Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 21.12.20 12:08

Bezeichnung: Grüner Veltliner - Getzersdorfer Berg - trocken - 1 ÖTW - Traisental DAC Reserve
Winzer/Produzent: Markus Huber
Land / Region: Österreich - Traisental
Lage: Berg (Getzersdorf - Traisental) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2013
Typ: Weißwein
Rebsorte: Grüner Veltliner
Alkohol (Vol.%): 13,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: "L"N6383/14
Preis: 24,07 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 05.04.2017
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 20.12.2020
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 08.10.2018:

Das Goldgelb im Glas ist recht leuchtend, für die Nase hat der GV vom Fleck weg sehr intensiv Pfirsich, Aprikose und Mirabelle sowie etwas Orangenzeste im Angebot. Am Gaumen fällt zuerst eine eigene Würznote in Form von Kardamom und Sanddorn auf, welche die Frucht umhüllt, einmal hatte ich auch kurz Schwarzwurzel im Sinn. Die Säure ist recht schön ausgeprägt, für ein bißchen Cremigkeit bleibt aber Platz, etwas weißen Pfeffer kann man neben ein paar Specksteinen auch wahrnehmen. Der Nachhall hallt ordentlich, hier kommt erst die würzig-mineralische Seite zum Zug, zum Finale hin trumpfen dann die Früchte nochmal in leicht angecremter, aber nicht breiter Form auf.

Dieser GV ist schon ein eigener Charakter, die mineralisch-würzige Seite jedenfalls hat klare Alleinstellungsmerkmale. Allerdings weiß ich nicht, ob ich das nun als Traisental-typisch werten kann, dazu kenne ich einfach zu wenige Weine aus dieser kleinen Region. Jedenfalls ist ein anderer GV des Hauses wieder ganz anders "anders". Das ändert aber nichts daran, daß dieser Veltliner ein schöner, anspruchsvoller Freudenwein mit Kante und eigenem Kopf ist.

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Die eigene Mineralik zeigt sich heute fast gar nicht mehr, sie ist eher lehmbeschmierten Steinen gewichen. Dafür hat sich die Fruchtseite nochmals etwas intensiviert, der GV zeigt sich dennoch etwas runder, sogar die Säurestruktur hat an Eleganz gewonnen, ohne dabei an Frische einzubüßen. Auch wenn die schöne Kante von gestern wegfällt, gefällt er mir heute sogar noch ein bißchen besser als gestern.

Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 20.12.2020:

Das Glas präsentiert ein helleres Altgold, fürs Näschen gibt's erst mal ein schöne Mischung aus Tabak und Torf, die mich blind vermutlich zu gereiftem Silvaner geleitet hätte; dahinter versteckt sich einiges an gereiftem Steinobst. Am Gaumen setzt sich das so fort, hier zeigt sich eine sehr reife und sekundäre Aprikose sowie auch etwas Mandarinenschale; der Extrakt ist ziemlich "guad beinand" und die Fruchtsüße schabt auch angenehm am Rachen, die schön bemessene Säure sorgt jedoch für geringste Reibungswiderstände, steinseitig zeigt sich ein Hauch herber Schiefer (ob's den da tatsächlich gibt, bezweifle ich, aber: Eisen und Mangan im Kalk-Konglomerat -laut Heimseite des Guts- könnten ein gute Erklärung dafür bieten). Der schön lang hallende Nachhall lebt am meisten von der reifen, tabakdotierten Frucht, wirkt hier am geschmeidigsten ohne dabei an relativer Frische einzubüßen.

Wunderschön angereifter GV, auch wenn er sich aus meiner Sicht nun etwas mehr als Silvaner zeigt, was ich im Wesentlichen den Reifenoten zuschreibe; das typische GV-Pfefferl taucht auch erst nach gut 3 Stunden mit Luft beim Abgang auf. Es gibt nicht mal im Ansatz was zu meckern, außer vielleicht, daß an der ein oder anderen Stelle noch ein bißchen mehr gehen könnte, aber das ist schließlich bei fast jedem Wein der Fall. Hat sich seit der Erstbegegnung sehr attraktiv entwickelt, die leichte Reife steht dem GV äußerst gut, hat das Niveau souverän gehalten.
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2020/12/21/typisch-traisental/
Link 2: -
Link 3: -
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