Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 22.06.26 15:26

Bezeichnung: Welschriesling - [Eisenberger] Saybritz - trocken - Landwein Weinland
Winzer/Produzent: Weninger
Land / Region: Österreich - Eisenberg
Lage: Saybritz (Eisenberg an der Pinka - Burgenland) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Welschriesling
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: sonstige
Weitere Angaben: DIAM5-Verschluß, L 16-315
Preis: 12,55 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 21.12.2016
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 21.06.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 06.02.2019:

Im Glas ein ziemlich deftiges Goldgelb, sehr gerbstofflastige, weißtanninige, aber auch sehr frisch wirkende Nase mit einigen Schmutzigkeiten wie Hasenstall und Komposthaufen, dazu angegorene Früchte wie Maracuja und Kumquat sowie auch fermentierte zitrische Komponenten, wobei die reduktive Fruchtseite mit steigender Temperatur hier mehr und mehr die Oberhand gewinnt. Am Gaumen kommen auch Sachen wie Earl Grey Tee, Limettenschale, leicht Lakritz und Natriumhydrogensulfat dazu, später auch Torf und verschwitzter Lederkragen. Die Säure ist super balanciert, ganz entfernt schwingt noch was Großholziges mit. Der Nachhall hallt ordentlich lang, hier gibt's die größte Salzfracht, dann Gerbstoffe, dann herbe Frucht, wieder eine tolle Säure und ein leichtes Lakritz- und Teerfinale.

Das ist nun gegenüber dem 12er nochmal ein deutlicher Fortschritt im Hinblick auf die Komplexität, die grundlegende Stilistik ist aber die gleiche geblieben. Möglicherweise der freakigste Welschriesling der aktuellen Weinwelt, für mich eines der Highlights beim Weninger, andere werden da eher den Kopf schütteln...

Wertung vom 06.02.2019: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 21.06.2026:

Ein recht sattes Goldgelb bis Messing im Glas, geruchsmäßig zeigt sich eine leicht reduktive, von sehr schönem, warmen, dezenten wie prägenden Holz (Totholz, Zeder, heller Tabak) umflochtene Frucht, bei der vor allem sekundäre Aprikosen und Kaki im Spiel sind, etwas schwarze Kochbananenschale noch. Geschmacklich dann zuerst Trockensthonig (Thymian-, Salbei-, Distel-), zur Frucht gesellt sich deutlich Salzkaramell, auch hier ist das Holz äußerst schön balanciert und bringt auch ein paar grünliche Noten ins Spiel; die Säure arbeitet sehr effektiv, steinseitig zeigt sich neben erdigen Noten auch was kühl Metallisches in bester Manier. Dann ein langer, salziger Abgang, der die minimal karamellisierte, reife Frucht in den Vordergrund stellt.

In der Runde wurde recht einhellig „Chardonnay“ ausgerufen, und tatsächlich könnte man das meines Erachtens straffrei ins südliche Burgund verorten, allenfalls die leichte Eisenspur gibt Hinweise auf eine andere Herkunft. In den immerhin sieben Jahren seit der Erstbegegnung hat der Wein jegliches Freaktum abgelegt und dabei kein bißchen an Spannung verloren, das würde ich nunmehr eher als „innovative Klassik“ bezeichnen. Der Chardonnay wird ja recht einhellig als „große Rebsorte“ anerkannt, wobei diese in ihrer stilistischen Ausprägung ja doch sehr stark vom Terroir incl. Winzer abhängig ist. Nun haben wir hier einen Welschriesling, der in einer weißen Burgunderrunde ganz sicher nicht untergehen würde, also ist die Sorte in meinen Augen dem Chardo durchaus ebenbürtig, nur macht halt nur eine Handvoll Winzer was Fortgeschrittenes draus. Für mich mit Strakas „3330“ die Benchmark der Sorte, große Freude!
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/06/22/welschmaischling/
Link 2: -
Link 3: -
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