Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 12.08.25 19:31

Bezeichnung: Chardonnay - "S" - trocken - Qw
Winzer/Produzent: Seeger
Land / Region: Deutschland - Baden
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Chardonnay
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: AP 620 25 16
Preis: 22 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 09.08.2017
Bewertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 12.08.2025
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 17.10.2023:

Den Äuglein bietet sich ein strahlendes Goldgelb, nasal dann tatsächlich ein recht dominanter Holzeinsatz mit leicht süßlichen Exoten wie Teak und Mahagoni, dahinter reifes und doch irgendwie frisches Steinobst nebst Kaki. Auch geschmacklich ist das Holz klar prägend, trotz kompletter Trockenheit auch hier das etwas süßlich wirkende Tropenholz plus etwa 20 % Essigbaum ohne jegliche Störstoffe, dann die sehr klare und schön austarierte Säure, in dritter Reihe die hier äußerst würzige Frucht, darunter assoziativ -wahrscheinlich durch den Holzeindruck verfälscht- einiges an Rotlage mit ein bißchen Schiefer (was es so in natura in Leimen und Heidelberg eher nicht gibt, ist meines Wissens nach alles Lehm auf Muschelkalk). Beim recht langen Abgang kommt holzseitig noch etwas Malz dazu, es läßt aber insgesamt der hier ziemlich sekundären Frucht etwas mehr Raum, die Säure animiert auch solo eindringlich zum nächsten Schluck!

Ich sage mir ja recht häufig, daß holzlastige Weine an sich nicht so meine Baustelle sind, genauso, wie ich bei der Musik hauptsächlich im modalen bis experimentellen Jazz unterwegs bin. Ab und zu gönne ich mir akustisch aber auch mal was Härteres, das sogar aus der Metal-Ecke kommen kann und so findet dann auch manchmal ein Holzinger mein Wohlwollen. Allerdings muß das dann schon recht gekonnt sein, meine Erfolgsquote bei den Barriquingern liegt vermutlich irgendwo < 10 Prozent, insofern schon ein außergewöhnlicher Wein für mich, wenn auch nicht für jeden Tag.

Wertung vom 17.10.2023: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 12.08.2025:

Visuell ein dunkleres Goldgelb, kurz vorm Altgold, nasenmäßig gibt’s vor allem Holz, bestehend aus meerrettichgeschwängerter Buche und Teak sowie etwas hellerem Tabak, dahinter tummelt sich ein bißchen Steinobst. Geschmacklich dann auch vor allem Holz in gekonnt, aber eben viel, hier etwas mehr Holzexotik als beim Bukett, auch Muskatblüte sowie etwa ein gefühltes Viertel an Grünholz; Frucht gibt’s so gut wie gar nicht, die Säure ist gut austariert, steinseitig denke ich an Lehm sowie ein bißchen Glimmer, welcher für ein leichtes Bitterchen sorgt. Auch beim mehrminütigen Abgang gibt’s in erster Linie Holzaromatik, hier sind die Bitterchen noch mehr ausgeprägt, nicht nur vom Glimmer, sondern auch grüner, vegetabiler Natur.

Zu den gegrillten Rippchen paßte das ganz gut, danach wird’s dann aber doch leicht garstig, obwohl das Holz nach wie vor durchaus nicht grobschlächtig unterwegs ist, auch wenn’s dominant ist. Ich hatte ein bißchen darauf gehofft, daß sich die Balance von Holz zu Frucht etwas harmonisiert, ist aber leider (noch?) nicht passiert. Altersmäßig zeigen sich aktuell keine Hinweise, daß es mit dem Chardonnay schon bergab gehen würde, ich habe aber keine konkrete Vorstellung davon, wo die Reise in den nächsten Jahren noch hingehen könnte, eine weitere Flasche zur Verifizierung habe ich leider nicht. Für jemanden, der den etwas holzlastigeren Weinen aufgeschlossener gegenüber steht, ist das sicher nach wie vor attraktiv, mir ist das nunmehr doch einen Tick zuviel des durchaus Guten…
Trinkreife: jetzt trinken
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/08/12/manchmal-mus-es-metal-ahh-holz-sein/
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