Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 14.09.26 17:16

Bezeichnung: Weisswein Cuvée - Same same but different - [trocken] - Qw
Winzer/Produzent: Seehof
Land / Region: Deutschland - Rheinhessen
Jahrgang: 2021
Typ: Weißwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: Cuvée aus 25 % Muskateller, der Rest ist Weißburgunder, Riesling und Sauvignon blanc in nicht bekanntem Verhältnis, AP 4 327 058 07 22
Preis: 8,76 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 30.07.2022
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 14.09.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 08.10.2022:

Farblich ein helleres Messing, nasal gibt's Frühlingswiese mit Löwenzahn und anderen, eher weißen Blumen, auch Estragon, weiters Stachelbeere, etwas nicht ganz reife Ananas und Karambole. Schmeckt dann auch in erster Linie muskatellerig mit ordentlich Wiese bzw. Kräutern, dann die ultraklare, leicht unreife und dadurch auch recht kantig-knackige Frucht, begleitet von einer strahlenden, ungebremsten Säure, unten drunter eine kühl-blaue, leicht herb-bittere Kiesgrundlage. Auch der ausufernde Abgang präsentiert Frische im Überfluß, im Finale ein Kräuter-Overkill.

In den ersten paar Minuten wirkt der "Same same" noch ein bißchen plakativ, aber dann entwickeln sich die genannten Aromen zu einer Parade von glockenklar präsentierten, absolut fettfreien Mitarbeitern, die mit hoher Quirligkeit perfekt zusammenarbeiten. Sehr großer Spaß, ein 21er par Excellence, der sich mit etwas Lagerzeit noch gut steigern könnte, für säureempfindliche Zeitgenossen dürfte der Wein aber zum Problem werden.

Wertung vom 08.10.2022: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 03.05.2023:

Optisch ein helleres Goldgelb, fürs Näschen gibt's recht intensiv und hochfrisch nicht ganz reife Frucht in Form von Holunderblüte, Mirabelle und Reneclaude, aber auch Ananas, Stachelbeere und weiße Johannisbeere, Wiese mit Gelbblumen findet man auch. Am Gaumen geht das so weiter, eine straffe, leicht grünliche, aber nicht unreife Säure stützt den Frischeeindruck ordentlich, ohne dabei ins Kantige zu gleiten; kühle und doch leicht gepufferte Mineralbasis. Auch der gut lange Abgang ist in erster Linie grün ohne Unreife, diese Balance muß man erst mal hinbringen.

Dieser an sich eher einfach angelegte Wein zeigt sich beim näheren Hinschmecken erstaunlich komplex wie gehaltvoll bei geringster "Akademität", quasi unbeschwerter Spaß mit Niveau, ein höchst erfreuliches Getränk mit hohem PLV. Im Vergleich zur letzten Begegnung vor gerade mal 7 Monaten hat sich die Frucht schön entwickelt und ist vor allem (noch) besser ausdifferenziert, sie raubt auch der immer noch potenten Säure ein bißchen den Schrecken der früheren Tage. Insgesamt eine erfreuliche Entwicklung, aktuell aber noch keine Auswirkung auf die Bepunktelung.

Wertung vom 03.05.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 14.09.2026:

Im Glas ein leuchtendes Zitronengelb, nasal ein schöner, dichter Mix aus Frühlingswiese mit vielen Gelbblumen, heller, aber nicht plakativer Frucht wie Kaktusfeige und Mirabelle, weiße Johannisbeere und Holunderblüte spielen auch mit, nur minimal zur sekundären Seite hin entwickelt, Ankündigung einer gewissen Extraktsüße. Am Gaumen wirkt das voll entwickelt, aber nicht reif, eine deutliche, aber gänzlich unaufdringliche Extraktsüße zeigt sich nunmehr wie nasal angekündigt, auf der floralen Seite sticht der Löwenzahn heraus; die Säure ist straff und klar, aber auch minimal samtig strukturiert, schöner, kühler Kalkteppich. Der recht lange Nachhall thematisiert dann mehr Zitrone und Pampelmuse mit einiger Extraktsüße, auch hier wunderbar integriert.

So einfach und unkompliziert der Wein an sich ist, so genial ist er hinsichtlich seiner einfachen und dabei ziemlich perfekten Struktur. Dabei hat er in den letzten Jahren deutlich Substanz aufgebaut, die jedoch den unbeschwerten Trinkfluß nicht beeinträchtigt, hier zeigt sich ein Kabi-Feeling in meinem besten Sinne, wobei der Wein technisch wohl ziemlich trocken ist, jedenfalls hatte ich für meine vorangegangenen Notizen nichts Süßes übrig. Wieder ein 21er, der genau meinen Erwartungen entspricht und der sich hinsichtlich der Entwicklung über die Jahre auch so verhält, wie ich es erhofft habe. Ob ich nochmal so ein Weinjahr wie 2021 (oder 2013, 2010…) erleben darf? Ich spar schon mal…
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/09/14/lauter-speckfreie-mitarbeiter/
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