Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 02.08.25 20:04

Bezeichnung: Chardonnay - Chateau Renard - Arbois AC
Winzer/Produzent: Domaine de Saint Pierre
Land / Region: Frankreich - Jura
Jahrgang: 2020
Typ: Weißwein
Rebsorte: Chardonnay
Alkohol (Vol.%): 13,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: LCR20
Preis: 58,5 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Weinfurore - 05.08.2023
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 02.08.2025
Eingetragen von: EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Visuell ein helleres Goldgelb mit kleinem Neonanteil, nasenmäßig zeigen sich recht weiche, albedolastige Agrumen wie Zitrone, Yuzu und Ugli, aber auch etwas Tangerine-Fanta aus Tanzania schwingt mit, im Oberschwingungsbereich noch ein bißchen reifere Kochbananenschale, dezente Reduktivität. Am Gaumen zeigt sich das ostafrikanische Erfrischungsgetränk deutlich intensiver, jedoch in zuckerfrei, alles andere wirkt in zweiter Reihe stützend, gleitet aber nicht ins Belanglose ab; die Säure ist deutlich, wirkt aber doch recht geschmeidig, auch wenn ein leicht vegetabiler, wirsingähnlicher, aber nicht unangenehmer Hauch mitschwingt, dazu eine im Wesentlichen kalkige Basis mit minimaler Bemoosung. Auch beim mehrminütigen Nachhall spielt der Mandarinensoftdrink die erste Geige, Reduktivität und vegetabile Noten stehen in wunderbarer Balance dazu.

Die recht expressive, fast etwas künstlich wirkende Mandarinenseite (die entsprechende Fanta aus Dar-es-Salaam ist vermutlich auch nur aromatisiert) macht das Ganze schon etwas schrill, dennoch gleitet der Wein nicht ins Plakative ab, sondern schafft es, dieses ganz eigene Aroma als betörende Kante zu verkaufen und sich somit in eine noch nicht gekannte Liga einzureihen. Im Klassikbereich gibt es nicht wenige Stimmen, die den Chardonnay als langweilig bzw, vorhersehbar brandmarken, das Akronym „ABC“ = „anything but Chardonnay“ kommt nicht von ungefähr. Erstaunlicherweise zeigt die Sorte jedoch im Bereich des innovativeren Weinbaus und besonders im Naturbereich besonders viele, unterschiedliche Facetten, was die Attraktivität der Sorte bei mir in den letzten Jahren deutlich gehoben hat. Und was den Preis von mittlerweile knapp 60 Euronen angeht: ist nicht wenig, ist aber angesichts der gerade erlebten Freude mit dem Wein -noch- vertretbar, mal sehen, wo die inflationäre Reise hingeht…
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/08/02/auch-bald-kein-jura-mehr/
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