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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 27.08.26 18:45 |
| Bezeichnung: |
Gemischter Satz - [Sieveringer] - Ringelspiel - trocken - Landwein Weinland |
| Winzer/Produzent: |
Jutta Ambrositsch |
| Land / Region: |
Österreich - Wien |
| Jahrgang: |
2020 |
| Typ: |
Weißwein |
| Rebsorte: |
Gemischter Satz |
| Alkohol (Vol.%): |
12,5 |
| Verschluss: |
Schraubverschluss |
| Weitere Angaben: |
Alter Gemischter Satz, Pflanzjahr 1952, alte, meist seltene Rebsorten, von denen 12 bekannt sind, u.a. Kahlenberger Weiße, Jubiläumsrebe, Orangetraube, Grüner Silvaner, diverse Traminer sowie Gutedel,
L102020 |
| Preis: |
24,22 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 07.10.2022 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25 |
| Preis / Genuss: |
akzeptabel/angemessen |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
24.08.2026 |
| Eingetragen von: |
EThC
... geändert von EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Verkostung vom 25.05.2024:
Visuell ein helleres, zum Messing schielendes Goldgelb, nasenseitig ist das dicht und hellgelbfruchtig mit Exotik à la Kaktusfeige, Guave und Nashibirne, allerdings ohne jegliche breiteschaffende Mehligkeit, welche jene Aromatik sonst so gerne begleitet; dafür gibt’s dezente wie erfrischende Kräuterigkeit, insbesondere Zitronengras, weiters einige Pomelozesten. Am Gaumen drängen sich letztgenannte Zesten gut nach vorne, dann kommt ordentlich Lemon-Pepper ins Spiel, die Nasenexotik spielt hier eher als Oberschwingung mit, säureseitig ist das „Ringelspiel“ kantig-straff aufgestellt, kühler Kalk mit etwas bitterlicher Glimmerbeimengung als Bodenassoziation. Beim sehr langen Nachhall setzt sich dann die Mineralikfraktion mehr durch, das Glimmer- / Bitter Lemon-Bitterchen posiert hier animierend, staubt irgendwann auch ein bißchen.
Das ist schon ein höchst eigener Gemischter Satz, wobei ich mich im gleichen Atemzug frage, was denn eigentlich im Gegenzug ein typischer „Wiener Gemischter Satz DAC“ genau sein soll? Ich für mich selbst würde da gerne erfahren bzw. erleben / erschmecken, daß die Hauptrebsorten schon einen erkennbaren Fußabdruck hinterlassen, aber ansonsten ein enger umrissenes Geschmacksbild definieren zu wollen, das dann über „DAC“ oder nicht entscheidet, ist in meinen Augen schon gewagt. Und hier haben wir es ja mit einem GS zu tun, bei dem viele der genannten Rebsorten hinsichtlich ihrer Einzelcharakteristik weit mehrheitlich unbekannt sein dürften. Also deswegen untypisch? Oder führt vielleicht schon die Tatsache, daß so manche der beteiligten Rebsorten bis dato gar nicht bekannt sind, ins weinkategorische Verderben? Wie auch immer, für mich ein erneutes Beispiel, das zeigt, daß sich mittlerweile hinter den Landweinen die gefühlte Mehrheit der wirklich spannenden Österreicher verbirgt.
Wertung vom 25.05.2024: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
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Verkostung vom 24.08.2026:
Visuell ein helleres Goldgelb mit ganz leichtem Messingschlag, geruchlich gibt’s einen recht dichten, aber keineswegs mastigen Fruchtmix mit der schon aus der Erstbegegnung bekannten Exotik à la Kaktusfeige, Guave und Nashibirne, dazu auch etwas kandierte Zitrone, leichte Kräuterspur mit Zitronengras, Melisse und auch Eukalyptus, weiters noch Geldbaumblätter. Geschmacklich dann zuerst das deutliche Aufkommen von Lemon-Pepper, dahinter zeigt sich die Zitrone auch in etwas frischerer Form, die Säure wirkt stramm und etwas cremig zugleich, eine feine Kalisalzspur kommt auf, bodenseitig kommt was leicht Glimmeriges auf. Der recht lange Nachhall bietet dann auch ein hochfeines Bitterchen, das aus der Zementecke zu kommen scheint, die geschmeidige Zitrusseite gewinnt hier mit Pomelo und Zitrone noch etwas mehr an Gewicht.
Trotz einiger cremig-samtig-geschmeidiger Attribute bleiben wir hier insgesamt auf der wohltuend frischen Seite, die Exotik ist eigentlich nach wie vor recht primär unterwegs, sie wirkt aber in keinster Weise plakativ oder gar parfümiert. Mein Wunsch, bei einem Gemischter Satz die einzelnen Rebsorten zumindest etwas zuordnen zu können, bleibt weiterhin unerfüllt, aber die meisten der bekannten Sorten kenne ich in reinsortig überhaupt nicht und was die unbekannten Sorten angeht… Dennoch -oder gerade deswegen?- ein höchst interessanter wie eigener Wein aus der österreichischen Bundeshauptstadt, der sowohl zum Essen denn auch als Solist eine wunderbare Figur abgibt.
Wertung am ersten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: mittlerweile scheint es so, als ob der Grüner Veltliner die Führung klar übernommen hätte, der Wein wirkt heute fast "normal", wenn man mal von ein paar grünen Gummibärchen bester Art (fast wie Waldmeister) absieht. Immer noch ein außergewöhnlich guter Wein mit einer nicht mehr ganz so außergewöhnlichen Aromatik, deshalb ein minimaler Einbruch aus meiner Sicht, ich könnte mir aber vorstellen, daß das so mancher etwas anders sieht...
Wertung am dritten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25 |
| Trinkreife: |
trinken oder lagern |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2026/08/24/was-ist-typisch-am-wiener-gemischten-satz/ |
| Link 2: |
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| Link 3: |
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