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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 09.11.25 15:22 |
| Bezeichnung: |
Gelber Muskateller - [Sulzfelder Maustal] "Nunn" - trocken - Landwein Main |
| Winzer/Produzent: |
Zehnthof Luckert |
| Land / Region: |
Deutschland - Franken |
| Lage: |
Maustal (Sulzfeld - Franken) (in weinlagen.info) |
| Jahrgang: |
2019 |
| Typ: |
Weißwein |
| Rebsorte: |
Gelber Muskateller |
| Alkohol (Vol.%): |
12 |
| Verschluss: |
Schraubverschluss |
| Weitere Angaben: |
24 Stunden Maischestandzeit, Spontanvergärung im 700 l-Holzfaß, wobei 20 % ganze Beeren mit ins Faß wanderten, danach gut ein Jahr Hefelager mit Bâtonnage, das Ganze dann auch noch ungeschönt, ungefiltert und ungeschwefelt.
Los-Nr.: 1/20 |
| Preis: |
21,5 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Weinentdeckungsgesellschaft - 18.06.2021 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25 |
| Preis / Genuss: |
gut |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
27.09.2025 |
| Eingetragen von: |
EThC
... geändert von EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Verkostung vom 19.06.2021:
Farblich ein helleres Zitronengelb, leichter Restbizzel. Riecht nach sekundärer Blumenwiese und reifen Kaktusfeigen, dezentes Großholz, die Intensität nimmt mit Luft deutlich zu. Schmeckt dann auch so, trotz aller Intensität bleibt die Leichtigkeit aber erhalten, plakativ bzw. parfümiert ist hier gar nichts, recht schön balancierte Säure, die einerseits für Frische sorgt und andererseits auch etwas elegante Noblesse zuläßt. Der schön lange Abgang repetiert das Ganze nochmals recht schön, das Finale konzentriert sich dann mehr auf das Blumenkonzentrat ohne Sättigungswirkung.
Einerseits ist der Muskateller hier klar erkennbar, an dem Wein ist auch nichts Freakiges, was man schon aufgrund der Schwefelfreiheit erwarten könnte. Hier wurde die Sorte einfach auf die elegante und auch recht edel wirkende Seite geholt. Kein lauter Brecher, der gleich Jubelstürme auslöst, eher ein Wein, dessen Qualitäten man ein bißchen rauskitzeln muß, lohnt sich aber...
Wertung vom 19.06.2021: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25
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Verkostung vom 25.04.2023:
Ein mittleres Goldgelb im Glas, nasal eine ziemliche Blumenbombe mit vorwiegend gelben Blüten, die jedoch in keinster Weise plakativ bzw. parfümiert wirkt, dahinter hellgelbe Frucht aus der Ecke Kaktusfeige bis Nashi-Birne, ein, zwei Moleküle von hellem Baumharz noch. Geschmacklich dann auch diese satte Blütenessenz, die trotz aller Präsenz sehr beschwingt daherkommt, die Säure wirkt eher distinguiert, verrichtet ihre Arbeit aber sehr effektiv, steinseitig bin ich bei Talcum und anderen Magnesiumsalzen. Dann hallt's auch noch ewig hinterher, man wird das Blumenmeer kaum mehr los.
Es gibt ja -wie eigentlich überall und für alles- auch im Weinbusiness in D ein Kastendenken auf breiter Front, zur oberen Kaste gehören natürlich der Riesling und der Spätburgunder, vielleicht auch noch ein paar mehr, in der dritten, vierten oder fünften Ebene von oben ist dann der Muscat à petits grains blancs aka Gelber Muskateller angesiedelt. In dieser Kaste nahe oder gleich den Parias genießt man als Rebsorte schon deutlich weniger Grundrechte als die privilegierteren Sorten, so ist es dem GM grundsätzlich verwehrt, beim VDP ein Großes Gewächs zu werden, völlig egal wie gut sein Winzer den Wein aus ihm macht. Das wird mir immer wieder klar, wenn ich Weine bzw. VDP-Weine wie diesen ins Glas bekomme, die qualitativ so "boah" sind, daß sich mir die zwei großen G's geradezu aufdrängen, letztlich steht aber doch nur "Landwein" auf dem Etikett. Konkret ist dieser Muskateller von schlicht großartiger Struktur, er ist leicht und komplex zugleich, ist eindringlich ohne Druck, filigran mit Substanz. Seit der Erstbegegnung hat der "Nunn" aromatisch und substantiell ordentlich aufgerüstet und schafft die 3er-Hürde nunmehr völlig unangestrengt.
Wertung vom 25.04.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
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Verkostung vom 27.09.2025:
Ein minimal trübes Zitronengelb im Glas, nasal gibt’s feine, großholzige Blumen vor heller Frucht, die trotz ihrer Frische keinerlei Plakativität (mehr) befördert, dazu noch etwas Zitronenextrakt. Am Gaumen zeigt sich die Zitrone äußerst geschmeidig mit hohem Albedoanteil, ein Teil davon als Zitronat mit ganz leichter Süßespur; die Säure ist lebendig, obwohl man sie eigentlich fast als mild bezeichnen kann, bodenseitig assoziiere ich Kalk und Magnesiumoxid. Der ellenlange Nachhall holt dann die Floralik wieder deutlich nach vorne.
Der „Nunn“ ist jetzt sehr schön entwickelt, die florale Muskateller-Aromatik zeigt sich von einer recht ernsthaften, dabei nachdrücklichen wie subtilen Seite, damit hebt sich der Wein ganz erheblich von den üblichen Muskatellern ab, auch wenn sie an sich sehr gut sind. Das zeigt sehr schön, was man aus dieser Sorte auch machen kann, wenn man ihr einfach etwas mehr Zuwendung schenkt. Sehr schade, daß das eine Ausnahmestilistik bei dieser Rebsorte ist. Ich habe diesmal ein Pünktchen weniger vergeben als bei der letzten Begegnung vor gut zweieinhalb Jahren, das dürfte aber tagesformbedingt sein… |
| Trinkreife: |
trinken oder lagern |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2025/11/08/sushi-und-wein/ |
| Link 2: |
https://ec1962.wordpress.com/2023/04/25/muskatellerentdeckung/ |
| Link 3: |
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Diese Verkostungsnotiz wurde bisher 539 mal abgerufen |
Bilder:
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