Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 18.01.20 19:25

Bezeichnung: Amistar - Vino rosso
Winzer/Produzent: Peter Sölva
Land / Region: Italien - Südtirol
Jahrgang: 2009
Typ: Rotwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%): 14
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: Im Rosso sind Merlot, Cabernet Sauvignon, Lagrein, 5% Cabernet Franc 5% Petit Verdot enthalten, wobei insgesamt 10 % Trockenbeeren verwendet werden, die zuvor am Rebstock getrocknet sind.
Preis: 19 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 17.08.2012
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 16.01.2020
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 18.07.2016:

Im Glas ein sehr dunkles Rubinrot mit nur geringer Transparenz, keine Spur einer Brauntönung. Die Nase bekommt gleich ordentlich was ab: 75er Schokolade, leicht Tabak, gut benutzter Ledertaschengriff, Nelke und Lakritz, fruchtseitig schwarze Johannisbeere und Dörrpflaumen. Am Gaumen sind die Tannine für etwa 10 Minuten noch etwas angriffslustig, beruhigen sich dann aber sehr schnell und geben dann den Waldfrüchten sowie den Pflaumen mehr Raum. Eine kleine Pelzigkeit bleibt aber erst mal, die braucht etwa 30 Minuten, bis sie fast nicht mehr spürbar ist. Die Früchte wirken noch sehr frisch und wirken trotz der amtlichen 14 Ampere nur ganz minmal kompottig, kommen aber dennoch sehr kraftvoll 'rüber. Auf der säuerlichen Seite findet sich etwas Pampelmuse nebst leicht herbem Bitterchen (das sich innerhalb etwa einer Stunde minimiert) sowie eine kleine Kumquat. Das Holz ist hier eher moderat vertreten und zeigt sich in Form von Zeder und 85er Schokolade (also ein bißchen kerniger als in der Nase). Steine gibt's auch, ein bißchen wie gemahlene Kreide -also leicht staubig- plus Korund. Der Nachhall ist in erster Linie fruchtig, dabei herb-säuerlich und spiegelt eigentlich alles nochmal für ein paar Minuten wieder, was man vorher bereits gefunden hat.

Sehr schöner, weil vielschichtiger und insgesamt trotz aller Kraft sehr ausgewogener Wein, ein bißchen wie Schwarzenegger im Maßanzug. Über die eineinhalb Stunden, die ich den "Rosso" heute im Glas hatte, hat er sich kontinuierlich entfaltet und dabei seine Struktur perfektioniert.

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: In der Nase hat sich die Schokolade etwas nach vorne geschoben. Fruchtseitig jetzt auch einige Brombeeren. Am Gaumen sind die verbliebenen Tannine noch etwas weiter in die samtige Richtung gezogen. Das Spiel der Säure mit dem Extrakt hat auch gewonnen. Die leichten Bitterchen von gestern sind noch weniger geworden und sind nun eher chininlastig. Allerdings fand ich den Abgang gestern -wenn auch nur geringfügig- schöner. Insgesamt mindestens genauso schön wie gestern, hat vor allem am Gaumen signifikant gewonnen.

Wertung vom 18.07.2016: Nachkauf 2 von 3

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Verkostung vom 16.01.2020:

Farblich ein sehr dunkles Rubinrot mit geringer Transparenz, beginnende Braunfärbung an den Rändern. Riecht nach sehr reifen, teils angedörrten Pflaumen, ein paar kompottierte Erdbeeren, die Holzseite wartet mit Torf, etwas Rindenmulch, leicht Nelke, einem Hauch Kaffee und noch einem Rest 75er Schokolade auf. Am Gaumen sind die verbliebenen Tannine samtig weich, dennoch zeigen sich noch ein paar Gerbstoffkanten; zur satten, reifen Frucht gemäß Bukett gesellen sich hier vor allem warmer Waldboden und Baumschwamm, die Säure arbeitet zwar sehr gut, aber eher im verborgenen, ein leichtes braunorganisches Bitterchen schwingt mit. Der sehr lange Abgang zeigt die Tannine von einer etwas strafferen Seite mit leichter Adstringenz, die schmatzig-sekundäre Frucht wird durch die Säure gut abgepuffert.

Wunderschöner Dickwein, der aber gar nicht so dick daherkommt, wie er substanzmäßig eigentlich beieinander ist, ist dabei jetzt gerade schön angereift und quasi perfekt ausbalanciert. Eigentlich stehe ich ja mittlerweile mehr auf etwas filigranere Rotweinchen, aber zum richtigen Anlaß hab‘ ich zwischendrin durchaus Freude an solchem Stoff, wenn er dermaßen geschmeidig daherkommt.
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2020/01/18/einfach-nur-rot/
Link 2: -
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