Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 16.08.25 15:52

Bezeichnung: Crème de Riesling - Pet Nat suche bìle - Perlive víno - Moravske zemské víno
Winzer/Produzent: Dobrá Vinice
Land / Region: Tschechien - Moravia
Jahrgang: 2020
Typ: Schaumwein
Rebsorte: Riesling
Alkohol (Vol.%): 12
Verschluss: Kronkorken
Weitere Angaben: CRRR 1968-20
Preis: 15,99 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 29.09.2023
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 15.08.2025
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 16.10.2023:

Farblich ein leicht angetrübtes, dichteres Goldgelb, sehr verhaltene Perlage mit Feinstbläschen, die aber beständig die Mundhöhle bekribbeln. Riecht satt frisch nach Limetten-, Pomelo- und Zitronenzestenextrakt, dazu ein leichter Stinker, der sich auch hartnäckig hält, bleibt aber auf der (mich) animierenden Seite. Am Gaumen geht's mit Zugabe von Bilimbi so weiter, der verjusigen Säure steht kein Gramm Speck gegenüber, etwas Zitronengras auf der Kräuterseite, ein Hauch (Kräuter-) Salz noch, sauerer Kalkschaum fällt mir zur Steinseite ein. Der Minutenabgang lebt dann auch von diesem reduktiven Zestenkonzentrat, im Finale dann auch Albedo von Pomelo und Limette.

Krasses Zeuch! Nix für Weicheier, denn dem Nullzucker steht eine Mördersäure gegenüber, die sicher nicht jedermanns Sache ist, und die grünzitrische Reduktivfrucht ist bestimmt auch nicht mehrheitsfähig. Wenn man aber mit solch fordernden Schäumern generell auf Du ist, sollte man sich das nicht entgehen lassen.

Wertung vom 16.10.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 15.08.2025:

Visuell schon ein deutlich angedunkeltes Goldgelb, eher verhaltener, ultrafeiner Blubber mit hoher Ausdauer. Die Nase bekommt zuerst einiges an volatilem Säurenebel ab, dann pure Etherik von Pomelo, Limette und Pampelmuse, minimal auch Krautwickel. Am Gaumen wird die Agrumenetherik noch um Tamarinde und Bilimbi ergänzt, die krasse Säure ist recht verjusig, ein paar sehr belebende Kräuter ergänzen die mineralische Seite mit gelöschtem Kalk. Auch der mehrminütige Abgang ist äußerst etherisch-frisch und dabei so kompromißlos, daß die meisten Leute hier sicher bereits längst ausgestiegen sind.

Ich finde solche kantig-fordernden Sachen ja generell recht schön, aber solche Extremisten wie diesen kann ich auch nicht jeden Tag verklappen. Heute jedoch paßte das wunderbar zum ebenso extremen Wetter und hat mir dabei extrem viel Freude gemacht. Deshalb ist meine erneut recht hohe Wertung auch stark situationsabhängig und würdigt vor allem die aus meiner Sicht -heute- perfekte Struktur, im Rahmen einer Reihenverkostung mit komplexeren Sachen sähe das vermutlich ein bißchen anders aus. Aber Objektivität ist beim Wein ja nicht meine Stärke…

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: ein bißchen was war noch übrig, der gestern schon nicht soo üppige Blubber hat sich aber erstaunlich gut gehalten. Immer noch ein recht fordernder Schaum, aber die Agrumen haben sich etwas zur orangen Seite hin entwickelt, wirkt nun auch leicht stoffiger. Eine durchaus vielversprechende Entwicklung! Wenn ich's erwarten kann, warte ich mit der nächsten Flasche noch zwei Jahre...
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/08/15/forderschaum/
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Link 3: -
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