Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 16.06.25 19:57

Bezeichnung: Riesling - Rüdesheim - trocken - Ortswein
Winzer/Produzent: Balthasar Ress
Land / Region: Deutschland - Rheingau
Jahrgang: 2017
Typ: Weißwein
Rebsorte: Riesling
Alkohol (Vol.%): 12
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: AP 31 059 008 18
Preis: 10,09 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 21.01.2021
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 25.02.2023
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 01.02.2021:

Ein helleres und leuchtendes Goldgelb im Glas, nasal gibt's ordentlich braunen Flint, etwas Totholz und Ziegenbart, dahinter kann man dezent einen Mix aus Mandarine und Aprikose erkennen. Am Gaumen wirkt auch zuerst diese Sekundäraromatik prägend, welche jedoch nicht aufdringlich ist, der erwähnte Zitrus-Steinobst-Mix spielt hier ebenfalls die zweite Geige ohne deshalb belanglos zu sein; die Säure ist selbstbewußt distinguiert, darunter roterdebeschmierter Schiefer. Beim äußerst langen Abgang taucht dann auch noch ein bißchen Torf auf, wie ich ihn eher von reiferen Silvanern her kenne, Frucht gibt's hier kaum noch, nur ein paar Mandarinenzesten sorgen für Spannung bis ins Finale.

Dieser Eindruck gilt für eine seit bereits vier Tagen offene Flasche, Rieslinge dieser Gewichtsklasse bieten nach einer solchen Zeit, in der der Flascheninhalt der Umgebungsluft ausgesetzt war, in Regel nicht mehr eine solch expressive und agile Sekundärnotenfront an, wobei ich nicht weiß, wie sich diese beim Öffnen des Schraubers präsentiert hat. Jedenfalls ist das aktuell hochanimierend und für Ortsweinniveau fortgeschritten herausragend. Großer Spaß, vor allem weil ich ursprünglich auch deutlich weniger von dieser (Rest-) Flasche erwartet habe.

Wertung vom 01.02.2021: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 25.02.2023:

Optisch ein helleres Goldgelb, leichter Restbizzel im Glas. Nasal wieder der braune Flint vom letzten mal, ein Hauch Totholz und Schuhcreme, dann aber recht deutlich und zunehmend ein Mix aus Zesten von Mandarine und Orange, changiert dann in Richtung Kumquat. Am Gaumen ist dieser Zestenmix nochmal etwas präsenter, die Mineralik ist hier knapp in der zweiten Reihe angesiedelt und bringt mit der dezenten Alterungsorganik auch eine gewisse Geschmeidigkeit mit, die von der potenten Säure aber gleich und nachhaltig im Zaum gehalten wird. Beim amtlich langen Nachhall wird der Gegensatz zwischen den Reifenoten incl. der Zestenaromatik, die hier am Scheideweg zu einer Wachsfabrik steht, und der jugendlich frechen Säure besonders deutlich.

Diesmal war ich von der Erstöffnung der Flasche weg gleich mit dabei und konnte mich an diesem jugendlich-reifen Riesling erfreuen, der in seiner aktuellen Verfassung ungemein spannend wirkt, weil er die Schattenseiten beider Phasen konsequent vermeidet und sich quasi die Rosinen dieser Weinstationen herauspickt und miteinander vereint. Ich traue mir allerdings keine Vorhersage zu, ob das jetzt noch ein paar Jahre auf diesem Niveau so weitergeht oder ob wir uns nun schon so langsam in den Sinkflug begeben. Aktuell aber immer noch folgende sagenhafte Ortsweinwertung:

Wertung vom 25.02.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 16.06.2025:

Farbmäßig haben wir hier ein leicht gedecktes Goldgelb, fürs Riechgerät gibt’s fermentierten sowie leicht gewachsten Zitruskorb mit Orangen, Minneloa und Yuzu, welcher mal kurz neben dem Heizöltank abgestellt wurde; ein recht dunkelerdiger Hinter- bzw. Untergrund zeigt sich. Am Gaumen ist das Wachsige noch etwas präsenter, fruchtseitig dominiert das Minneloafermentat; die Säure ist schön bemessen, holt den Wein aber trotz aller Frischekomponenten nicht aus der samtigen Ecke, stein- bzw. bodenseitig bestätigt sich die nasale Ankündigung. Beim ziemlich langen Nachhall kommt noch ein Hauch Naphtalin dazu, der den Wein dann schon recht nahe an die Grenze des persönlichen Wohlfühlens führt, sie wird aber nicht überschritten.

Im nunmehr achten Jahr zeigen sich bei diesem Ortswein die typischen Riesling-Alterungsnoten schon recht deutlich, ist zwar noch nicht tankstellengleich, sondern bewegt sich (noch) hauptsächlich im Wachsbereich, aber die allerletzte Flasche werde ich nicht mehr allzu viel älter werden lassen. Ist zwar für mich heute noch recht animierend, da die Organochemie die Fruchtseite nicht wesentlich überdeckt, sondern mehr ergänzt, aber wer nicht ausgewiesener Altweinliebhaber ist, sieht das Ende schon einigermaßen deutlich. Insgesamt nach wie vor ein sehr schöner, meines Erachtens auch in dieser fortgeschrittenen Form aufgrund seiner etwas dunkleren Mineralik recht authentischer Rheingau-Riesling, der seiner Preisklasse -hab ich seinerzeit als Sonderangebot für knapp über 8 Euronen gekauft, regulär wären’s 10 gewesen- alle Ehre macht, theoretisch wäre für sofortigen Genuß ein Nachkauf durchaus noch denkbar…
Trinkreife: jetzt trinken
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/06/16/rest-proband/
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