Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 03.07.26 20:57

Bezeichnung: Sauvignon [blanc] - De Silva - Südtiroler DOC
Winzer/Produzent: Peter Sölva
Land / Region: Italien - Südtirol
Jahrgang: 2016
Typ: Weißwein
Rebsorte: Sauvignon blanc
Alkohol (Vol.%): 14
Verschluss: sonstige
Weitere Angaben: DIAM 10-Verschluß, L 11071
Preis: 17,5 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 03.04.2018
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 03.07.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 15.01.2024:

Im Glas ein leuchtendes, leicht schwefeliges Goldgelb, den Riechkolben erreicht ein gelb-grüner Fruchtmix aus Stachelbeere und Mirabellen, gut gekräutert mit Estragon, Minze und Zitronengras, schon hier recht kantig-frisch anmutend. Schmeckt dann auch hochfrisch, wobei hier die genannten Kräuter die Pole übernehmen, dann schlägt die klare, straffe Säure zu, erst anschließend macht sich die Frucht ans Werk, die hier noch um Pomelo und Limette ergänzt wird und mit ordentlich Extrakt unterwegs ist, es resultiert daraus aber kein primärer Süßeeindruck, der die Trockenheit dieses Wein in Frage stellen würde; untendrunter das berüchtigte Gebirgsbachbett. Auch im sehr langen Finale sind die Kräuter vorndran, ohne dabei plakativ zu wirken, der Extrakt wird auch hier durch die straffe Säure gut gepuffert.

Beim Sauvignon blanc spricht man ja gerne von "laut" und "leise", Ersteres hat wohl die eher auf der grünen, oft auch grasigen Seite angesiedelten Neuseeländer zur Benchmark. "Leise" ist dieser SB nun nicht gerade, aber die eher kantigen Bestandteile werden insbesondere durch den gelben Fruchtextrakt schön in Balance gehalten, was jetzt nicht in erster Linie die Harmonie, sondern eher die Spannung befördert; hier schließt jedoch das Eine das Andere dennoch nicht aus und so bewegt sich dieser Wein für mich im aktuellen Stadium zwischen den SB-relevanten Welten, sprich: zwischen NZ und Loire. Wobei: blind hätte ich möglicherweise eher auf die diesbezüglich zwar international nicht ganz so renommierte, aber dennoch ebenfalls sehr feine Südsteiermark getippt...

Wertung vom 15.01.2024: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 03.07.2026:

Am eigentlich vorgesehenen Verwendungstag war die Nase recht apart, aber gaumal tat sich dann ein selbst für meine Verhältnisse extrem garstiges Eisenbitterchen auf, das jeden Genuß im Keim erstickte. Also offen zurück in den Cooling-Schränk und auf ein Neues am nächsten Tag:

Im Glas ein helleres, leuchtendes Goldgelb, fürs Näschen gibt’s eine einladende, schön erwachsene Sauvignon-Aromatik mit Jostabeere, sehr reifer Karambole und einer recht feinen Kräuterspur mit vorwiegend Thymian und Oregano. Geschmacklich gesellt sich noch eine leicht fermentierte Limette hinzu, die Säure ist sehr klar und frisch, bodenseitig wirkt’s gebirgsbachig mit leichter Glimmerspur, aber das unangenehme Eisenbitterchen des Vortags ist zum Glück komplett verpufft! Vom Abgang hat man ziemlich lange was, hier zeigen vor allem die Kräuter, was sie können, einerseits fein, aber doch auch mit ein bißchen Kante.

Letztlich dann doch noch ein recht schön angereifter SB, dem man seine 10 Jahre auf dem Buckel überhaupt nicht anmerkt, übrigens auch die immerhin 14 Umdrehungen nicht! Er bewegt sich stilistisch zwischen den Extremen der grasigen Neuseeländer und den mehrheitlich gelbaromatischen Loire-Sauvignons mit entsprechender Reife. Das findet man durchaus öfter in Südtirol, wenn man den Weinen genügend Zeit gibt. Paßte sehr schön zum Pimiento-dominierten Abendessen! Zum „3er“ wie bei der Erstbegegnung reicht’s aber heute knapp nicht, vielleicht einfach Tagesform…
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/07/03/sb-zwischen-den-welten/
Link 2: -
Link 3: -
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