Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 14.12.25 19:21

Bezeichnung: Sylvaner - [Gau-Algesheimer St. Laurenzikapelle] - 19-29 - trocken - Landwein Rhein
Winzer/Produzent: Michael Teschke
Land / Region: Deutschland - Rheinhessen
Lage: St. Laurenzikapelle (Gau-Algesheim - Rheinhessen) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Silvaner
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: L-Nr. 1527
Preis: 16,5 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Lobenberg - 17.05.2018
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 14.12.2025
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 27.05.2019:

Die Farbe ist ein leuchtendes Goldgelb, in der Nase einiges an frischer Gelbfrucht wie Guave, Reneclauden, Kaktusfeigen mit einiger Pulpe und etwas Blumentopf, die Früchte holen mit der Zeit deutlich auf. Am Gaumen noch leicht bizzelig, recht kantige, erfrischende Säure, dazu hier in größerem Umfang seifig-bepulpte Steine, später auch Korund; die Frucht -hier eine Mischung zwischen grün und gelb- wirkt trotz aller Dichte irgendwie karg und dadurch auch extrem spannend. Der Abgang ist ziemlich lang, wieder kantig frisch mit Frucht und Mineralik in schöner Balance; im Finale das Bitterchen einer abgefackelten Holzhütte.

Wieder ganz anders als die Sylvaner, die ich von Michael Teschke bisher im Glas hatte, wobei die Unterschiede nicht nur Nuancen sind, sondern schon recht eklatant. Dennoch recht klar ein Teschke-Produkt, sehr frisch, sehr klar, mit leicht polarisierender Mineralik.

Wertung vom 27.05.2019: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 04.03.2023:

Optisch ein leuchtendes Goldgelb, immer noch ganz leichtes Geperle im Glas. Nasal eine flintige Riesling-Nase mit allerlei gelben Zesten (Zitrone, Grapefruit, Ugli), stramme Säureankündigung, dezent etwas Papiermaschine im Trocknerbereich. Auch am Gaumen könnte der "19-29" als Riesling durchgehen, aber der Sylvaner macht sich jetzt doch leicht bemerkbar: eine recht frisch-knackige Williamsbirne kokettiert mit einer Pampelmuse (welche die Birne jedoch mit der Zeit weitgehend verdrängt) und die weiteren oben genannten Agrumen tanzen mit einem Zesten-Spalten-Verhältnis von etwa 1 zu 2 drumherum; die Säure ist hyperfrisch, dabei keck und kühl, aber nicht mehr kantig, eine Mischung aus gelöschtem Kalk, Feuerstein, Korundschleifscheibe und Bachbettkieseln als Basis, etwas weißer Pfeffer schwingt auch noch mit. Der mehrminütige Abgang vermittelt weiterhin den Eindruck grünlicher, aber keineswegs unreifer Frische, im Finale steigt dann der Zestenanteil deutlich an, wobei hier die leicht weißgeräucherte Limette führend ist.

Ich hatte ja schon bei der Erstbegegnung von "klar und frisch" gesprochen, aber mittlerweile ist das diesbezüglich nochmals kompromißloser ohne dabei in völlige Eckigkeit abzudriften. Auf einen Wein aus dem Warmjahr 2015 dürfte nunmehr kaum noch einer kommen, 2013 oder 2014 kämen mir eher in den Sinn. Dieser Sylvaner zeigt auch keine Spur irgendwelcher Alterungsnoten, weder solche, die für die tatsächliche Sorte typisch sind noch solche, die man einem Riesling zuschreiben könnte. Großer Spaß auf Kaltjahr-GG-Niveau!

Wertung vom 04.03.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 14.12.2025:

Farblich ein leicht giftig wirkendes, leuchtendes Goldgelb, nasenmäßig gibt’s einen intensiven Steinobstkorb mit vorwiegend reifem Pfirsich (mit 10 % Dosenanteil), Mirabelle und gelber Pflaume, ergänzt um etwas Kaki und Mango, ein Minihauch Orangenzeste noch. Auch geschmacklich dominiert die genannte Frucht, die leicht ölig daherkommt, sie wirkt auch trotz der Reife noch recht frisch ohne deswegen Primärnoten zu verbreiten, eine Spur Birne spielt noch mit; die Säure ist zwar nicht unpotent, hat aber mit der Fruchtseite einen fast noch potenteren Sparringspartner im Glas; bodenseitig muß man sich ziemlich anstrengen, noch was zu finden, am ehesten würde ich was Lössiges assoziieren. Der Nachhall währt mehrere Minuten und verlagert sich fruchtseitig etwas mehr zur genannten Exotik hin, die Säure wird hier durch eine feine Kalisalzspur unterstützt.

In den letzten zweieinhalb Jahren hat sich die einst noch äußerst belebende, vor allem der Reduktivität geschuldeten Mineralik quasi vollständig verdünnisiert, übrig bleibt ein dichter, reifer, aber keinesfalls alter Fruchtinger, zwar diesbezüglich von nahezu perfekter Struktur, aber mir persönlich fehlt dann leider doch der deutliche Ausschlag in die Mineralik- bzw. Phenolik-Ecke gemäß dem Geschmackspentagramm von Prof. Zierock, deshalb ein Rückfall in die „2er“-Riege, kann aber immer noch mit einem Großteil der Silvaner-Granden -egal ob GG aus Franken oder sonstige, ambitionierte Sachen aus Rheinhessen & Co.- konkurrieren...
Trinkreife: jetzt trinken
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2025/12/14/wieder-anders/
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