nach 5 Tagen mit Luft: die reduktiven Noten haben sich deutlich intensiviert, vor allem in Form von VA-Schnitt. Auch am Gaumen hat die Redu-Mineralik nun klar die Nase vorn, was den Wein durch den Rückzug der Fruchtseite zwar monothematischer macht, die Struktur bzw. die Balance mit der Säure wirken aber gut ausgleichend, deshalb für mich kein Trend nach unten, aber auch nicht nach oben...
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/10/11/zweimal-unterste-schublade/
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