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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 07.01.25 18:25 |
| Bezeichnung: |
Silvaner - Retzstadt [Langenberg] "Himmelspfad" - [trocken] - Große Lage - GG |
| Winzer/Produzent: |
Rudolf May |
| Land / Region: |
Deutschland - Franken |
| Lage: |
Langenberg (Retzstadt - Franken) (in weinlagen.info) |
| Jahrgang: |
2019 |
| Typ: |
Weißwein |
| Rebsorte: |
Silvaner |
| Alkohol (Vol.%): |
13 |
| Verschluss: |
Schraubverschluss |
| Weitere Angaben: |
AP 2152 011 20 |
| Preis: |
45 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Edel & Faul - 19.12.2020 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25 |
| Preis / Genuss: |
akzeptabel/angemessen |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
06.01.2025 |
| Eingetragen von: |
EThC
... geändert von EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Visuell ein leuchtendes Goldgelb, nasal ein wunderbar frisch und knackig anmutender Mix aus Pampelmuse, Pomelo, reifer Karambole und Nektarine, auch eine harte, grüne Birne ist dabei, dezent florale Noten, im Oberoberschwingungsbereich auch einige Wurzeln, weiters ein paar hellere Kräuter. Auch am Gaumen überrascht der Silvaner initial mit einer rieslingesken Säure, zitrusseitig kommt noch etwas Limette bzw. eher eine Art Limettat dazu, die restliche Frucht wirkt in erster Linie elegantisierend; der Wein transportiert noch etwas superfeinen Bizzel, der auch minimal salzig wirkt, Kräuter und Wurzeln sind hier etwas präsenter, steinseitig die Assoziation zu sehr kühlem, bläulichen, aber nicht harten Gestein. Dann ein mehrminütiger Nachhall, wiederum zitrusdominiert, jedoch mit einem hohen Anteil an Albedo und Fermentat, die Säure ist auch hier sehr agil, aber überhaupt nicht angriffslustig, im Finale dominiert eine Art zuckerfreies Zitronat nebst einem ebenso trockenen Marshmallow.
Wenn man weiß, daß das Silvaner ist, erschließt sich einem das schon, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das blind als solchen erkannt hätte, denn dazu zeigen die Säure und die Agrumendiversität zu sehr in die Rieslingrichtung ohne dafür wiederum typisch genug zu sein. Also einfach ein für sich stehender, an der Perfektionsgrenze scharrender Wein, der zufällig ein Silvaner ist? Von mir aus ja, aber in erster Linie denke ich mir, daß das ein Silvaner ist, bei dem der Winzer das maximal Mögliche aus der Sorte rausholt, in diesem Fall von der eher konventionellen Seite her (ist zwar „bio“ und „Naturland“, folgt aber nicht den Naturweinkriterien). Und siehe da: dann schmeckt mir auch heute noch Silvaner dieser Machart, ergo werden die Sachen von Rudolf May auch in Zukunft den Weg in meinen Keller finden. Nur: diese Silvanerinterpretation ist so weit weg vom klassischen Sortentypus, daß man fast befürchten muß, daß da bei konsequenter Anwendung des Typizitätskriteriums seitens der AP-Prüfer irgendwann der Prüfsegen nicht mehr erteilt werden wird. Insgesamt jedenfalls ein in einem weiten Feld einsetzbarer Speisenbegleiter, der auch und gerade solo brillieren kann!
Wertung am ersten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: nasal zeigen sich nun ganz leicht ein paar Alterungstöne in Form von Firnis und Terpentin, die Agrumen sind etwas zurückgenommen. Am Gaumen sind diese Alterstöne noch etwas weniger präsent, prägen aber doch deutlich, der Schwund der Zitrusseite ist hier geringer, dennoch wirkt der Weine weniger expressiv als gestern, die Säure hat sich ebenfalls eine gewisse Reife zugelegt, das Gestein wirkt leicht erdig. Das hat mir gestern deutlich besser gefallen, diese Reifeentwicklung hätte ich tatsächlich nicht so erwartet, die nächste Flasche werde ich wohl besser "in einem Zug" austrinken.
Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25 |
| Trinkreife: |
trinken oder lagern |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2025/01/06/je-untypischer-desto-besser/ |
| Link 2: |
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| Link 3: |
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Bilder:
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