Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 05.11.23 20:25

Bezeichnung: Silvaner - [Thüngersheimer Johannisberg] - Einsteiger - [trocken] - Qw
Winzer/Produzent: Plackner
Land / Region: Deutschland - Franken
Lage: Johannisberg (Thüngersheim - Franken) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2013
Typ: Weißwein
Rebsorte: Silvaner
Alkohol (Vol.%): 11,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: Restzucker 7 g/l, Gesamtsäure 7 g/l, AP 3055 020 14
Preis: 10,9 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 07.07.2018
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 05.11.2023
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 17.07.2018:

Im Glas ein mittleres Goldgelb mit grünlichen Reflexen sowie einigen Bläschen am Glasrand; die Nase erkennt gleich, daß da kein ganz typischer Silvaner 'rüberkommt, denn zuerst erreicht einen "schwarzer" Flint und eine fast schieferig anmutende, herbe Steinmineralik nebst einiger zitrischer Noten von Zitrone und Limette. Am Gaumen dann deutlich mehr Frucht, aber auch hier herrschen Limette, Pampelmuse und Zitrone vor, die o.a. Mineralik spielt hier auch mit, jedoch in der zweiten Reihe. Die Säure ist sehr frisch und knackig, die Gesichtszüge entgleisen aber in keinster Weise, das Spiel mit dem Fruchtextrakt profitiert noch etwas von dem leichten Kohlensäureanteil. Der ordentlich lange Abgang ist ebenfalls sehr belebend zitrisch, die Steine paaren sich hier auch noch mit einer leicht kräuterigen Note.

In Punkto Frische kann dieser Silvaner ohne weiteres mit einer Reihe z.B. pfälzischer Rieslinge mithalten, und wahrscheinlich hätte ich blind eher auf die deutsche Leitsorte getippt; das (Extrakt-) Süße-Säure-Spiel ist schlicht großartig. "Typisch" ist dieser Silvaner aus meiner Sicht nicht, macht aber gar nichts, denn er macht nicht nur viel Freude, er erstaunt auch hinsichtlich des Widerspruchs zwischen "Technischen Daten" und "erlebter Wirkung", denn gefühlt ist der Einsteiger schon sehr trocken, auch wenn der Fruchtextrakt mit der Zeit einiges an Fruchtsüße ins Spiel bringt. Die Restsüße ist also vorbildlich eingebunden, von "Zuckerschwänzchen" oder gar "Breite" kann man hier jedenfalls nicht mal im Ansatz sprechen.

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

1. Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Die Mineralik hat sich etwas zugunsten eines weißen Pfirsichs zurückgezogen, der gestern noch nicht da war. Da auch die Zitrusfrucht nun etwas weniger präsent ist, hat dies auch einen Einfluß auf die "Gesamtfrische", was der Qualität bzw. dem Spaß im Glas aber keinen Abbruch tut. Schöne Entwicklung auf gleichbleibendem Niveau.

Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

2. Nachtrag nach 48h Stunden mit Luft: Für heute war noch ein guter Rest übrig. Und es hat sich nochmal ziemlich was bewegt: der Pfirsich ist jetzt wieder weitgehend verschwunden, dafür schieben sich prägnant Torf und süßlicher Pfeifentabak in den Vordergrund. Da bin ich mal gespannt, wie sich der Wein über die Jahre noch entwickelt, für heute leg' ich noch ein Pünktchen d'rauf.

Wertung am dritten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 05.11.2023:

Visuell ein leuchtendes Goldgelb, noch etwas Mikroblubber nach dem Einschenken; riecht kühl und knackig nach Flint, weißem Rauch und geschnittenen Blauköpfen, dahinter ist ansatzweise auch Agrumik in Form von Zitrone und vor allem Limette zu erkennen, mit Luft arbeiten sich dann aber Pampelmuse und Pomelo mit deutlichem Albedoanteil nach vorne, ohne dabei den kecken Gesamteindruck aufzuweichen. Schmeckt dann auch ultrafrisch, wobei die anfangs noch vorhandenen Feinstbläschen aus CO2 mehr beleben denn stören, die Zitrusseite bekommt hier klar den Vortritt und hält ordentlich Extrakt bereit, der auch eine leichte Trockensüße verbreitet, im Detail sind Limette, Yuzu, etwas Minneloa, aber auch Spuren von Physalis beteiligt; die Säure ist äußerst agil, die Steinseite lebt in erster Linie von kühlen Kieseln mit Trennschnittspuren, auch ein paar Kräuter aus der Oreganoecke spielen mit. Nachhallseitig sind dann Agrumen und rauchende Steine ungefähr auf Augenhöhe, im Finale dann aber eine Konzentration auf Trennschnitt mit Zitronensäure.

Auch nach 10 Jahren ist dieser Silvaner immer noch jugendlich-knackig-frisch mit nicht einmal einem Ansatz an Silvaner-Reifespuren, die kommen wahrscheinlich wie bei der Erstbegegnung erst mit deutlichem Sauerstoffeintrag. Und mit seiner animierenden Zitrusseite sowie der kantigen Säurestruktur ist das nach wie vor ein in meinen Augen eher untypischer Silvaner, was ihn für mich mehr adelt denn tadelt. Dazu glänzt der Einsteiger mit trinkfreudigen 11,5 PS bei gefühlt komplett trockenem Geschmacksprofil, der analytisch nicht geringe Restzucker versteckt sich professionell. Nach wie vor einer der Ausnahmesilvaner, die mich aus meiner eigentlich fortschreitenden Silvanermüdigkeit wohltuend herausreißen...
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2023/11/05/einsteiger-zum-einsteigen/
Link 2: -
Link 3: -
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