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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 20.08.25 13:51 |
| Bezeichnung: |
Riesling - [Veldenzer Kirchberg] - Big Bamm! - [halbtrocken] - Landwein der Mosel |
| Winzer/Produzent: |
Tiny Winery - Sven Zerwas |
| Land / Region: |
Deutschland - Mosel |
| Lage: |
Kirchberg (Veldenz - Mosel) (in weinlagen.info) |
| Jahrgang: |
2019 |
| Typ: |
Weißwein |
| Rebsorte: |
Riesling |
| Alkohol (Vol.%): |
10,5 |
| Verschluss: |
Schraubverschluss |
| Weitere Angaben: |
10 g/l RZ, 6,1 g/l S, Lot 5/20 |
| Preis: |
14,9 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 10.08.2020 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25 |
| Preis / Genuss: |
akzeptabel/angemessen |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
18.08.2025 |
| Eingetragen von: |
EThC
... geändert von EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Verkostung vom 25.09.2020:
Farblich ein helleres Messing, riecht trotz gerade erst erfolgter Füllung (im August 2020) fruchtseitig schon recht sekundär nach reduzierter Frucht in Form von Mirabelle, weiters Orangenblüten und leicht Pulverdampf sowie Blütenhonig. Schmeckt dann erstaunlicherweise leicht und samtig grünlich nach Reneclauden, ein paar weiße Gerbstoffe, schöne, eher elegante Säure sowie dezente Mineralik, welche sich irgendwie wie eine Mischung aus Schiefer und Speckstein darstellt. Der Abgang ist relativ lang und wieder samtig-elegant, auch hier diese leicht specksteinige Mineralik mit leichter Kräuterbeigabe.
Eher milder und geschmeidiger, fast feiner Riesling der leisen Töne ohne deswegen flach zu wirken, dabei leichte Naturwein-Anmutung.
Verkostung vom 25.09.2020: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25
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Verkostung vom 22.07.2023:
Dem Auge bietet sich ein strahlendes, helles Goldgelb, nasal dann bräunlich warmer Rauch plus tabakiger Flint. Am Gaumen dann recht schmelzig, Säure und flaumige Zitrone sorgen aber für ordentlich Frische, dennoch kommen auch Säurephobiker nicht ins Schwitzen; steinseitig assoziiere ich auch eher eine Art warmen Vulkan. Schön langer, warm-flaumiger Abgang, aber auch hier dennoch ordentlich trinkflußfrisch.
Absolut kein typischer Moselaner, ist irgendwie ein Riesling für Anfänger, der dennoch weit vom Mainstream entfernt ist. Dazu wirkt dieser technisch halbtrockene Riesling sensorisch klar trocken, keinerlei Zuckerschwänzchen erkennbar. Hat sich seit der Erstbegegnung, bei der der Wein gerade frisch abgefüllt war, sehr schön gefunden; mittlerweile aufgrund seiner Eigenständigkeit für mich ein "Basis-3er". Mit dem Nachkauf wird's aber wohl schwierig werden, denn Sven Zerwas hat den eigenen Weinbau leider aufgegeben und arbeitet aktuell als Weinberater für die Bischöflichen Weingüter Trier. Vielleicht sollte ich in der nächsten Zeit mal probieren, ob sich da die Handschrift erkennen läßt?
Wertung vom 22.07.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25
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Verkostung vom 18.08.2025:
Optisch ein helleres Messing, geruchlich zeigt sich ein leicht reduktiver Mix aus teilweise anfermentierten Agrumen mit Yuzu und Pomelo, auch Tamarinde spielt mit, flaumige Mineralik im Anflug, mit etwas Luft kommt dann auch Minneloa auf. Geschmacklich ist die sehr flaumige Agrumik äußerst animierend, da sie von einer strammen, aber auch durch Talcum und Kalisalz gut gepufferten Säure jenseits der Behäbigkeit gehalten wird; etwas Yogi-Tee sowie Reneclaude leisten ihren Beitrag zur Eigenständigkeit, wenn man nach Schiefer sucht, findet man den auch, jedoch in einer ganz eigenen, sehr weich wirkenden Form. Beim mehrminütigen Abgang wirft vor allem die Minneloa noch eine Extraportion Etherik ins Rennen, der frisch-flaumige Gesamteindruck bleibt jedoch.
Dieser Riesling hat sich seit der Erstbegegnung wirklich sehr schön entwickelt, er ist jetzt erwachsen und auf seine Art sehr harmonisch ohne an Spannung einzubüßen. Nach wie vor klar naturig, jedoch aus meiner Sicht völlig fehlerfrei (gemäß der klassischen Weinfehlerlehre), aber halt ganz anders und damit -natürlich- völlig untypisch für die Gegend. Dennoch meine ich, daß man das „Moselige“ durchaus rausschmecken kann, vor allem der perfekt eingebundene Restzucker (wir befinden uns vermutlich im unteren Halbtrockenbereich) weist auf die Region hin, das kann ansonsten selten jemand so gut, daß selbst bei mir Trockenfuzzy kein Breite- und / oder Maskierungsgefühl aufkommt. Sehr schöne Entwicklung, leider gibt’s das Weingut nicht mehr! |
| Trinkreife: |
trinken oder lagern |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2025/08/19/der-vorletzte-mohikaner-relaunch/ |
| Link 2: |
https://ec1962.wordpress.com/2023/07/24/natur-aus-portugal/ |
| Link 3: |
https://ec1962.wordpress.com/2020/10/01/besser-spat-als-gar-nicht/ |
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Diese Verkostungsnotiz wurde bisher 630 mal abgerufen |
Bilder:
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