Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 12.06.26 19:31

Bezeichnung: Pinot blanc - Laumersheimer Kirschgarten - trocken - VDP.Große Lage - GG
Winzer/Produzent: Philipp Kuhn
Land / Region: Deutschland - Pfalz
Lage: Kirschgarten (Laumersheim - Pfalz) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2018
Typ: Weißwein
Rebsorte: Weißburgunder (Pinot blanc)
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: AP 5 128 037 027 19
Preis: 23,97 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 05.12.2019
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 12.06.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 01.04.2025:

Im Glas ein leuchtendes Goldgelb mit leichtem Messingschlag, mit etwas Anlauf präsentiert die Nase relativ sekundäre Ausprägungen von Weinbergspfirsich, Mirabelle und Kaktusfeige, begleitet von einiger, hellerer Würze und einer zurückhaltenden, aber dennoch prägenden Holzseite mit eher frischem Leder und grünlicher Weidenrute, weiters eine leicht reduktive Stilistik sowie eine Salzankündigung. Schmeckmäßig wird das Salzversprechen dann auch voll eingelöst (wenn auch nicht in den ersten zehn Minuten), die Frucht tritt hier stark in den Hintergrund und das mehrheitlich grünliche Salzholz übernimmt die Pole ohne dabei vorlaut zu werden, neben dem Salz fühlt sich’s kalkig-erdig an und die super austarierte Säure macht auch einen recht lebendigen Eindruck. Dann ein Mehrminüter, der das Salzholz nochmals perfekt ins Rampenlicht stellt, insbesondere das Finale fühlt sich schon sehr klar und cool wie spannend an.

Frisch aus der Flasche präsentierte sich dieser Pinot blanc so unscheinbar und belanglos, daß sich schon deutliche Zeichen der Enttäuschung in meiner Mimik gezeigt haben müssen. Nach gut einer Viertelstunde jedoch eine Expressivitätsexplosion erster Güte, die jedoch erstaunlicherweise in der Folge nie „too much“ wird; allerdings sollte man einer neo-burgundischen, konkret einer angemessen reduktiven sowie leicht grünholzigen Stilistik grundsätzlich offen gegenüberstehen und darüber hinaus mit selbstbewußten Salzaromen im Wein keine Probleme haben. So schraubte sich dieser Weißburgunder für mich innerhalb weniger Minuten von „so lala“ auf „boah“ hoch, er macht sowohl zum kohlehydratlastigen Essen als auch solo eine super Figur. Und der Wein ist so erfreulich „unachtzehnerig“, ganz wie bei der kaufentscheidenden Händlerverkostung!

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: die Reduktivität hat deutlich zugenommen, vornehmlich in Form von Basalt und Schleifscheibe, aber nicht "overdone". Der Rest ist auch noch da, insgesamt hat der Wein aber ein klein bißchen an Expressivität verloren...

Wertung am dritten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 12.06.2026:

Optisch ein mittleres Messing, fürs Näschen gibt’s reife, grünholzgeschwängerte Frucht mit Pfirsich und Physalis in recht sekundärer wie dichter Form. Geschmacklich wird fruchtseitig noch mehr Sekundarität (und auch eine Spur Reduktivität) draufgesetzt, das leicht grünliche Holz wird von einem feinen Limettenbitterchen begleitet, die Säure ist reif und dabei perfekt austariert, bodenseitig ein Mix aus Ackerscholle und Kalk ohne Schwere. Auch beim recht langen Nachhall ist das Grünholz prägend und dabei so dosiert, daß Frische und Ernsthaftigkeit keinen Widerspruch darstellen.

Das hat sich in dem einen Jahr seit der Erstbegegnung recht deutlich entwickelt, wobei ich mal mutmaße, daß der Korken dieser Flasche signifikant mehr Sauerstoff hat diffundieren lassen. Das hat dem Wein bis jetzt noch nicht nachhaltig geschadet, aber viel länger lagern wäre in diesem Fall nicht mehr gut gewesen. Heute macht das aber noch viel Freude, durch den perfekten Grünholzeinsatz scheinen auch zwangsläufig Assoziationen zu innovativeren Burgundern aus der Ursprungsregion auf. Wunderbar in der Essensbegleitung, fällt aber auch solo kein Stück ab.
Trinkreife: jetzt trinken
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/06/12/aus-flop-wird-top/
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