Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 27.08.21 17:38

Bezeichnung: [Cuvée] - Superior - Quinta do Orgal - Douro D.O.C.
Winzer/Produzent: Quinta do Vallado
Land / Region: Portugal - Douro
Jahrgang: 2014
Typ: Rotwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%): 14
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: Cuvée aus ca. 70 % Touriga Nacional, ca. 27 % Touriga Franca und ca. 3,4 % Sousão
Preis: 14,95 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 05.04.2017
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 26.08.2021
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 15.12.2018:

Die Farbe ist ein dunkles und schwer durchschaubares Violettrot, geruchlich gibt's saftige, dicke Brombeeren mit etwas schwarzer Johannisbeere und ganz leicht Aronia, das Holz ist eher dezent in Form von Schnupftabak und Holzteer präsent. Am Gaumen sind zuerst einige Tannine am Werk, die auch für etwas Adstringenz sorgen, der Pelz ist aber sehr geschmeidig; mit etwas Luft kann man das Ganze dann ohne weiteres auch samtig nennen. Die Frucht ist auch hier dick und saftig, wirkt durch die begleitenden Gerbstoffe aber sehr ernsthaft. Die Säure hat alles super im Griff und sorgt dafür, daß der 14-Prozenter widerstandslos konsumiert werden kann. Auch hier ist das Holz eher stützend und nicht vorlaut, dennoch prägnant mit warmen, weichen Holzsorten, also eher Esche und Birke denn Eiche oder Buche. Da es sich hier schon um einen recht gehaltvollen Bruder handelt, muß man nach Steinen eher suchen, wird dann aber durchaus fündig, hauptsächlich assoziiere ich hier aber schweren, roten, frisch gepflügten Ackerboden. Der Abgang taugt für mehrere Minuten, er wiederholt das Gaumenerlebnis fast 1:1, hier bietet sich viel Raum zur Suche nach verschiedenen Aromafetzen, da die Intensität nur sehr langsam abnimmt. Wenn man nur im 10-Minuten-Rhythmus einen Schluck nimmt, hat man dennoch immer das berühmt-berüchtigte "Maul voll Wein", ohne daß es auch nur im Ansatz anstrengend wird.

Vor allem in Anbetracht des Preises großartiger, erdig-trinkiger Wein, der auch ganz am Anfang seiner Karriere schon sehr viel Freude macht. Ich könnte mir vorstellen, daß er seinen Höhepunkt erst in 15 bis 20 Jahren erreicht. Mal sehen, ob ich so lange durchhalte...

Wertung vom 15.12.2018: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 26.08.2021:

Im Glas zeigt sich ein kaum transparentes Rubinrot ohne jegliche Alterungsfärbung, bukettmäßig gibt's einen Pflaumenmix von frisch bis ankompottiert, Brom- und Preiselbeeren spielen auch ein bißchen mit, eher dezentes und doch prägendes Holz in Form von Schnupftabak und Trauben-Nuß-Schokolade, dazu eine an sich unauffällige, aber recht effektive Säure, der Unterbau ist von recht erdiger Struktur ohne ins Schwere abzugleiten. Der mehrminütige Nachhall ist leicht und wohlig wärmend, die Gerbstoffe zeigen sich hier am deutlichsten mit schier unglaublicher Samtigkeit, im Finale ein kaum enden wollender, trocken-süßlicher Mikrofaserpelz.

Nachdem sich ein anfänglich vorhandenes Leichtmetallbitterchen komplett verzogen hat, bleibt ein Wein voller Kraft und gleichzeitiger Geschmeidigkeit übrig, der den Gaumen und alles drum mit Nachdruck bekuschelt, quasi ein Power-Schmuser par excellence. Die Frucht hat sich zwar leicht von der frischeren zur fülligeren Seite hinbewegt, dafür hat sich die Weichheit der Gerbstoffe / Mineralik deutlich fortentwickelt. Stilistisch vielleicht im Ansatz mit so manchen Rhône-Syrahs vergleichbar, aber diese unnachahmliche Erdigkeit ohne begleitende Schwere, das ist für mich rotes Portugal!
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2021/08/27/rote-erde/
Link 2: -
Link 3: -
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