Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 30.03.26 11:09

Bezeichnung: [Palomino] - Palo blanco - Vinos Atlánticos
Winzer/Produzent: Envinate
Land / Region: Spanien - Islas Canarias
Jahrgang: 2020
Typ: Weißwein
Rebsorte: Palomino
Alkohol (Vol.%): 11,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: L-2020
Preis: 31,9 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Zwei in Zwanzig - 08.04.2022
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25
Preis / Genuss: schlecht
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 29.03.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 20.10.2023:

Farblich befinden wir uns deutlich im Messingbereich, geruchlich gibt's vorndran sehr sekundäre Yuzu mit hohem Albedoanteil, aber auch Mandarine schwingt ein bißchen mit, weiters einige, leicht süßlich anmutende Gerbstoffe. Das Ganze überrascht dann mit gefühlten 20 Gramm Säure je Liter, fast Yuzu pur mit leichten aromatischen Beigaben diverser oranger Agrumen plus der schon erwähnten Gerbstoffe, steinseitig gibt's einerseits Kalk, andererseits aber auch VA-Naßschliff. Der Abgang ist dann superklar und hyperfrisch, die strahlende Säure stellt sich klar in den Vordergrund, läßt die vorgenannten Aromen aber in ausreichender Form mitspielen.

Solch einen Säurehammer hätte ich jetzt von der Atlantikinsel nicht erwartet, paßte aber erstaunlich gut zum Rotbarschfiletchen; bei aller Säuredominanz und Klarheit sowie der eigentlichen Monothematik auf der Aromenseite ist das ein hocherfrischendes und vor allem nicht leeres Getränk, das insbesondere aufgrund seiner kompromißlosen Struktur punkten kann. Aufgrund des "ned nix"-Preises nicht unbedingt ein "3er", aber dennoch qualitativ weit mehr als ordentlich!

Wertung vom 20.10.2023: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 29.03.2026:

Visuell ein dunkleres Messing, fürs Näschen gibt’s in Zeitungspapier eingewickelte, gelbe Trockenorangen (bzw. in feuchtem Keller gelagerte), jedoch im guten, wenn auch ungewöhnlichen Bereich angesiedelt; schon hier die Ankündigung einer deutlichen Säurelast. Am Gaumen bleiben von Papier und / oder Keller nur noch Oberschwingungskanten übrig, die Säure zeigt hier auch heute, wo der Hammer hängt, ihr steht zwar nur wenig, weil sehr reduzierte Frucht in Form von gelber Orange, Zitrone und Kaktusfeige gegenüber, allerdings sorgt etwas rauchig-basaltisch-zementige Mineralik für einen guten Gegenpol, sogar etwas karge Floralik ist vernehmbar. Am (weiß-) rauchigsten ist dann der ordentlich lange Abgang, der bei aller Purheit dennoch recht mundwässernd wirkt.

Nach wie vor ein Wein, der ein bißchen weh tut, quasi das pure Gegenteil eines „Schenkelspreizers“ (soweit man das auf Wein übertragen kann…), jedenfalls ziemlich sicher nicht mehrheitsfähig. Ist auch tatsächlich knapp vor der Grenze, was ich mit Genuß trinke, aber hier funktioniert’s noch sehr schön, auch wenn’s immer noch nicht zum „3er“ reicht, da würde ich mir noch etwas mehr Gleichmäßigkeit bzw. weniger Einzeldominanz bei den Ausschlägen der einzelnen Aromengruppen wünschen.
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/03/30/wo-der-saurehammer-hangt/
Link 2: -
Link 3: -
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