Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 24.06.24 16:57

Bezeichnung: Riesling - [Deidesheimer Herrgottsacker "Einstal"] - 1 Tal - [trocken] - Pfälzer Landwein
Winzer/Produzent: Seckinger
Land / Region: Deutschland - Pfalz
Lage: Herrgottsacker (Deidesheim - Pfalz) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2020
Typ: Weißwein
Rebsorte: Riesling
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: Los-Nr. 01/22
Preis: 32,26 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Pinard de Picard - 04.04.2024
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 23.06.2024
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Das Glas präsentiert ein helleres Honiggelb, wirkt minimalst getrübt, aber ohne erkennbare Feststoffe in Glas oder Flasche; geruchlich dachte ich mir (obwohl ich ja wußte, was ich eingeschenkt habe): „Ahhh, Chardonnay!“. Denn neben den superflaumigen, gelben bis orangen Zitrusaromen nebst leichtem Trockenhonigcoating (Thymian-, Rosmarin-) zeigen sich auch deutlich gelbe bis grüne Kochbananenschalen sowie leicht grünliches Großholz. Am Gaumen tritt die Bananenseite recht weit zurück und läßt den samtigen Agrumen mehr Raum, was die Rieslingvermutung sehr konkret werden läßt, allerdings insbesondere mit seinen leicht herben Früchte- und Schwarzteenoten klar auf der Naturseite; die Säure mutet trotz ordentlicher Konzentration und null Zuckerwiderstand recht flaumig an, was der Frische aber keinen Abbruch tut, bodenseitig wirkt das Ganze etwas lössig. Der sehr lange Nachhall hat dann vornehmlich Zitrusalbeden im Portfolio, im Finale dann übernimmt das geschmeidige Grünholz die Pole.

Nachdem das Ganze als „Chardonnay mit Rieslingnoten“ anfing, endete es dann doch als „Riesling mit Chardonnaynoten“, natürlich fern der konventionellen Ausprägungen der Sorten, aber auch ohne allzu freakige Noten. Für den Riesling-Traditionalisten ist das natürlich nichts, aber was ist schon Tradition? Vielleicht schmeckte Riesling vor 100 oder 200 Jahren tatsächlich mehrheitlich genau so, bevor Innovationen in der Kellertechnik letztlich zu dem heute verbreiteten Geschmacksbild führten. Um sowas richtig goil zu finden, muß man zugegebenermaßen schon recht weit über den traditionellen Tellerrand hinausblicken. Für den, der das tut, erschließt sich ein leichter, erfrischender Wein mit unbelastender Substanz, großer Spaß!

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: die Exotik neben den Agrumen ist deutlich erstarkt und nimmt nun zumindest nasal die Pole-Position ein, nunmehr ist auch Mango mit im Spiel, im Gegenzug tritt die Grünholzseite etwas zurück. Heute präsentiert sich der „1 Tal“ etwas fülliger ohne deshalb einen wesentlichen Schritt hin zur Mastigkeit zu tun, nach wie vor ein sehr beschwingter Wein, etwas substanzvoller halt, insgesamt eine sehr schöne Entwicklung auf gleichem Niveau.
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2024/06/23/kleinkrieg-um-die-herkunft/
Link 2: -
Link 3: -
  Diese Verkostungsnotiz wurde bisher 185 mal abgerufen

Bilder:

 

Codes zur Veröffentlichung in Internet-Foren

Als Bilddatei für Internet-Foren (z.B. dasweinforum.de oder weinfreaks.de):


Einbindung als Text (forenunabhängig):


Veröffentlichung in facebook

Bitte einfach den Link aus der Adresszeile oder diesem Feld kopieren:





Kommentar zu dieser VKN schreiben:

Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern erstellt werden !
Du kannst dich auf der Startseite anmelden bzw. kostenlos neu registrieren.
RSS      2004 - 2024 von Gerald Schuster, Advanced Technical Software :: e-mail: webmaster@verkostungsnotizen.net :: Datenschutzerklärung