Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 21.07.26 20:36

Bezeichnung: Blaufränkisch - trocken - Qw
Winzer/Produzent: Die Winzerei - Harald Pairits
Land / Region: Österreich - Burgenland
Jahrgang: 2020
Typ: Rotwein
Rebsorte: Blaufränkisch
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: Setzt sich aus 3 gebrauchten Fässern zusammen, 2 aus dem Zemendorfer Steingraben (Rosalia) und eines aus dem Schützener Goldberg (Leithaberg). D.h. aus 2020 gibt es keine Lagenweine (Salvatore und Goldberg), LN23949/22
Preis: 7 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 06.05.2023
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 21.07.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 21.06.2023:

Fürs Auge ein leuchtendes Rubinrot mit leicht violetten Rändern, mittlere Transparenz, riecht nach hellschwarzen Kirschen, saftig und ernst zugleich, dazu auch einige feinwürzig-etherische Noten. Schmeckt dann auch einerseits monothematisch kirschig, durch die bereits erwähnten etherischen Beigaben nebst einer Spur Talcum incl. Feinstpelz aber auch hier sehr seriös unterwegs, eine sehr klare und straffe Säure sorgt ausgiebig für Trinkfluß, läßt dem Wein jedoch einiges an Samtigkeit. Der ausufernde Abgang wärmt ein bißchen, was jedoch nicht an den 12,5 PS unter der Haube liegt, die Kirschseite wird hier etwas dunkler und auch reifer, im Finale dann eine Art leichte Kirschessenz auf assoziiertem Glimmer und Kreide.

Tatsächlich ist dieser BF an Ausdruck und Finesse klar unter den mir bekannten "Salvatore" und "Goldberg" einzuordnen, dennoch bekommt man hier einen weit mehr als ordentlichen BF ins Glas, der PLV-mäßig nichts anderes als das Attribut "großartig" verdient. Auch wenn der Winzer doch z.B. einen 20er "Salvatore" geschaffen hätte, um ein paar Euronen mehr wäre auch dieser Wein vermutlich noch mehr als beachtlich hinsichtlich der Preis-Genuß-Relation. Dennoch schaltet er hier einen Gang zurück, um seine eigenen Maßstäbe nicht zu verbiegen und nimmt dabei auch einen entsprechenden Mindererlös in Kauf, das macht nicht jeder...

Wertung vom 21.06.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 03.07.2025:

Visuell ein dunkles Violettrot mit geringer Transparenz, fürs Näschen gibt’s herbe, leicht staubig anmutende Sauerkirschen, die von einer ordentlichen wie samtigen Tanninfracht begleitet wirken, dazu eine feine, allerdings etwas undefinierte Kräuterigkeit. Geschmacklich sind wir herb-saftig unterwegs, die Sauerkirschen werden mit etwas Brombeere und schwarzer Johannisbeere fülliger wie kantiger gemacht, die angekündigten Tannine sind butterweich und sorgen dennoch für eine wohlige Miniadstringenz, die Säure ist an sich recht lebendig, wird aber von einigem Kalk nebst Talcum deutlich gepuffert, was die Frische jedoch nicht negativ beeinflußt. Dann ein ebenfalls ganz leicht pelziger Nachhall, der vor allem Kirsche und schwarze Johannisbeere betont, was den Eindruck hier etwas vom Saftigen weg- und zum Herben hinzieht.

So arg weit sind wir von dem, was der „Salvatore“ in guten Jahren bietet, nicht mehr entfernt; hier ist so viel Ernsthaftigkeit im Spiel, daß ich auch bei einem Preis von 15 bis 20 Euronen nicht wirklich gezuckt hätte, denn viele BF dieser doch schon etwas gehobeneren Preisklasse sind deutlich hinter diesem Wein einzureihen. Wenn man ernsthaft was Gleichwertiges in dieser Preisklasse sucht, muß man schon sehr intensiv suchen!

Wertung vom 03.07.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 21.07.2026:

Im Glas ein dunkles Violettrot mit gemäßigter Transparenz, nasenmäßig sind wir einerseits stark sauerkirschlastig, dennoch setzen sich auch Aromenfetzen von schwarzer Johannisbeere und verschämt auch Brombeere in nicht ganz reif in Szene, die Frucht wirkt dabei recht klar, aber doch auch ernsthaft sekundär, feine Großholzanmutung, die mit Luft zunimmt. Am Gaumen wird die geschmeidig-kantige (sic!) Frucht von einer filigran-samtigen Tanninstruktur begleitet, eine kleine, herbe Kräuterigkeit spielt mit; die Säure ist stramm, aber nicht fordernd, steinseitig mutet’s wie eine Mischung aus Rotlage, was Kühlendem sowie etwas Talcum an. Dann ein tatsächlich mehrminütiger Nachhall, der die Frucht von einer angedeutet mürben Seite zeigt, die Mineralik schaut hier mehr zu den kühlenden, fast etwas eisenigen Bestandteilen.

Auch im sechsten Jahr zeigt sich dieser 7 Euronen-BF von seiner allerallerbesten Seite, denn was hier erneut an Ernsthaftigkeit, Komplexität, Spannung und gleichzeitiger Balanciertheit geboten wird, findet man in der Regel nur in der Preisklasse > 20 Euronen. Insofern stellt sich mir erneut die Frage, wie diese Regionen-Assemblage im Vergleich zu den Lagenweinen „Salvatore“ und „Goldberg“ dastehen würde, wenn der Winzer diese in 2020 separat vinifiziert hätte. Den direkten Vergleich innerhalb des Jahrgangs kann ich deshalb natürlich nicht führen, aber so ganz allgemein schrumpft der Abstand zu den lagenrein abgefüllten Weinen klar gen Null, die Lagenversionen könnten wohl die Unterschiede hinsichtlich Mineralik / Kräuterigkeit ins Feld führen, wogegen sich das hier logischerweise etwas vermischt; das ist aber auch alles, worüber man -reichlich theoretisch- moppern könnte. Insgesamt einfach ein hochanimierender Blaufränkisch weit weit ab jeder Banalität, große Freude!
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/07/21/salvatorchen/
Link 2: -
Link 3: -
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