Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 13.08.20 16:45

Bezeichnung: Sauvignon blanc - Fass 500 - Edel Stahl - trocken - Qw
Winzer/Produzent: Stahl
Land / Region: Deutschland - Tauberfranken
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Sauvignon blanc
Alkohol (Vol.%): 13,5
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben:
Preis: 29,58 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 29.08.2016
Bewertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 11.08.2020
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 18.08.2018:

Im Glas ein leuchtendes Goldgelb, für die Nase gibt's gleich recht dicht Pfirsich, frische, aber reife Feige, etwas Süßkleehonig, entfernt etwas Estragon, welcher dann hier auch der einzige Hinweis auf die Rebsorte ist. Mit Luft verdichtet sich die Frucht nochmal, z.B. findet sich dann auch eine sehr reife Aprikose mit Karamellüberzug ein. Geschmacklich wiederholt sich dieser Eindruck erst mal, der recht opulente Extrakt wird durch die Säure zwar schön gezügelt, aber eine cremige Grundstimmung bleibt immer erhalten, was aber weder zu Breite noch Anstrengung führt. Ergänzt wird der Naseneindruck durch weißen Pfeffer, Pampelmusenextrakt ohne Bitterchen, Tuffstein und einen Hauch Ahoi-Brause mit Zitronengeschmack. Der Nachhall hallt im dreistelligen Sekundenbereich, auch hier die opulente Frucht, leichte Cremigkeit, dabei von Säure schön auf der beschwingten Seite gehalten.

Hätte ich blind womöglich gar nicht als SB erkannt, auch wenn die Kräuternote verschämt darauf hinweist. Hat nichts mit grasig-lauten SB's zu tun, die hierzulande wohl die Mehrheit bilden, aber auch nicht so viel mit den Originalen von der Loire, obwohl ich eine gewisse Verwandtheit hier gar nicht abstreiten würde. Dieser Stahl-SB aus dem Holzfaß ist einfach ein extrem guter Dickwein im besten Sinne, bei dem auch der Holzeinsatz sehr geglückt wirkt, eben weil er sich nur sehr subtil im Hintergrund abspielt.

Wertung vom 18.08.2018: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25

1. Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: an allen Fronten kommen nun SB-typische Noten deutlich mehr bzw. überhaupt zum Vorschein: reife, aber frische Jostabeere ebenso wie eine erweiterte Kräuternote, die neben dem Estragon auch einige Wiesenkräuter bietet. Die gestern vorhandene, leichte Cremigkeit wird etwas zurückgedrängt, was der Frische insgesamt Vorschub leistet. Ich weiß gar nicht so genau, in welcher Konstitution mir der Wein nun besser gefällt, die doch recht signifikante Entwicklung fordert in jedem Fall Respekt!

2. Nachtrag nach 72 Stunden mit Luft: je länger man dem Wein Zeit läßt, desto mehr entwickelt er sich zum typischen Sauvignon Blanc. Reife Stachelbeere, Estragon und Heu sind jetzt beim Bukett sehr deutlich entwickelt, dazu gibt's aber auch Löwenzahn, Mirabellen und etwas Pfeffer. Am Gaumen dann wieder deutlich gelber, die Frucht erinnert nun eher an Khaki und Kumquat, dazu ein paar Gerbstöffchen, die Säure hat kein Problem, trotz ganz leichter Cremigkeit den frischen Gesamteindruck hochzuhalten, eine große, sehr nasse Terrasse bildet das Fundament für die Gesamtaromatik. Der Abgang ist nach wie vor sehr lang, der Extrakt wirkt hier dicht und filigran zugleich, auch hier gefällt mir die Säurestruktur sehr gut. Die Nase ist zwar ein klein bißchen lauter geworden, am Trinkspaß kratzt das insgesamt aber nicht.

-------

Verkostung vom 11.08.2020:

Farblich ein recht dichtes Goldgelb, riecht recht amtlich nach Weinbergspfirsich, saurer Mango, Limette der nicht zu primären Art, dazu dezente Großholzaromatik und eine stützende Kräuterwolke aus der Estragon- bis Thymianecke. Schmeckt ebenso intensiv, jedoch nicht fett, zu den nasalen Aromen kommen noch ein Hauch Teer und etwas Piment; die Säure ist recht potent und auf Augenhöhe mit dem erheblichen Extrakt, steinigerseits assoziiere ich am ehesten Graphit. Der Nachhall hallt ziemlich lang, ist dabei leicht kantig durch den hier mehr betonten und sich mit Luft verstärkenden Teer sowie Piment, auch hier keinerlei Breite spürbar.

SB mit Wumms, dabei aber weder laut noch sättigend. Auch wenn ich Kanten an sich mag, könnten diese hier doch etwas abgerundeter / charmanter sein, ist aber Meckern auf recht hohem Niveau. Allerdings fand ich den Wein Wein nun nicht mehr so "outstanding" wie vor zwei Jahren, wird wahrscheinlich auch nicht mehr besser, leider...
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2020/08/13/fraenkischer-sb-in-edel/
Link 2: -
Link 3: -
  Diese Verkostungsnotiz wurde bisher 337 mal abgerufen

Bilder:

 

Codes zur Veröffentlichung in Internet-Foren

Als Bilddatei für Internet-Foren (z.B. dasweinforum.de oder weinfreaks.de):


Einbindung als Text (forenunabhängig):


Veröffentlichung in facebook

Bitte einfach den Link aus der Adresszeile oder diesem Feld kopieren:





Kommentar zu dieser VKN schreiben:

Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern erstellt werden !
Du kannst dich auf der Startseite anmelden bzw. kostenlos neu registrieren.
RSS      2004 - 2012 von Gerald Schuster, Advanced Technical Software :: e-mail: webmaster@verkostungsnotizen.net :: Datenschutzerklärung