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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 01.11.25 17:46 |
| Bezeichnung: |
Cabernet Franc - La Renière - Saumur AP |
| Winzer/Produzent: |
Domaine de la Renière |
| Land / Region: |
Frankreich - Loire |
| Jahrgang: |
2018 |
| Typ: |
Rotwein |
| Rebsorte: |
Cabernet franc |
| Alkohol (Vol.%): |
14,5 |
| Verschluss: |
Naturkork |
| Weitere Angaben: |
0,2 g/l RZ, LD18-63 |
| Preis: |
16 Euro je 0,75 l (im Handel) bei K&U - 29.09.2020 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25 |
| Preis / Genuss: |
gut |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
28.10.2025 |
| Eingetragen von: |
EThC
... geändert von EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Verkostung vom 10.12.2020:
Farblich ein zum Violett schauendes Rubinrot mit geringer Transparenz. Riecht nach leicht grünlichen, aber nicht unreifen schwarzen Johannisbeeren sowie einigen Schattenmorellen und später auch Holunder, ein Mittrinker erkannte etwas After Shave, aus meiner Sicht eher grüner Tabak und Lorbeer, was aber tendenziell in die gleiche Richtung geht. Schmeckt trotz seiner 14,5 PS relativ leicht wirkend nach würziger Rotfrucht, dazu wenige, sanft adstringierende Tannine, sehr belebende Säure, anfangs recht distinguiertes Holz, welches mit Luft etwas erstarkt und dann mit leichten Tabak- und Kiefernholznoten auftrumpft, dazu ein eher kühles Steinbett. Auch der Abgang wirkt sehr leicht / beschwingt, jedoch ohne ins Substanzlose abzugleiten; hier etwas geschmeidiger wirkend durch ein bißchen was Kalkmehliges, das Finale ist dann frisch und geschmeidig sowie jodsalzig zugleich.
Ganz großartiger, recht vielschichtiger und vor allem auch hoch fließfähiger CF, der die grünen, aber eben reif grünen Noten perfekt dazu nutzt, den Wein nicht dick werden zu lassen. Da wurde gleich anschließend noch was nachgeordert...
Wertung vom 10.12.2020: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
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Verkostung vom 26.07.2023:
Visuell ein dunkles Granatrot mit einem Minimini-Braunrand, kaum transparent. Geruchlich gibt's ziemlich viel Pflaume von sehr frisch bis leicht gedörrt, dahinter 85er Schokolade und eine Spur Tabak, weiters auch dezent Paprika in halb grün, halb rot, mit Luft wird diese röter, größer und auch etwas schärfer. Geschmacklich ist der Dörranteil höher, was aber nicht ins Kompottige führt, deutliche, dabei recht samtige Tanninfracht, ziemlich lebendige, aber auch elegante Säure, steinseitig eine Art Kalk-Rotlage-Mix, auch hier mit Luft zunehmend frische, nicht unreife und langsam errötende Paprika. Abgangsseitig eine weiter verstärkte Dörrseite, aber auch eine noch potentere Säure als Gegenpol, dazu ein samtiger Microfaserpelz, der mehrere Minuten Freude bereitet.
In den gut zweieinhalb Jahren seit der Erstbegegnung hat sich der Wein gut auf seinem Niveau gehalten (das eine Pünktchen weniger von jetzt würde ich dabei nicht überbewerten...), obwohl mit druckvoller Struktur und 14einhalb PS ausgestattet, verfügt der Wein über einen immensen Flutschfaktor und macht kein bißchen müde.
Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Der Wein erweist sich als erstaunlich stabil, die gestrige VKN bestätigt sich 1:1, allenfalls in Nuancen ergeben sich ein paar Abweichungen, was aber auch der Tagesform des Verkosters geschuldet sein kann. Das thermische Optimum liegt übrigens bei ca. 16...17 °C.
Wertung vom 26.07.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
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Verkostung vom 28.10.2025:
Ein sehr dunkles, kaum transparentes Violettrot im Glas, nasenmäßig zeigt sich eine dichte, dunkle, samtige Frucht mit Heidel- und Brombeere, im Hintergrund etwas Tapenade und mildes Ajvar. Am Gaumen wirken die Beeren einerseits dicksaftig und samtig, andererseits aber auch recht frisch-fluffig, was mit der Tanninkonsistenz korreliert, die potente wie geschmeidige Säure hält das alles wunderbar flüssig; auch hier im Oberschwingungsbereich der schon in der Nase auffällige Tapenade-Ajvar aka reife, rote Paprika-Mix, bodenseitig assoziiert sich Kalk mit schieferigen Einschlüssen. Dann ein mehrminütiger Nachhall, der alles nochmals schön repetiert, im Finale spielen auch ein paar Kräuter aus der Beifuß-Ecke mit.
So ganz generell mag ich ja mittlerweile eher die feineren, leichtfüßigeren Rotweine à la Pinot noir, Trousseau, Blaufränkisch & Co., aber Cabernet Franc hat sich in den letzten Jahren auch eine kleine Nische bei mir erkämpft, wobei die meisten dieser Rebsortenvertreter auch animierende, grünliche Noten im Gepäck hatten. Dieser CF aus dem auch an der Loire warmen 18er Jahr scheint jedoch maximal ausgereift zu sein, was die Paprikanoten leicht in den Hintergrund drängt und die Farbe Grün komplett negiert. Und trotz der immerhin vierzehneinhalb Umdrehungen nebst satter Beerenfrucht trinkt sich das Ganze erstaunlich hemmungslos wie beschwerdefrei. Paßte jedenfalls sehr schön zur abendlichen, fränkischen Brotzeit, bei der ein roter Preßsack der Hauptakteur war… |
| Trinkreife: |
trinken oder lagern |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2025/11/01/samtig-kuhl-von-der-loire-relaunch/ |
| Link 2: |
https://ec1962.wordpress.com/2020/12/13/letzte-runde-vor-dem-einschlus/ |
| Link 3: |
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Bilder:
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