Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 18.08.25 10:04

Bezeichnung: Sylvaner - Sy - Hautnah - Weinberg Dolomiten IGT
Winzer/Produzent: Garlider
Land / Region: Italien - Südtirol
Jahrgang: 2016
Typ: Weißwein
Rebsorte: Silvaner
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Glasstopfen
Weitere Angaben: L18S
Preis: 32 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 13.06.2019
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 16.08.2025
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 15.01.2023:

Der "Sy" präsentiert sich in einem leicht angetrübten Orange, riecht schön orange-naturig nach einem gerbstoffgeladenen Mix aus Bitterorange, Maracuja und Kumquat. Geschmacklich setzt sich das so fort, die recht straffe Säure erlaubt eine leichte Cremigkeit, dazu ein paar samtige Bitterchen aus dem Agrumenbereich, weiters Kalk, Talcum und gelbe Eisensalze als Basis. Abgangsmäßig hat man ziemlich lange was von der Spannung zwischen Säure und reduktiver Frischfrucht sowie der geschmeidigen Gerbstoffseite, im Finale leicht wärmend ohne Brandigkeit.

Christian Kerschbaumer hat uns seinerzeit beim Besuch auf seinem Gut erzählt, daß er sich irgendwo in der Mitte zwischen Klassik und Naturweinszene sieht, die "Hautnah"-Weine als oberstes Ende seiner Qualitäts- und Preispyramide sind zwar schon sehr deutlich weg von der Klassik, aber auch an diesem (Quasi-) Orange ist nichts wirklich Freakiges, auch wenn der "Sy" schon recht eigenständig und genretypisch daherkommt. Sozusagen ein "sauberer" Einsteiger-Orange, der aber qualitativ und spaßmäßig auch für den fortgeschrittenen Freakweinfuzzy keinerlei Abstriche macht.

Wertung vom 15.01.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 16.08.2025:

Visuell ein leicht trübes Bräunlichorange, fürs Näschen gibt’s fermentierte, sekundäre Bitterorangen, saure Mango, Maracuja und Kaki, eine ganz feine Kräuterspur zieht dahinter vorbei, die Fermentationsseite liefert dann auch Anklänge an Früchtetee. Gaumenmäßig dann auch etwas Minneloa leicht zu Lasten der Bitterorange, trotz der agilen Säure wirkt das Ganze aufgrund der feinen Gerbstoffe sehr geschmeidig, aber auch Talcum und Kalk tragen zum Geschmeide bei, kratzen aber nicht an der inneren Spannung, die der Wein hat. Dann ein mehrminütiger Nachhall, der vor allem die orangen Fruchtaromen in Szene setzt, wobei die Bitterorange hier wieder etwas mehr auftrumpft, es bleibt aber die schöne, animierende Balance zwischen Kanten und Samt erhalten.

Auch im neunten Jahr zeigt dieser hautnahe Sylvaner keinerlei Schwächen, auch ethylacetatmäßig gibt’s trotz nicht weniger, auch etherischer, oranger Fruchtaromen keine Hinweise darauf, daß das in absehbarer Zeit mal ins Kleberige abdriften könnte. Das ist nach wie vor hoch eigenständig, weiterhin ohne auf freakige Attribute zu setzen. Die Eigenpositionierung des Winzers zwischen Natur und Klassik manifestiert sich hier in erster Linie dadurch, daß der „Sy“ -abgesehen von der Trübung- keinen der klassischen Weinfehler aufweist, ich ihn aber dennoch als leicht schmutzig im allerbesten Sinne einordnen würde. War jedenfalls ein ganz großer Sylvanerspaß!

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: insbesondere die Mango ist nun in sehr eigener Weise teilfermentiert, etwas Klebezuckeraroma zeigt sich im besten Sinne; mineralischerseits kommt eine leichte Kalisalzspur auf, ein Hauch helles Lakritz spielt noch mit. Sehr schöne Entwicklung auf stetigem Niveau!
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/08/16/natur-zum-hochklassigen-einsteigen/
Link 2: -
Link 3: -
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