Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 19.10.19 18:59

Bezeichnung: Petite Arvine - Valle d'Aosta DOP
Winzer/Produzent: Les Crêtes
Land / Region: Italien - Aostatal
Jahrgang: 2013
Typ: Weißwein
Rebsorte: Petite Arvine
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben:
Preis: 15,65 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 22.12.2014
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 18.10.2019
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 24.12.2014:

Wirkt für seine "nur" 12,5 PS relativ kräftig, offenbart ein Aromengeflecht aus Maracuja (oder so, entwickelt sich etwas...), eine kleine Salbei- / Minze-Kräuternote, etwas salzig mit langem Nachhall. Ein feiner, sehr komplexer Wein, der meiner Meinung nach bei Ausbau im Holz einiges von seiner Komplexität verlieren könnte. Also besser ohne! Man sollte sich aber ein bißchen Zeit für den Wein nehmen, da er sich im Laufe der Zeit aromatisch ein bißchen wandelt und ihn nicht zu kalt trinken, 13 bis 14 °C stehen ihm besser als 10 °C oder noch weniger, finde ich.

Macht eindeutig Lust auf mehr!

Wertung vom 24.12.2014: Nachkauf 3 von 3

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Verkostung vom 15.10.2015:

Im Glas schön goldgelb, aber das Bukett hat mich dann doch irritiert. Von der erhofften komplexen Frucht war (erst mal) wenig bis nichts mehr übrig geblieben, ein bißchen Apfel, ansonsten einfach recht mineralisch. Auch am Gaumen auch "nur" ein bißchen Apfel, ein paar grüne Kräuter, recht dominante Mineralik, schöne zupackende Säure. Auch der Abgang war im wesentlichen nur mineralisch.

Am Ende der Runde haben wir ihn nochmals probiert, über die Zeit hat sich dann doch einiges getan. Die zuerst vermißte Exotik in Form von Maracuja, Grapefruit und Limette hat sich deutlich entwickelt, blieb aber hinter der Komplexität, wie ich sie noch von meiner ersten Verkostung in positiver Erinnerung hatte, signifikant zurück.

Meine anfängliche Enttäuschung milderte sich dann zum Ende hin wieder, aber im derzeitigen Zustand gefällt mir der Wein dann doch nicht so gut wie vor etwa 10 Monaten.

Wertung vom 15.10.2015: Nachkauf 2 von 3

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Verkostung vom 15.12.2017:

Die Farbe ist ein nun schon etwas reiferes Goldgelb, für die Nase geht's vom Fleck weg recht gut mit reiferen Früchten zur Sache: Khaki, Nektarine, Kumquat, etwas Feige und Sultaninen. Am Gaumen wirkt der Petite Arvine trotz aller Dichte etwas filigraner, hier mischen sich auch einige eher unreife Fruchtkomponenten wie noch grüne Karambole oder Birne in die Aromatik. Die Säure ist auch von eher feiner Struktur und bringt etwas Zitrone nebst Bitterchen mit, anfangs ist etwas Braunwürze spürbar, die sich aber mit der Zeit weitgehend verflüchtigt. Der Abgang ist der frischeste Part, wirkt bei aller Reife deutlich grüner als Nase und Gaumen zusammen.

Der Petite Arvine hat sich wieder etwas gefangen, aber so begeistert wie beim ersten Versuch war ich auch gestern nicht. Es gibt vor allem einen Wermutstropfen: wenn man dem Wein zu viel Zeit läßt, klappt er in sich zusammen. In der ersten Stunde zum Essen war alles gut, aber der Rest der Flasche -nach etwa 2 Stunden probiert- fiel dann doch deutlich ab. Wenn man also schnell genug ist, dann reicht's für meine Wertung...

Wertung vom 15.12.2017: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

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Verkostung vom 18.10.2019:

Die Farbe ist ein deutliches Altgold, riecht nach reifer, aber noch nicht mostiger Dunkelgelbfrucht wie Pfirsich und Physalis sowie auch Feigen und Datteln im Zwischenstadium, dazu ein Hauch Torf und Tabak, irgendwann auch Balsaholz. Schmeckt auch reif, aber nicht alt, die Frucht ist zwar schon recht sekundär, jedoch noch voller Leben, das ist sicher auch der lebendigen Säure geschuldet; ein anfänglich deutliches Schweppes Bitter Lemon-Bitterchen schwächt sich mit Luft erheblich ab und bildet dann mit ein paar Mandarinenzesten eine schöne Kante, ein ordentlicher Schlag Magnesiumsalz formt eine markante, aber nicht aufdringliche Unterlage; mit Luft gibt's auch vermehrt reduktives Frischholz. Der Nachhall hallt extrem lang und hält die zestengeschwängerte Dunkelfrucht über mindestens eine Minute auf hohem, frischen Niveau.

Der Petite Arvine zeigt jetzt eine ganz eigene Reifearomatik, da ist rein gar nichts "altes" dabei, der Wein wirkt eher hochkonzentriert ohne dabei an Leichtigkeit einzubüßen. Macht gerade ziemlich viel Freude, vor allem auch weil er nunmehr recht viele Alleinstellungsmerkmale aufweist. In ganz jung hat er mir außerordentlich gut gefallen und in der aktuellen Reifephase fällt mein Urteil genauso aus. Zwischendrin schwächelt er allerdings für einige Jahre, muß man halt wissen...
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2019/10/19/aus-einem-unbekannten-land/
Link 2: https://ec1962.wordpress.com/2015/10/18/3-weinrunde-in-um-muenchen/
Link 3: -
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