Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 28.03.26 23:16

Bezeichnung: Neuburger - Exempel - maischevergoren - trocken - Landwein Weinland
Winzer/Produzent: Andreas Gsellmann
Land / Region: Österreich - Neusiedlersee
Jahrgang: 2016
Typ: Weißwein
Rebsorte: Neuburger
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: L 777/17
Preis: 16,95 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 18.05.2020
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 28.03.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 12.06.2020:

Ein leicht trübes Hellorange im Glas, in der Nase recht dichte Floralik in Form von Veilchen und Begonien, leicht Mandel. Am Gaumen deutlich gerbstoffig, verhalten nussig, quasi fruchtfrei, moderate Säure, dennoch nicht zu breit, dazu Talcum und Speckstein. Der Abgang ist ebenfalls geprägt von dieser etwas blumigen Nußigkeit.

Erinnert an einen Chenin blanc von der Loire, dem jedoch etwas die Feinheit bzw. Ausgewogenheit fehlt, deshalb nicht unbedingt ein Nachkaufkandidat für mich, auch wenn der Wein effektiv mit Spaß zu trinken ist.

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

1. Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: in der Nase jetzt um einiges kantiger und weniger floral, jetzt auch salziges Karamell und gedörrte Physalis. Am Gaumen hat die Säure nun deutlich mehr Gewicht, das Nussige weicht dem Salzkaramell, die vormals etwas behäbige Mineralik wirkt fokussierter, wenn auch auf der erdigen Seite. Auch der Abgang hat sich in diese Richtung entwickelt. Ist nun deutlich klarer und spannender, auch eigenständiger!

Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

2. Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: in der Nase jetzt noch mehr Salzkaramell sowie auch etwas Rosmarinhonig und Tabak, leicht Schwarztee mit vielen Buchstaben. Am Gaumen haben die Gerbstoffe samt Adstringenz zugenommen, ist jetzt cremiger geworden, dazu gibt's leicht Baumschwamm und auch ein bißchen weißen Pfeffer. Der Abgang wirkt vor allem wärmer ohne dabei ins brandige abzugleiten. Kleiner Spannungsverlust, dafür Komplexitätszunahme, insgesamt eine schöne Seitwärtsbewegung.

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Verkostung vom 28.03.2026:

Optisch ein leicht getrübtes, dunkleres Kastanienhonigorange, die Farbe fiel mir ein, da der Wein tatsächlich nach dieser Honigart in weitgehend zuckerfrei riecht, dahinter gibt’s allerdings einen dichten, teiloxidierten Trockenfrüchtemix aus Steinobst und Agrumen, ein Hauch Cointreau schwingt mit. Gaumal dann ein enorm spannender Mix aus dieser teiloxidierten Dickfrucht mit leichtem Brandhauch (bei zwölfeinhalb Umdrehungen) und der agilen, dabei nicht deplaziert wirkenden Säure nebst recht kühler, leicht salziger Mineralik. Der mehrminütige Abgang schlägt in die gleiche Kerbe, vor allem im Finale begeistert diese unglaublich feine wie prägnante Salzspur.

Ein Durchmarsch vom „1er“ zum „3er“ innerhalb von bald 6 Jahren ist bei mir zwar nicht so häufig, kommt aber doch immer wieder mal vor. Wobei sich die Entwicklung seinerzeit über 3 Tage schon ein bißchen abgezeichnet hat. Allerdings frage ich mich angesichts solcher Entwicklungen auch, wie belastbar die für den Absatz nicht ganz unrelevanten Bewertungen der ganzen Profis sind, wenn mit einer kurzen Momentaufnahme quasi das Schicksal eines ggf. langen Weinlebens besiegelt wird. Dieser Neuburger macht jedenfalls im nunmehr zehnten Jahr sehr viel mehr Freude als zur knappen Hälfte seines bisherigen Lebens, auch wenn meine Beschreibung -oxidiert, brandig, dick- eigentlich erstmal was anderes impliziert. Aber die Gesamtstruktur ist dann allen Adjektiven zum Trotz äußerst animierend. Für mich zumindest…
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/03/28/drastischer-neuburger-incl-nachtraegen/
Link 2: -
Link 3: -
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