Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 07.11.25 18:23

Bezeichnung: Scheurebe - trocken - VDP.Gutswein
Winzer/Produzent: Bischel
Land / Region: Deutschland - Rheinhessen
Jahrgang: 2021
Typ: Weißwein
Rebsorte: Scheurebe
Alkohol (Vol.%): 12
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: AP 4 339 159 06 22
Preis: 11,9 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 07.09.2022
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 05.11.2025
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 07.09.2022:

Im Glas ein sehr helles Zitronengelb, riecht recht intensiv nach Zitronenalbedo, Kräuterbeet und einem bißchen grüner Apfelschale. Geschmacklich wartet die Scheu dann mit ordentlich Extrakt auf, wahrscheinlich ist auch der Restzucker etwas angehoben, freien Zucker spürt man aber gar nicht und die Säure zeigt souverän, wer hier der Herr im Wein ist; von der Mineralik her bin ich irgendwie unschlüssig, fühlt sich im weitesten Sinne kristallin an. Der ordentlich lange Nachhall zeigt sich dann von seiner frischesten Seite, weil hier das Zitronen-Apfelschalen-Gespann nochmals zulegt, das Finale lebt dann eher von der Spannung zwischen Säure und Süßeträgern.

Bei dieser Scheurebe ist anscheinend auch etwas mehr Süßstoff im Spiel, um der Säure einen entsprechenden Gegenpol zu bieten; anders als bei der neulich probierten 21er Jülg-Scheurebe ist hier allerdings alles wunderbar im Lot und die Frische wird nicht eingebremst. Großer Scheu-Spaß!

Wertung vom 07.09.2022: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 22.09.2023:

Farblich ein recht helles Strohgelb, riecht nach einer hellgelben Blumenfront mit leichter Zitronenalbedountermalung, dabei keinerlei Parfümiertheit. Geschmacklich setzt sich das so fort, der straffen Säure steht ein bißchen zuckerfreies Zuckerrohr gegenüber, mineralischerseits fällt mir am ehesten Kalk in äußerst gelöscht ein. Der Mehrminutenabgang offeriert dann relativ viel Extraktsüße der unklebrigen Art, auch hier relativ viel Zuckerrohr, dahinter dann die weiß-gelbe Blumenwiese, im Finale dann eine Art saccharosefreies Holundersirup-Zitronatgemisch.

Man könnte jetzt frech sagen, daß das hier ein trockenes Zuckerwasser deLuxe ist, im aktuellen Stadium ist das auch nur ansatzweise scheurebentypisch, was aber nicht heißt, daß ich diesen Wein nicht ernst nehmen würde, er hat sich nur in eine unerwartete Richtung entwickelt. Bin gespannt, wo das noch hinführt, wenn man weiteres Lager zuläßt, aktuell dennoch mit Genuß zu trinken.

Wertung vom 22.09.2023: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

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Verkostung vom 05.11.2025:

Ein recht helles Goldgelb im Glas, einiges an CO2 perlt noch aus; nasenmäßig zeigt sich ein Mix aus Kiwi in grün und gelb, dazu eine Frühlingswiese im Aufbruch. Gaumal kommt fruchtseitig bzw. mit der knackigen Säure noch etwas Pampelmuse dazu, weiters eine leichte Pfefferspur, bodenseitig das berühmte Gebirgsbachbett mit etwas Tuff. Der Abgang erfreut tatsächlich mehrere Minuten lang mit dem recht puren, dabei aber gar nicht primär wirkenden 50:50 Frucht-Blumen-Mix.

Das hat sich mittlerweile höchst erfreulich entwickelt, Frucht, Floralik, Säure und der phenolisch-mineralische Rest sind in wunderbarer wie spannender Balance, der Extrakt bringt eine leichte Süßeanmutung ins Spiel, die die Klarheit des Weins nicht negativ beeinflußt. Vor gut zwei Jahren war mir die Süße noch etwas zu plakativ („trockenes Zuckerwasser deLuxe“) und ich hatte dem Wein solche eine positive Entwicklung gar nicht mehr zugetraut, ich bin freudig überrascht!
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/11/07/scheu-mit-substanz-und-frische/
Link 2: -
Link 3: -
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