Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 05.10.25 22:07

Bezeichnung: Riesling - Kallstadter Saumagen - trocken - Große Lage - GG
Winzer/Produzent: Philipp Kuhn
Land / Region: Deutschland - Pfalz
Lage: Saumagen (Kallstadt - Pfalz) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Riesling
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: AP 5 128 037 033 16
Preis: 29 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Lobenberg - 30.11.2016
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 05.10.2025
Eingetragen von: EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Visuell ein äußerst intensives wie leuchtendes Goldgelb, für die Nase gibt’s ein opulentes wie quirliges Sammelsurium an saftigen Agrumen mit prominent Minneloa und weiters Yuzu sowie einem Hauch Bitterorange, dazu noch Physalis und Kaki in sekundärerer Form, dezenter Großholzeinfluß. Geschmacklich wirkt der Zitrusmix äußerst jugendlich, ist dabei konzentriert und frisch-leichtfüßig zugleich, die genannten Exoten spielen eher oberschwingungsmäßig und dennoch prägend mit, die Säure ist glockenklar und dabei recht potent mit dezenter Reife, eine feine Kräuterspur mit Oregano und Eukalyptus zeigt sich, bodenseitig assoziiere ich am ehesten Ackerscholle ohne Breitenwirkung. Der sehr lange Nachhall ist dann der am reifsten wirkende Teil des Genusses, wobei auch hier noch keinerlei petrolige Noten erkennbar sind, die Exotik ist noch mehr im Hintergrund, hinterläßt aber aber dennoch einen unverkennbaren Fußabdruck, im Finale dann tatsächlich ein Minihauch von Bienenwachs.

Obwohl der Korken nur in zwei Stücken aus dem Hals zu entfernen war, scheint er hier dennoch recht gute Dienste geleistet zu haben, denn auch im zehnten Jahr wirkt der Wein noch regelrecht jugendlich, allenfalls beim Abgang kann man drauf kommen, daß hier ein paar mehr Jahre im Spiel sind. Ein nicht ganz unbekannter Bremer Weinhändler vergab einst 97-100 Pünktchen für diesen Wein, nach Abzug der üblichen 5 Realitätspunkte also knapp vor oder gerade groß, und das deckt sich auch heute mit meinem Eindruck. Insgesamt ein großartiger Klassik-Riesling, dem ich nach etwas Hin und Her und unter Berücksichtigung der Entwicklung im Glas über gut eineinhalb Stunden dann doch gerne den „Groß-Status“ zubillige.
Trinkreife: jetzt trinken
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/10/05/jugendlich-im-zehnten-jahr/
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