Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 15.05.26 19:36

Bezeichnung: Blaufränkisch - "R" - trocken - Qw
Winzer/Produzent: Seeger
Land / Region: Deutschland - Baden
Jahrgang: 2014
Typ: Rotwein
Rebsorte: Blaufränkisch
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: AP 620 34 16
Preis: 27,5 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 09.08.2017
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 15.05.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 07.08.2023:

Farblich ein minimal angebräuntes, dunkles Rubinrot mit geringer Transparenz, fürs Näschen gibt's recht warme Holzkirschen und -zwetschgen, Totholz, dunkler Tabak und Steinpilze spielen da mit. Am Gaumen dann macht sich auch die kühle Seite des Weins bemerkbar, die recht potente Säure bildet zusammen mit ein paar Blutorangensprengseln sowie etwas roter wie schwarzer Johannisbeere einen straffen Gegenpol zu den etwas dicklicheren Aromenbestandteilen, einige leicht kantige Tannine sorgen für etwas Adstringenz, auch die Steinbasis wirkt recht bläulich-kühl. Beim Mehrminüterabgang kommen sogar noch ein paar grüne Agrumen dazu, was die Spannung noch erhöht; im Finale dann erscheint das nasal noch recht reife Steinobst ziemlich frisch, fast noch etwas unreif, was dem Wein jedoch nicht zum Nachteil gereicht.

Nach dem vor gut zwei Jahren probierten 14er Spätburgunder-GG aus gleichem Hause nun erneut ein sehr spannender und nun auch wirklich angekommener Kaltjahr-Rotwein, der bei aller Coolness nicht über Substanzlosigkeit klagen muß, sondern die Gunst der Stunde nutzt, um ordentlich am Spannungsregler zu drehen.

Wertung vom 07.08.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 15.05.2026:

Visuell ein dunkles Rubinrot mit minimaler Bräunung, nasenmäßig gibt’s geholzte, frische Kirschen und Pflaumen, wobei das Holz leicht geteert daherkommt, ansonsten zeigen sich dunkler Tabak und Morcheln, minimal auch Totholz. Gaumal wirkt die Frucht saftiger und auch etwas kompottiger als angekündigt, hat dafür aber auch ein paar frische, schwarze Johannisbeeren sowie eine erfrischende Blutorangenspur parat; eine feine Tanninspur sorgt für eine Minimalstadstringenz, das Holz zeigt sich von einer recht kühlen Seite, etwas Eisen und Teer sind da nicht ganz unschuldig; die Säure sorgt für hohen Trinkfluß trotz des recht prägenden Holzes, bodenseitig assoziiere ich einen kühlen, vielleicht schieferhaltigen Ackerboden. Dann ein mehrminütiger Nachhall, bei dem’s leicht erhöht adstringiert, die Frucht wirkt hier etwas mürber, im Finale dann wieder Eisen und Teer in höchst angenehmer Dosierung.

Bei den ersten Schlucken dachte ich noch, daß ich den Wein aufgrund der etwas garstigeren Mineralik zurückstufen müßte, aber im Laufe von gut einer Stunde harmonisiert sich das deutlich, ohne an Spannung und Kante zu verlieren. Das Cool-Climatige wurde hier äußerst animierend umgesetzt, vor allem weist der Wein kein kühles Substanzloch auf, auch das coole Holz macht nach etwas Anlauf viel Freude. Das paßte heute wunderbar zur Pizza, selbst der Gorgonzola wurde vom BF souverän verdaut.
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/05/15/angekommener-kaltjahr-bf/
Link 2: -
Link 3: -
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