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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 06.08.25 13:41 |
| Bezeichnung: |
Riesling - Westhofener Morstein - «Alte Reben» - trocken - Qw |
| Winzer/Produzent: |
Seehof |
| Land / Region: |
Deutschland - Rheinhessen |
| Lage: |
Morstein (Westhofen - Rheinhessen) (in weinlagen.info) |
| Jahrgang: |
2016 |
| Typ: |
Weißwein |
| Rebsorte: |
Riesling |
| Alkohol (Vol.%): |
13 |
| Verschluss: |
Naturkork |
| Weitere Angaben: |
AP 4 327 058 25 17 |
| Preis: |
19,6 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 15.05.2018 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25 |
| Preis / Genuss: |
gut |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
05.08.2025 |
| Eingetragen von: |
EThC
... geändert von EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Verkostung vom 28.03.2020:
Im Glas ein helles Messing mit leicht rötlichem Touch, gleich nach dem Einschenken eine ultrakrasse Basalt-Flint-Schwefel-Ackerschollen-Nase, die sich innerhalb von ein paar Minuten leicht beruhigt und dann einiger Gelbfrucht im Hintergrund etwas Platz läßt, in erster Linie wird dieser Freiraum allerdings von allerlei Zesten von Zitrone, Limette und Pampelmuse ausgefüllt. Am Gaumen falten sich dann die gelben bis grünen Zitrusspalten und -schalen mit hoher Diversität aus, der Basalt führt die Mineralik an und zieht etwas Tuffstein mit, sehr kernige Säure, dennoch macht sich mit Luft eine kleine relative Breite breit. Der Abgang glänzt mit großer Länge, auch hier trotz knackiger Säure und eigentlich frischer Zitrik was ganz leicht breiteförderndes, was ich hier der Ackerscholle zuschreiben würde.
Schon eine sehr schöne Interpretation dieser Lage, ein bißchen in sich widersprüchlich aufgrund der Säure- / Boden-Spannung; sowas mag ich ja eigentlich sehr, hätte mir aber in diesem Fall die Knackigkeit noch ein klein wenig kompromissloser gewünscht. Mal sehen, wie das Ganze in so ca. 3 Jährchen 'rüberkommt. Und: an die Morsteine der VDP-Nachbarn kommt dieser Riesling zwar nicht ganz 'ran, ist dafür aber auch um einiges günstiger...
Wertung am ersten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25
Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: ja, was soll ich sagen, die gewünschte Kompromisslosigkeit beim Säurespiel ist jetzt eingetroffen, ansonsten paßt die Beschreibung vom Vortag immer noch sehr schön!
Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
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Verkostung vom 13.12.2023:
Im Glas ein sattes Leuchtgold, nasal gibt's ordentlich Gelbfrucht mit Mango, Kumquat und Physalis, umwabert von Basalt und pastösem Schwefel, mit Luft differenzieren sich die Agrumen mehr und mehr, dann auch gelbe und grüne Aromen von Pomelo und Pampelmuse. Das Mundgefühl ist extrem zitrussaftig und bietet die ganze Palette von Zitrone über Limette und Orange bis Mandarine, die Mineralik ist hier eher stützend und doch prägend und erhält noch von etwas Schiefer Unterstützung, dazu eine an sich knackig-kantige, aber dann doch nicht im höchsten Gang fahrende Säure. Dann hallt's frisch und lang, hier geht allerdings die Aromendiversität etwas verloren, die Agrumen der grünen Seite reißen die Pole an sich.
Bei der Erstbegegnung dauerte es einen Tag, bis sich die "3er"-Spannung einstellte, ist das diesmal auch so? Die hierfür erforderliche Mineralik ist zwar da, aber erneut fehlt mir zumindest heute das Kompromißlose ein bißchen, mal sehen, wie sich das entwickelt...
Wertung am ersten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25
Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Die Spannung hat auch dieses mal mit Luft zugenommen, die Säure wirkt klarer, bei der Frucht erstarkt die Zitrusseite etwas und wirkt (noch) differenzierter als gestern. Kommt zwar nicht ganz an meinen überschwenglichen Eindruck der Erstbegegnung ran, in die Dreierriege schafft's der Wein aber auch dieses mal wieder!
Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
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Verkostung vom 05.08.2025:
Ein etwas abgedunkeltes Goldgelb im Glas, kurz vor Honiggelb, geruchsmäßig zeigt sich dann auch eine Mélange aus Bienenwachs und herberem Honig, Distel- und Rosmarin- fallen mir dazu ein, dahinter Fermentat von Yuzu und Grapefruit, feine Großholzanmutung. Geschmacklich dann etwas weniger wachsig als angekündigt, die fermentierten Agrumen sind hier besonders albedolastig, was den gerbstoffigen Eindruck etwas erhöht, hier zeigen sich recht prominent auch warme, weiche, sehr gefällige Bitterchen aus dem Zitrusbereich, ergänzt wird die Fruchtseite auf einer zweiten Ebene noch von Physalis und tatsächlich auch ein bißchen Jostabeere; die Säure ist sehr potent, aber alles andere als vorlaut, mineralischerseits wirkt’s eher ackerschollig mit kühlenden Beigaben, durchaus in Form von VA-Schnitt oder auch Basalt (meinen manche Leute das mit der Nennung von „Morstein-Dreck“?). Dann hallt’s bei mir minutenlang nach, herb-bittere, leicht säuerliche Honignoten sind hier führend, im Finale dann auch leicht frischkohlig im besten Sinne.
Ich hatte mir schon mal gedacht, ich sollte doch ein Wittmann’sches GG vom Morstein gegen die Seehofer „Alte Reben“ verkosten, ging sich jahrgangsmäßig nur leider nie aus. Denn der gefühlte qualitative Abstand ist weit weit geringer als der preisliche, sofern ersterer überhaupt wirklich gegeben ist. Diese Ausgabe ist nun in einem Reifestadium, das mir noch ordentlich Freude bereitet und noch dazu bereits am ersten Tag „voll da“ ist (im Gegensatz zu den früheren Begegnungen), die Riesling-Reifenoten manifestieren sich aktuell nur in gemäßigt wachsiger Form und wirken auf die intensive Fruchtseite eher stützend denn maskierend (natürlich korklottomäßig ohne Gewähr hinsichtlich anderer Flaschen!). Auch ohne GG-Vergleich ordne ich das knapp vor „groß“ ein, was angesichts des Invests von seinerzeit gerade mal knapp unter 20 Euronen in ein schier grandioses PLV mündet. War jedenfalls eine große Freude zum gestrigen Gewokke. |
| Trinkreife: |
jetzt trinken |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2025/08/06/dumping-morstein-nachtrag/ |
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| Link 3: |
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Bilder:
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