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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 12.05.25 22:08 |
| Bezeichnung: |
Riesling - Siefersheimer Heerkretz - Auslese - Pw |
| Winzer/Produzent: |
Wagner Stempel |
| Land / Region: |
Deutschland - Rheinhessen |
| Lage: |
Heerkretz (Siefersheim - Rheinhessen) (in weinlagen.info) |
| Jahrgang: |
2010 |
| Typ: |
Weißwein |
| Rebsorte: |
Riesling |
| Alkohol (Vol.%): |
7,5 |
| Verschluss: |
Naturkork |
| Weitere Angaben: |
AP 4 316 142 20 11 |
| Preis: |
30 Euro je 0,75 l (Sonstige Bezugsquelle) - 08.04.2019 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 24 von 25 |
| Preis / Genuss: |
grandios |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
11.05.2025 |
| Eingetragen von: |
EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Ein leuchtendes Bernstein im Glas, geruchsmäßig ein irrsinnig dichter wie tiefer und äußerst schön differenzierter Mix aus Mandarinen, Orangen und Bitterorangen, sowohl als Trockenringe denn auch als Frischware mit noch jugendlicher Etherik; dezent auch ein paar malzige Noten, die jedoch keine negativen Auswirkungen hinsichtlich der Spannung haben. Geschmacklich kommt das Agrumenelixier zwar leicht ölig daher, die stramme, aber im perfekten Zusammenspiel mit der rundmoleküligen Süße insgesamt auch sehr geschmeidige Säure hält die Spannung hoch, dazu kommen noch ein paar animierende, grüne Zitrussprengsel, steinseitig wirkt’s roterdig mit kühlenden Einschlüssen. Der folgende Mehrminüter pointiert dann die Agrumenetherik äußerst schön, bei aller Geschmeidigkeit auch hier ein recht großer Spannungsbogen zwischen Süße, Säure und Etherik.
Tja, wieder eine Bestätigung, daß das „Arschjahr“ 2010 mit das beste in den letzten Jahrzehnten war, was einem restzuckerigen Wein passieren konnte (und nicht nur diesem…). Dazu kommt, daß der Riesling zwar ordentlich reif ist -was man ja auch schon an der Farbe ablesen kann-, aber es zeigen sich keinerlei der allseits bekannten, sortentypischen Alterungsnoten aus dem großen Reich der Petrochemie. Und dieser Spagat hinsichtlich knackiger Säure auf der einen Seite und Geschmeidigkeit im besten Sinne auf der anderen Seite ist einfach großartig! Ist zwar stilistisch wie gefühlt zuckergrädig fast im Beerenauslesebereich unterwegs, paßte aber dennoch sehr gut zu einem schärferen, nicht-süßen, nicht-käsigen Gericht. Die Balance dieser Auslese ist so perfekt, daß selbst ich sie im folgenden Solobetrieb ungehemmt wegzwitschern konnte, das will was heißen!
Wertung am ersten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: nasal kommt auch ein bißchen Kumquat hinzu, dafür verabschiedet sich die gemeine Orange, auch verlagert sich die Aromatik leicht in Richtung der Trockenagrumen. Gaumenseitig wird’s noch etwas öliger, was aber die Spannung nicht mindert, sondern eher noch steigert, denn die Säure tritt nun noch etwas selbstbewußter auf; Petrochemie & Co. gibt’s auch heute noch nicht, nicht mal was Wachsiges, nur diese schier unglaubliche Süße-Säure-Struktur nebst der hyperkonzentrierten, aber dennoch nicht schwerfälligen Zitrusseite. Das mit den grünlichen Zitrussprengseln verlagert sich mehr auf die Nachhallseite, was hier die Spannung nochmals erhöht. Unfaßbares Zeuch!
Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 24 von 25 |
| Trinkreife: |
trinken oder lagern |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2025/05/12/weisswein-oder-suesskram/ |
| Link 2: |
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| Link 3: |
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Bilder:
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