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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 28.11.25 21:43 |
| Bezeichnung: |
Riesling - Laumersheimer - «vom Kalksteinfels» - trocken - VDP.Ortswein |
| Winzer/Produzent: |
Philipp Kuhn |
| Land / Region: |
Deutschland - Pfalz |
| Jahrgang: |
2015 |
| Typ: |
Weißwein |
| Rebsorte: |
Riesling |
| Alkohol (Vol.%): |
12 |
| Verschluss: |
Schraubverschluss |
| Weitere Angaben: |
AP 5 128 037 014 16 |
| Preis: |
12,25 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 19.10.2017 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25 |
| Preis / Genuss: |
grandios |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
27.11.2025 |
| Eingetragen von: |
EThC
... geändert von EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Verkostung vom 04.06.2018:
Im Glas ein deutliches und leuchtendes Goldgelb, ganz leicht perlend. Geruchlich gibt's ordentlich Streichholzschachtelreibefläche, dahinter andeutungsweise, aber doch sehr frisch wirkend Ananas und gelbe Zitrusfrucht. Geschmacklich ist die Zündholzfabrik nicht ganz so dominant, fruchtseitig zeigen sich nun etwas deutlicher Zitrone und Pomeranze, dazu mit der sehr knackigen Säure einiges an frisch gelöschtem Kalk, ansatzweise zieht's auch die Gesichtsmuskeln etwas zusammen, jedoch mehr auf erfrischende Weise. Der Abgang ist ebenfalls sehr kernig-frisch-mineralisch, im Finale zeigt sich ein leichtes Chinin-Bitterchen.
Insbesondere für einen 15er ein wunderschön frischer Riesling, der auch gut als Aushängeschild der Zündwarenindustrie dienen könnte...
Wertung vom 04.06.2018: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25
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Verkostung vom 07.03.2021:
Farblich ein leuchtendes Altgold, anfangs noch ein bißchen CO2-Entwicklung. Fürs Näschen gibt's blauen Flint bzw. frisch geschnittene Blauköpfe, dahinter kantige, gelbe Zitruszesten plus etwas Kumquat. Am Gaumen knackig frisch, anfangs durch die Kohlensäure noch etwas verstärkt, hier ist der Zitruskorb dominierend mit Limette, Mandarine und Grapefruit, die Säure ist recht frech (vor allem für einen 15er!), die blaue Schleifscheibenmineralik ist nach wie vor prägend, aber hier nicht dominierend. Der Abgang zieht sich über mehrere Minuten hin und hinterläßt vor allem im Finale eine höchst animierende und mundwässernde Zitrusmischung.
Ich hab schon deutlich langweiligere Riesling-GG's getrunken, nicht nur deswegen ist dies ein sehr attraktiver Ortswein, der in seiner Klasse alles mehr als richtig macht und sich seit der letzten Begegnung nochmals durch signifikante Spannungssteigerung deutlich zur beschwingten Seite hin entwickelt hat. Wirkliche Warmjahrallüren zeigt dieser Riesling nicht mal im Ansatz, die Balance zwischen Extrakt, Säure und Mineralik ist aus meiner Sicht vorbildlich.
Wertung vom 07.03.2021: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
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Verkostung vom 23.08.2023:
Visuell eine Art hell leuchtendes Altgold, nasal wird man gleich intensiv von einer leicht bräunlich-öligen Flintspur begrüßt, so eine Art gleichzeitiger Schnitt von morschem Hartholz und Randstein; dahinter allerlei Zesten vornehmlich oranger Farbe. Am Gaumen dann eine straffe, agrumengesäuerte Frische, die trotz sehr niedrigem pH-Wert auch ein paar ölige Noten mitbringt, neben Kumquat und Pomeranze auch ein paar Aromensprengsel von Kaki und Physalis, der etikettierte Kalk spielt tatsächlich deutlich mit, vorwiegend in gelöschter Form. Der Abgang wirkt dann etwas dickflüssiger, was der Frische jedoch keinerlei Abbruch tut, das Agrumenkonzentrat befindet sich am Scheideweg zur Tankstelle hin.
Es gibt relativ zur Letztbegegnung einen leichten, allgemeinen Reifefortschritt, wie man ihn vom Riesling generell kennt, wobei ich davon ausgehe, daß wir jetzt ziemlich nahe am Zenit sind, also zumindest meinem persönlichen Geschmackszenit, der die rebsortentypische Organochemie allenfalls in übersichtlichen Spuren als lustfördernd empfindet. Der Wein taugt meiner Meinung nach übrigens nach wie vor als GG-Pirat und macht erneut viel Freude, das Einzige, was man diesem Warmjahrwein ankreiden könnte, ist, daß er wohl kein allzu langes Leben mehr haben wird, wohlgemerkt: meine Geschmackspräferenz. Aber so what! Dies ist ein Ortswein für damals regulär 12 Euronen und die meisten Flaschen hab noch dazu für < 9 abgeräumt, also jegliches Gemecker überflüssig!
Wertung vom 23.08.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
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Verkostung vom 27.11.2025:
Ein strahlendes, leicht angedunkeltes Goldgelb im Glas, geruchsmäßig gibt’s einen reifen, leicht angewachsten Zitruskorb mit Orange, Kumquat und etwas Minneloa, die Agrumenetherik befindet sich kurz vor dem Umschlag zur Tankstellenaromatik, im Oberschwingungsbereich auch etwas Physalis. Am Gaumen kommen auf der Zitrusseite auch eine reife, leicht fermentierte Zitrone sowie eine ebensolche Pampelmuse hinzu, außer der Zitrik auch eine Spur Kaki, dazu eine leichte Linoleum-Spur; die Säure ist gleichermaßen knackig, reif und geschmeidig, die Mineralik erinnert mich an ein Kalk-Schluff-Gemisch. Dann ein sehr langer, frisch-eleganter Nachhall, bei dem auch etwas Lemon Pepper ins Spiel kommt.
Das ist im zehnten Jahr wunderbar erwachsen und jugendlich-frisch zugleich, das warme Jahr hat hier keine negativen Spuren hinterlassen, was vermutlich zu einem Gutteil dem verwendeten Schrauber zuzuschreiben ist; dennoch würde ich nun nicht mehr allzu lange zuwarten, denn wir befinden uns wohl recht nahe am Zenit des Weins, zumindest gemessen an meinen geschmacklichen Vorlieben (meinte ich allerdings vor zwei Jahren auch schon…). Ist zwar „nur“ ein VDP.Ortswein, aber ich hab schon schlechtere VDP-Lagenweine getrunken, Erste wie Große (allerdings natürlich auch schon einige -noch- bessere), wobei die meisten höherklassigen Konkurrenten allerdings mit dem Handicap des Korkverschlusses zu kämpfen haben, was meines Erachtens nach hinsichtlich der Reifung erheblich mehr Nachteile denn Vorteile mit sich bringt. Schon deshalb eine ernstzunehmende GG-Alternative… |
| Trinkreife: |
jetzt trinken |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2023/08/23/aus-der-zuendholzfabrik/ |
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