Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 01.11.25 20:38

Bezeichnung: Silvaner - Freiraum - trocken - Qw
Winzer/Produzent: Rainer Sauer
Land / Region: Deutschland - Franken
Jahrgang: 2017
Typ: Weißwein
Rebsorte: Silvaner
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: AP 4407 017 18
Preis: 12,94 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 08.12.2018
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 01.11.2025
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 04.01.2024:

Ein leuchtendes, leicht giftiges Goldgelb im Glas, für den Riechkolben gibt's extraktreiches, frisches, kühles Steinobst mit Mirabellen und Nektarinen, aber auch Kaktusfeigen und Zitronat spielen mit, minimalst basaltig. Am Gaumen merkt man dann deutlich, daß dieser Silvaner nicht "fränkisch trocken" ist, sondern sich eher an der oberen Grenze der Trockenheit entlanghangelt, der Restzucker ist jedoch ganz gut integriert, jedenfalls klebt nichts; die Säure ist straff und klar, fruchtseitig eine Weiterführung des nasalen Einstiegs, etwas kräuteriger Kalk als Basis. Abgangsseitig ist der leicht kabinettige Eindruck am deutlichsten präsent, auch hier ist die Restsüße sehr gut integriert, im Finale trumpft das Zitronat auf.

So gut das Süße-Säure-Spiel hier an sich gelöst ist, so wirklich warm werde ich mit dieser doch eher halbtrocken anmutenden Spielart des Silvaners nicht, denn um wirklich Kabi-Spannung aufbauen zu können, müßten für meinen Geschmack deutlich mehr Agrumen und weniger Steinobst im Spiel sein. Ich kann mir zwar gut vorstellen, daß das auch eine Menge Freunde findet, mir persönlich wäre der "Freiraum" mit weniger Zucker jedoch deutlich lieber...

Wertung vom 04.01.2024: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

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Verkostung vom 01.11.2025:

Ein sehr helles Goldgelb im Glas, nasenmäßig gibt’s ziemlich intensive, anfangs fast grelle Frucht mit klarer Williams-Christ-Birne, nicht ganz reifer Mango sowie etwas Zuckerrohr, nach einiger Zeit normalisiert sich das etwas und die allzu primären Noten verabschieden sich. Am Gaumen gesellt sich etwas Pampelmuse dazu, der Extrakt steuert einiges an Süßegefühl dazu, vermutlich liegt auch der Restzucker über der Fränkisch-trocken-Grenze, klebrig wird’s aber nicht; die Säure ist stramm genug, das Ganze noch im animierenden Bereich zu halten, unter der vielen Frucht schimmert’s leicht kalkig durch. Auch der recht lange Nachhall setzt voll auf die Fruchtschiene und vermeidet die Zuckerschwanzigkeit so grade.

Solche arg fruchtbetonten Weine sind ja nicht (mehr) so meine Baustelle, aber die Gratwanderung zwischen Plakativität und Ernsthaftigkeit ist im aktuellen Stadium schon gekonnt, vor allem präsentiert sich das heute deutlich „runder“ als noch vor knapp zwei Jahren. Mit seiner doch deutlichen, aber erstaunlicherweise mich aktuell nicht anstrengenden Süßestruktur paßte der „Freiraum“ recht gut zum leicht scharfen Spitzkohl mit Ssamjang, solo fällt er jedoch etwas ab. Zeigt übrigens aktuell keinerlei Reifenoten und könnte vermutlich noch eine ganze Reihe von Kellerjahren wegstecken. Da ich sowas doch häufiger zur Befriedigung meines näheren Umfelds gebrauchen kann und ich nunmehr etwas versöhnter mit dem Wein bin, erhöhe ich zum „2er“…
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/11/01/frankisch-halbtrocken/
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