Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 31.07.08 08:51

Bezeichnung: Corbec
Winzer/Produzent: Masi Tupungato
Land / Region: Argentinien - Mendoza
Jahrgang: 2002
Typ: Rotwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%): 14,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben:
Preis: 24,9 Euro je 0,75 l (im Handel) - Januar 2006
Bewertung: (92/100 Punkte)
Preis / Genuss: keine Angabe
Autor/Verkoster: eike
Verkostungsdatum: 16.10.2006
Eingetragen von: eike ... geändert von eike ... [Rückfrage zur VKN an eike]
VKN im Detail: Masi, das ist im Veneto der Maßstab für zuverlässige Weine, an deren Portfolio-Spitze der Amarone Vaio Armaron steht. Die Firma ist seit sechs Generationen im Besitz der Familie Boscaini, die über die Jahre auch Weinberge in Friaul Venetien, der Toscana und Argentinien erworben hat. Aus der Übersee-Besitzung des Masi-Gutes Tupungato stammt der Corbec.

Der 1999 erstmals hergestellte Wein ist ein Cuvée. Im Jahr 2002, einem für das Mendoza, der größten Weinregion Argentiniens, gutes Erntejahr, besteht es aus 70 Prozent Corvina , also der besten Traube von Amarone-Mischsätzen und mit 30 Prozent Malbec einer Sorte, die aus Frankreich importiert in Argentinien sich so wohl fühlt, dass von Zweitheimat keine Rede mehr nur sein kann. Masi verspricht mit dem Corbec auf dem Handgemachtes suggerierendem Frontetikett "experimentelle Produktion" "argentinische Seele und venetischen Stil".

Im Jahr 2000 wurde der in der Lage La Arboleda auf 1000 Metern über Meereshöhe bewässert wachsende Wein noch mit 200 Hektolitern hergestellt, dieser 2002er mit nur 40 Hekto. Nach Amarone-Art trocknen die geernteten Trauben bis zu einem Flüssigkeitsverlust von zirka 40 Prozent im Appassimento-Verfahren an und lagern nach Fermentierung 18 Monate in in zu mittlerem Grad angerösteten Eichenfässern. Als Weinmacher ist Sergio Boscaini benannt.

Den erste Verkostungsversuch des Corbec zu Beginn dieses Jahres brach ich ab, weil ich das Gefühl hatte, in ein Tannin-Brett beissen zu müssen. Auch bei dem jetzigen Versuch zeigte sich der Wein noch unzugänglich, aber ließ immerhin die Hoffnung Dekantieren möge schon etwas bringen , obwohl die Nase eingangs flach wie ein, allerdings mit Franzbranntwein eingeriebener Baby-Popo blieb.

Am zweiten Dekantiertag bietet der, am Korken nur in hellem Blaurot angelagert, tiefdunkle, aber nicht undurchsichtige Wein bei wieder 18 Grad im großen Glas etwas von schwarzroter Frucht der Nase. Zerreibt man die Tannine regelrecht, indem man den Corbec immer wieder durch die Zähne schleift, kommt etwas Likörkirschiges an den Gaumen. Aber im nicht allzu langen und austrocknendem Abgang dominiert das wohl immer noch ungeschliffen wirkende Malbec-Tannin doch wieder. Eichenlast braucht die Zunge nicht zur Kehle mitzuschleppen.

Im jetzigen wohl immer noch nicht Zustand der Trinkreife knappe 90 Punkte. Dieser 2002er erhielt auf der International Wine Challenge eine Silbermedaille. Aufgrund des Gerüstes mit auch noch nicht integrierter Säure könnte weiteres Warten auf das sich Findens des mit 3,6 Gramm Restsüsse trockenen Weines sich lohnen. Ob er auch komplexer wird, bleibt Ratespiel. Derzeit wage ich über das
PL-Verhältnis noch nicht zu urteilen. Die Angabe eines Händlers, der Wein sei sofort gut trinkbar, zweistündiges Dekantieren vorausgesetzt, kann ich nicht unterschreiben. Ist der Wein in vorübergehende Verschlußphase eingetreten? Lagerfähigkeit wird durch den Handel bis 2018 attestiert.

Jancis Robinson schreibt angetan vom "kleinen Bruder" des Corbec, dem Passo Doble. Dieser ebenfalls Corvina-Malbec-Mischsatz refermentierte auf den Hülsen des Corbec im in Venetien gerne für Valpolicella Superior angewandtem Ripasso-Verfahren und lagerte 22 Monate in neuer Allier-Eiche. Er kostet die Hälfte des Corbec. Robinson bezeichnet ihn als Wein mit großartigem Preis-/Leistungsverhältnis.

Verkostungsnotiz des 2003er Passo Doble durch avatar, siehe dort.

16.4.2007: Der Corbec versammelt sich auf der Flasche reifend. Nach eintägigem Dekantieren angenehme ins ameroneartig Kirschlikörige tendierende Nase mit Rauchtonim großen Glas bei 19 Grad . Solche Rundheit erhält der Gaumen bei aller Frucht und nun feiner Säure noch nicht wegen immer noch ordentlich, aber gutem Tannin, das weiter sich glätten dürfte. Abgang gesteigert. 92 Punkte.
PL-Verhältnis nun schon okay. Zukunftswein?

31. Juli 2008: Kein Zukunftswein. Jetzt nur noch fruchtarm tannig wie beliebiger
8-Euro-Franzwein.
Trinkreife: noch lagern
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