Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 21.03.20 16:55

Bezeichnung: Pinot bianco - Kastelaz - Alto Adige DOC
Winzer/Produzent: Elena Walch
Land / Region: Italien - Südtirol
Jahrgang: 2013
Typ: Weißwein
Rebsorte: Pinot bianco
Alkohol (Vol.%): 13,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben:
Preis: 15 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 18.08.2014
Bewertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25
Preis / Genuss: schlecht
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 14.03.2020
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 27.08.2016:

Im Glas ein helles Goldgelb, in der Nase anfangs wieder sehr verhalten nach gelben Äpfeln und etwas Nektarine sowie ganz leicht nach Braunwürze riechend. Wenn man dem PB allerdings gut eine Stunde Zeit gibt, dann gesellen sich noch einige andere Früchte dazu, am prägnantesten sind Mango und Khaki. Am Gaumen von Beginn an etwas intensiver nach Backapfel und weißem Pfirsich schmeckend, die Holzaromatik hier ein bißchen dichter in Richtung Lakritz und Pfeifentabak. Aber auch an dieser Stelle tut etwas Zeit dem Wein ungemein gut. Alles wird gelber und dichter, wenn auch nicht opulent. Trotz einigem an erlebtem Fruchextrakt bewahrt sich der PB aber eine gewisse Filigranität im Geschmack, er ist also immer noch weit vom Blockbuster entfernt. Eher wenig Säure, aber auf der anderen Seite ist anfangs auch kein überbordender Extrakt vorhanden, der unbedingt mehr erfordern würde. Erstaunlicherweise fehlt diese dann aber nach der Aromenintensivierung nicht; was jetzt an Frische mangelt, wird gleichwertig durch Cremigkeit ersetzt. Der Abgang ist eigentlich durchgehend der intensivste Teil des Trinkgenusses, Frucht und Holz sind hier zu jeder Zeit im Einklang.

Wertung vom 27.08.2016: Nachkauf 2 von 3

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Verkostung vom 31.10.2018:

Die Farbe ist ein mittleres Goldgelb, nasenmäßig mitteldicht Mirabellen und Kaktusfeige, ein kleiner Salbeihauch noch. Am Gaumen etwas voller, kann man aber immer noch "filigran" nennen. Die Frucht ist hier mit Specksteinmehl gepudert; mit der ganz gut aufgestellten Säure kommt zwar auch was zitrisches mit, das ist aber etwas undifferenziert, dazu kommt noch ein leicht künstliches Bitterchen. Die mineralische Seite bietet neben dem Specksteinmehl auch etwas Polystyrol, wie man es vom Modellbau her kennt. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, hier wird die leicht belegte Frucht von einem plastikbasierten Bitterchen begleitet.

Irgendwie kommt der Pinot bianco heute nicht so richtig aus den Startlöchern. Er hat zwar ein paar nicht uninteressante Kanten, aber die verschiedenen Geschmackskomponenten sind kaum mit einander vernetzt und führen ein dementsprechendes Eigenleben. Ob da ein paar weitere Jahre noch was helfen? Aktuell kommt die ganz große Begeisterung jedenfalls nicht auf.

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 15 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Insgesamt ist der PB über Nacht deutlich erstarkt, das fängt beim Bukett mit höherer Intensität und Vielfalt an, vor allem einiges an Tamarinde sorgt hier nun für Frische+. Am Gaumen dann hat sich die Mineralik von Speckstein und Polystyrol deutlich weg bewegt, den belegten Charakter spüre ich jetzt nicht mehr, vielmehr eine frisch-herbe Gesteinsnote, die ich dem Porphyr zuschreiben könnte (wobei ich gar nicht genau weiß, ob's den in der Lage überhaupt in relevanter Menge gibt). Auch hier nun eine animerende Frische mit leicht herber Zitrusseite. Der Abgang hat ebenfalls signifikant dazu gewonnen, alle aromatischen Bestandteile incl. der mittlerweile leicht pfeffrigen Kräuternote wirken nun deutlich aufgeräumter. Hat hinsichtlich des Spaßfaktors während der Ruhephase im Kühlschrank deutlich profitiert!

Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

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Verkostung vom 14.03.2020:

Ein dunkleres Messing im Glas, nasenseitig dachte ich erst an leichten Kork, ist aber einfach stark braunwürzig in Richtung Koriandersaat und Beifuß sowie einer anfangs sehr breiten Kellertreppe. Am Gaumen kaum noch Frucht, Würze wie oben beschrieben, etwas Pfeffer, gut moderierende Säure, "scharfes" Steinbett, in Kombination mit Sanglé (ein französischer Weichkäse aus der Region Haut-Doubs) auch deutliche Honignoten. Der Nachhall hallt mit ordentlicher Länge, dazu eine morbide Säure-Mineralik-Struktur.

Gerade noch schön zu trinken, wenn man auch mit Altweinstilistiken kein Problem hat, baut aber leider schon klar ab.
Trinkreife: schon abbauend
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2020/03/18/meedels-weine-2/
Link 2: https://ec1962.wordpress.com/2018/11/01/scheues-reh/
Link 3: -
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