	<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1" ?>								   

<rss version="2.0">
<channel> 
  <title>Verkostungsnotizen.net</title>
  <link>http://www.verkostungsnotizen.net</link>
  <description>Wein-Verkostungsnotizen von Ollie</description>
  <language>de-de</language>
  <pubDate>Sat, 23 May 2026 12:55:51 +0200</pubDate>
  <lastBuildDate>Sat, 23 May 2026 12:55:51 +0200</lastBuildDate>
  <docs>http://www.beispiel.to/rss.php</docs>
  <generator>Rss Feed Engine</generator>
  <managingEditor>webmaster@verkostungsnotizen.net</managingEditor>
  <webMaster>webmaster@verkostungsnotizen.net</webMaster>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Léoville Barton 2021, Château Léoville Barton, Bordeaux - St. Julien, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=82788</link>    
    <pubDate>Mon, 17 Feb 2025 23:50:53 +0100</pubDate>
    <description><![CDATA[Sehr dunkles und undurchsichtiges Purpur. Sehr tiefe, intensive und komplexe Nase: Anfangs cremiges Holz und sahnige Milchschokolade, aber sehr schnell wird beides von einer sehr dichten, sirupigen, fast likörigen, dennoch obertonreichen Frucht verdrängt: Allerlei schwarze und rote Beeren (Brom-, Walderd-, Maul-, Preisel- und Himbeere), Cassis, reife Pflaumen und schwarze Kirschen mit einem Touch Kirschwasser. Über diese aromatische und sehr expressive Frucht legt sich schwer duftend eine wilde Rose, und dann erscheint auch der typische, fast medizinal wirkenden Ton des Médocs und das minzige Zedernholz St-Juliens, das so parfümiert ist, daß es schon Sandelholz ist.
Am Gaumen die für 2021 typische, kräftige Säure und ein erstaunlich schlanker Körper (medium-minus). Das Tannin ist anfangs völlig von der Frucht vergraben; erst mit einigen Minuten Luft im Glas spült die Säure das durchaus nur mittelfeine Tannin an die Oberfläche. Aber dann übernimmt wieder die sehr aromatische und erneut eingedickt wirkende Frucht das Regiment, was dem Wein bei aller frischen Säure eine sehr weiche Textur verleiht. Sowieso ist Textur hier das Thema und nicht Struktur: Es wurde mehr Margaux gewagt, ohne jedoch Fülle und mächtige Konzentration preiszugeben. Der sich durchziehende Säurenerv verleiht dem Weine eine recht lineare Struktur, aber das macht ihn bei aller Konzentration sehr süffig. Im sehr langen Abgang wird dieser Nerv wunderbar dicht von Tannin und Frucht umhüllt; ganz hinten dann unfruchtiges Umami, Teer (aha!) und würziges Holz, aber nie bitter, nie grün. Insgesamt bleibt der Gaumen in der Komplexität etwas hinter den durch die Nase geweckten Erwartungen zurück, aber man mag es dem Wein nicht übelnehmen — dank der nur 13 Vol-% verdampft dieser Cabernet sehr, sehr schnell. Wunderschön und stilistisch deutlich zeitgenössischer als der 2014er im selben Alter — le New Look du Médoc. Beeindruckende Leistung und ein wunderschönes Reisegeschenk für Anthony Barton.
<br><br>94<br><br>Verkostet am 16.02.2025 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Röttgen GG 2023, Heymann-Löwenstein, Mosel, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=82009</link>    
    <pubDate>Sat, 12 Oct 2024 19:53:53 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[In der Nase tiefe, intensive und sehr expressive Frucht, reife Orangen, Orangenöl und Orangenblüten, Spontanstinker und Hefe. Am Gaumen das Ganze nochmal, aber unterlegt mit der typischen, erdigen, braunen Mineralik und dem leichten Bitterl frisch gerösteten Kaffees. Noch viel hefige und dunkle Würze und (retronasal) viel Spontangärungsaromatik. Erstaunlich weich, was dem Wein vielleicht nicht die allerletzte Spannung gibt (und eventuell dazu führt, daß man ihn sträflich unterschätzt), ihn aber wahnsinnig gelassen und lässig macht. Nur leichter bis mittlerer Körper (medium-minus), weit weg vom Winninger Barock vergangener Zeiten. Sehr schöne Länge auf der Frucht, mit einem gaaanz leichten Nachbittern. Ein Statement-Wein und ein großes "f*ck you!" in Richtung langweilige Steinweine. Dieser Aussage schließe ich mich vollumfänglich an.
<br><br>92<br><br>Verkostet am 10.10.2024 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Untertürkheimer Gips Chardonnay 2021, Weingut Gerhard Aldinger, Württemberg, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=80404</link>    
    <pubDate>Thu, 07 Mar 2024 17:51:46 +0100</pubDate>
    <description><![CDATA[In der Nase ein frisch abgebranntes Streichholz, helles, aber perfektes Holz (mit Luft wirkt es zunehmend frischer gesägt), frisch aufgebrochene, grüne Haselrute. Null Frucht. Am Gaumen mächtig intensiver Antritt, Mordssäure (geschätzt deutlich über 6.5 g/l), die tatsächlich salzig wirkt (der Winzer macht die Lage für diese Salzigkeit verantwortlich); grüne Haselrute, später dann tatsächlich etwas grüne Haselnuss. Zu wenig Körper, um der Säure Einhalt gebieten oder ihr doch zumindest etwas Widerstand entgegensetzen zu können. Entsprechend schnell verblasst der Wein, nach der initialen Explosion in Grün verschwindet der Wein sofort wieder - übrig bleibt eine lange nachklingende Säure am Gaumen und die grüne Haselnuss im Aroma. Immer noch Null Frucht.

Vielleicht füllt die Flaschenreife den Wein noch etwas auf (hoffentlich sogar mehr als nur etwas), aber ich glaube nicht, daß dieser betont unfruchtige, skandinavisch-karge Stil in einem säurereichen und traubenreifebegrenzten Jahr wie ausgerechnet 2021 funktioniert; es braucht ein wärmeres Jahr mit einer gnädigeren Säure. Selbst dann muss man diese Interpretation des Chardonnay mögen (ich tu's nicht). Das Holzmanagement allerdings is Eins A: Extrem polierter Stil, sowas hätt's noch vor 10 Jahren in ganz Deutschland nicht gegeben. Ein ehrliches "Wow!" von mir, das ist ganz große Klasse.

<br><br>85<br><br>Verkostet am 07.03.2024 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Grand Village rouge 2021, Château Grand Village (Guinaudeau), Bordeaux Supérieur, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=80147</link>    
    <pubDate>Tue, 05 Mar 2024 12:48:36 +0100</pubDate>
    <description><![CDATA[(80 Merlot, 20 Cabernet Franc, Lehmboden) Wundervolle Nase nach Pfingstrosen, Veilchen und, ganz schwach, Geranien. Anfangs leichter, mit der Zeit  immer stärker werdenden Holzeinschlag: erst Vanille, zuletzt dann Milchkaffee, aber alles auf Hochglanz poliert. Am Gaumen wiederum sehr blumig, so blumig sogar, daß die Frucht etwas unbestimmt bleibt (Kirsche? Erdbeere?). Cremige Textur wie von "Amarena-Kirsch"-Eis, anfangs noch deutliches Tannin, das von einer überraschend kräftigen, aber saftigen Säure an die Oberfläche gespült wird. Erstaunlich schlanker Körper, der Wein besteht fast nur aus Aroma und Textur, und wäre beides nicht so schön, der Wein wirkte hohl. Ordentliche, saftige Länge auf der blumigen Frucht, die erst ganz hinten einen ganz leichten Einschlag von der Schale eines grünen Apfels bekommt. Insgesamt nicht sehr komplex, fast etwas simpel sogar, aber irre süffig, wozu die 13.5 Vol% auch deutlich beitragen (der 2020er hatte 15 Vol%!). Nach einer halben Stunde bekommt das cremige, Milchkaffee-artige Holz etwas ungebührend hohen Einfluss, aber das sollte sich in den kommenden paar Jahren legen. (Der Wein wird aber immer etwas "glossy" bleiben.)

Mit 20 Euro ist der Wein gut bezahlt, im Kontext gleichwertiger Crus Bourgeois vom linken Ufer vielleicht etwas zu gut - aber es steht Guinod... Guideau... also, der Name der Chateau-Lafleur-Besitzer drauf!1!! Kelleys 93 sehe ich zwar nicht, aber 90 sind drin.<br><br>90<br><br>Verkostet am 24.02.2024 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Durfort-Vivens 2020, Château Durfort-Vivens, Bordeaux-Margaux, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=77960</link>    
    <pubDate>Wed, 19 Apr 2023 13:52:20 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Sehr, sehr dunkles, quasi blickdichtes Purpur. In der Nase anfangs extrem jugendliche Blaubeerfrucht mit dem leicht joghurtigen Einschlag, aber ohne die typische Sahne oder Schwarzwälder Kirschtorte. Mit etwas Luft wird die Frucht immer komplexer, mit allerlei roten und schwarzen, in jedem Fall reifen Beeren, und dann kommt die volle Ladung Blumen (Veilchen, Geranien). Talkum, Waldboden, dunkle Schokolade, Kaffee. Am Gaumen eine recht heftige Säure, eine leicht rettichartige Schärfe und ein für D-V-Verhältnisse sehr, sehr ausgeprägter Tanninteppich - nicht nur für Margaux ist der Wein sehr auf die Struktur gestellt, was die Frucht und Blumigkeit arg in den Hintergrund drückt; stattdessen kommen sehr dunkle, medizinal-kräutrige Aromen, das erinnert sehr stark an Brane-Cantenac (immerhin der Wein des Bruders von Gonzague Lurtons). Viel dunkle Torrefaktion, die auch für eine leichte Bitterkeit im Abgang sorgt, wie von einer zerkauten Kaffeebohne. Dazu gesellt sich eine leichte Salzigkeit, wohl von der Säure. Die Komplexität ist zwar da, und in 15 Jahren wird man mehr wissen, aber die Länge des Abgangs macht stutzig; sonst immer Quell frenetischen Jubels, fand ich sie hier… unbeeindruckend mittelmäßig. Hmmmmmm. Eine zweite Flasche liegt noch bereit zur Konterprobe, aber diese bekommt ungnädige 92. Blöder Mond, blöder. *g*<br><br>92<br><br>Verkostet am 11.03.2023 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Ferrière 2019, Château Ferrière, Bordeaux-Margaux, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76091</link>    
    <pubDate>Tue, 11 Apr 2023 12:46:28 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[In der Nase anfangs eine tiefe, sehr konzentrierte und komplexe Frucht nach Brombeere, Cassis, Blaubeere, Himbeere(!), Erdbeere, Cranberry, Sauerkirsche - der Farbeindruck changiert von hellrot nach dunkelschwarz und wieder zurück. Dieser extrem und aromatische konzentrierte Fruchteindruck wiederholt sich am Gaumen ("Ester, Ester, seid's gewesen"), ohne einen Hauch von Likör oder Sirup, sondern alles kristallklar und sehr brilliant. Strukturell wirkt der Wein mit seiner frischen und kantigen Säure und dem anfangs etwas arg herben Tannin wie ein Cranberrysaft. Der Körper ist anfangs so schlank, daß sich - Margaux hin, Margaux her - der Eindruck von Dünnheit einstellt; auch bleibt der Abgang etwas kurz. Mit Luft aber gewinnt der Wein an Fülle, Volumen und Länge, wird runder und schöner und kommt im Margaux an. (Aromatisch würde ich ihn aber nicht im Médoc verorten, diese extreme Fruchtigkeit kenne ich sonst nur von kühlvergorenen Australiern.) Die Tannine werden butterzart und lösen sich in einem sanften, warmen Kaffee-Kakao-Lakritzton auf, die Säure beruhigt sich und strukturiert den Wein bestimmt, aber gütig. Soweit so gut, allein daß dem Wein jenseits des vielschichtigen Fruchteindrucks fast jegliche Komplexität abgeht, macht mir etwas stutzig. Soll das so? Kommt da mit Flaschenreife (oder zwei Stunden Luft?) noch eine ausführliche Abhandlung über Metaphysik bei Lessing, oder bleibt das ein "guilty pleasure" für schwere Zeiten, in denen Bel Air-Marquis d'Aligre doch zu karg und lebensunlustig ist? Hm. Momentan 91-ish und guter Hoffnung auf zwei, drei Punkte mehr mit Flaschenreife, denn die Konzentration und Klarheit ist wirklich beeindruckend, aber momentan ist Durfort-Vivens eine ganze Klasse besser.<br><br>91<br><br>Verkostet am 30.07.2022 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Durfort-Vivens 2019, Château Durfort-Vivens, Bordeaux-Margaux, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76064</link>    
    <pubDate>Sat, 29 Oct 2022 12:33:35 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Sehr dunkel. In der sehr satten Nase etwas Schwarzwälder Kirschtorte (wie schon beim 2018er), Schokolade, Kirschmarmelade und Kirschwasser. Ganz leichte Unterholznote und würzige Blättrigkeit wie bei einer Brombeerhecke. Mit Luft vereinigt sich alles zu dunklen Beeren, mit einer schönen Erdigkeit, dazu etwas Kaffee und frisch gesägtes Holz. Am Gaumen sehr konzentriert, präsente, frische Säure, die den Wein sehr saftig macht, ihn aber schön rund lässt, denn die Tannine sind sehr gut vergraben. Mittlerer Körper, wie es sich für einen Margaux geziemt. Sehr intensive, dunkle, fleischige  Frucht, dazu etwas Rosmarin, schwarze Oliven, sehr gutes Holz, das sich noch etwas einbinden muss, dunkle Schokolade und frisch gemahlener Kaffee, mit Luft kommen noch kaltgewordene Teeblätter hinzu. Sehr harmonisch, fruchtig, mit schöner Länge auf komplexer, würziger, schwarz-roter Frucht (Maulbeere, Preiselbeere, Felsenbirne). Absolut köstlich. Mit Luft bekommt der Wein mehr Fülle, bleibt aber klassischer Margaux, nur halt mit sehr modernem Fruchtausdruck. Super! 94-95+.<br><br>94<br><br>Verkostet am 01.04.2022 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Domaine de Chevalier 2019, Domaine de Chevalier, Bordeaux-Pessac Leognan, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76068</link>    
    <pubDate>Sun, 25 Sep 2022 19:12:54 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[In der Nase recht kräftiges, röstiges Holz, auch nasses Unterholz und nasse Erde. Dahinter schwere, dunkle, blau-violette Blumigkeit (Veilchen, Pfingstrose) und rote Frucht. Mit Luft kommt etwas Eiscreme durch: Vanille-Amarena, mit einem leicht kandierten Einschlag. Am Gaumen viel weiche Frucht, die die doch recht kräftigen Tannine fast vollständig einwickelt, und sehr viel Aroma, dabei ein erstaunlich schlanker Körper, der fast hohl wirkt angesichts der sehr intensiven Aromatik. Dieser Eindruck wird durch die frische Säure verstärkt. Recht gute Länge, noch deutlich von den nun herauskommenden Tanninen geprägt. Mit Luft wird der Wein viel weicher und runder, es kommen warme Gewürze heraus (Nelke, Muskatnuss, Vanille). Sehr schöner Wein, aber ohne das Sex Appeal etwa eines Durfort-Vivens oder auch nur eines Lagrange (St-Julien), letzterer ja nun der Inbegriff etwas buchhalterischen Vergnügens. Erneut bleibt DdC ein sehr solider, leicht langweiliger Wein, dessen Klasse mir zumindest im jetzigen Stadium vielleicht entgeht. 93-94, und deutlich besser als der Vorjahreswein.<br><br>93<br><br>Verkostet am 12.08.2022 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Beau-Séjour Bécot 2019, Château Beau-Séjour Bécot, Bordeaux - St.Emilion, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76065</link>    
    <pubDate>Fri, 12 Aug 2022 17:29:59 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[In der sehr dichten Nase dunkle Frucht (reife Brombeere, Cassis, Blaubeere) und Schnittblumen (Pfingstrose, Rose) mit Stielen und Blättern: absolut reifer Cabernet Franc. Warme Gewürze (Vanille, Nelken, Zimt, etc.) sowie dunkler Kakao und Kaffee; super Holzeinsatz. Mit Luft mogeln sich etwas getrocknete Erdbeeren hinein. Am Gaumen eine Attacke von frischer Säure und der klassischen Kalksteinmineralität. Sehr dicht und voll, viel mächtiger und körperreicher als etwa Canon. Süße, satte Frucht von roten und schwarzen Beeren mit guten und vielen Tanninen - sie tragen aber eher zur Textur als zur Struktur bei und verleihen dem Wein viel Stoff. Cabernet-Franc-getriebene Würze, das Holz ist sehr, sehr gut eingebaut. Langer Abgang auf der Frucht, mit viel Säure und Kalkstein. Insgesamt etwas anstrengend, geradezu klotzig, und noch unterentwickelt und unterkomplex. Der Wein braucht ein paar Jahre auf der Flasche, aber ob aus ihm jemals ein charmanter und eloquenter Philosoph wird..? Falls ja, Potential bis 95, momentan nur 90-92++. Mit Luft wird der Wein signifikant harmonischer, also abwarten.<br><br>90<br><br>Verkostet am 20.05.2022 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château La Gaffelière 2019, Château La Gaffelière, Bordeaux - St.Emilion, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76067</link>    
    <pubDate>Fri, 12 Aug 2022 15:59:32 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[In der satten Nase nasser Ton, schwarze und rote Kirschen, dunkle Beeren und ausgeprägte Würze. Der Cabernet Franc ist stark in diesem Wein! Warme Gewürze, Piniengehölz an einem heißen Sommertag, Piniennadeln, Eukalyptus, Thymian, wilde Rose, Veilchen… Wow! Am Gaumen sehr volle, weiche und satte Frucht, noch etwas linear, aber mit sehr schöner Länge. Kräuterigkeit des absolut perfekt gereiften Cabernet Franc, wie man ihn selten ins Glas bekommt, zwar mit stoffiger „Mitte“, aber ohne die schwerfällige Sirupartigkeit, die diese Rebsorte oft produziert (zumindest in jungen Weinen). Mittlerer, feiner Körper, viel feiner und feiner ziseliert als etwa beim Beau-Séjour Bécot. Erst mit Luft kommen die pudrigen Tannine sowie das Holz (Vanille etc.) hervor, Langer Abgang mit viel Rückaroma, absolut CF-dominiert, und jetzt kommt auch der Kalkstein heraus. Sehr schöner Wein, der 10 bis 15 Jahre benötigen wird, um tabakige Komplexität aufzubauen, aber dann wird es ein La Gaffelière für die Geschichtsbücher. Gab es in der Neuzeit schon einen besseren? Ich glaube nicht. DIAM-Korken. 94-95++.<br><br>94<br><br>Verkostet am 12.08.2022 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Brane-Cantenac 2019, Château Brane-Cantenac, Bordeaux-Margaux, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76066</link>    
    <pubDate>Fri, 12 Aug 2022 15:59:15 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Sehr blickdicht. In der Nase eine recht strenge Note wie nach Eisen und rohem Fleisch (Syrah, anyone?), dahinter eine sehr dunkle, fleischig-dichte Frucht und Röstnoten von Holz, Kaffee und Kakao, zusammen mit der typischen und etwas strengen Erdigkeit und Kräuterigkeit (Eukalyptus!). Am Gaumen voll und mit viel Druck, anfangs mit einer leichten Schärfe wie von einem Radieschen, die mit der Zeit verfliegt. Das Holz ist sehr gut eingebunden, erst mit Luft kommt es deutlicher hervor (Vanille) und wirkt eher frisch gesägt als getoastet. Sehr intensiv, sehr lang, sehr viel Fruchtausdruck (erst recht für Brane), dann wieder mit einer sehr ausgeprägten und typischen Kräuterigkeit (wie Fernet oder Chartreuse, ist das Camphor und Enzian?), die sich sehr lange im Abgang hält. Kalter Aschenbecher. Eher mittlerer bis sogar schlanker Körper, der erst nach eine Viertelstunde an der Luft durch Tannin strukturiert wird (das übrigens etwas kantig ist). Ein sehr typischer, stilsicherer Brane, der mir  wegen der intensiven Frucht sehr viel besser als 2015 und 2018 gefällt. Noch sehr unruhig, aber bereits jetzt ein wahnsinnig komplexer Wein. Wird mit Flaschenreife absolut groß werden. 95(-97).<br><br>95<br><br>Verkostet am 12.04.2022 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Brauneberger Juffer Riesling Kabinett - Fuder 4 - 2021, Max. Ferd. Richter, Mosel, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=75428</link>    
    <pubDate>Sat, 07 May 2022 15:56:38 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Wie üblich eine Nase auf sehr aromatischem Apfel; neu ist diesmal die Begleitung durch eine sehr aromatische Birne. Das hat schon fast normannische Züge! Extrem frisch und klar, wir sind wieder im kalten Kelterhaus, in dem unentwegt frisches Wasser über Steinboden fließt, während der Holzapfel-Holzbirnen-Most gekeltert wird. Am extrem klaren Gaumen (das Markenzeichen des Fuders 4) dieselbe Aromatik, knackige Frucht, da ist nichts Mürb-Gelbes, und die Mineralität der Juffer steuert den Steinboden bei. Das ist alles sehr schön, bleibt aber aromatisch deutlich weniger raffiniert als der Kabinett aus der WSU. Als Konsequenz wirkt das Spiel zwischen Süße (50 g/l) und Säure (11.1 g/l) deutlich rustikaler als. Im Gegenzug macht die extreme, altertümliche Struktur dieses Jahrgangs den Wein wunderbar transparent und sehr "durchhörbar": quasi weingewordener Harnoncourt. Für mich deutlich die best-ever-Inkarnation des Fuders 4. Bravo!
<br><br>88<br><br>Verkostet am 21.04.2022 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett 2021, Max. Ferd. Richter, Mosel, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=75427</link>    
    <pubDate>Sat, 07 May 2022 15:56:34 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[In der Nase anfangs sehr zitrisch-birnig mit zartem Hefeschleier. Mit Luft kommen Zitronenöl und Zitronenblätter über weißen Blüten heraus. Am Gaumen zu erst einmal eine zwar reife, aber doch schockierende, weil recht durchdringende, fast Saar-hafte Säure (11.4 g/l), die sich erst mit der Zeit etwas beruhigt (oder man sich in sie eintrinkt). Mit der recht verhaltenen Süße (47 g/l) wirkt der Wein anfangs arg limonadig, aber wie es für das junge Alter nicht ungewöhnlich ist, verändert sich der Wein mit etwas Wärme und Luft. Nach einer halben Stunde ist er aromatisch sowhll am Gaumen als auch in der Nase eine extrem charmante Mischung aus einem Mojito, einer Caipirinha und einer Piña Colada, nur jeweils ohne Alkohol: würzige Minze und Limette, aromatischer Rohrzucker, Ananas, Kokosnuss, mit schöner Länge auf der sehr frischen Säure - und die Flasche leer, also entweder Magnum oder zweite Flasche schon mal öffnen und bereitstellen. Der deutlich beste Wehlener Kabinett von Max Ferd Richter seit dem legendären 2015er und wiederum ein Kabinett aus dem Lehrbuch: Kein Körper, nur Aroma, allerdings stilistisch in der Tat ein seltsamer Hybrid: deutliche "Old-School"-Struktur (1994, 1995 kommen in den Sinn), aber sehr "moderne" Aromatik weit, weit weg von marginal reifem Riesling (Apfel, Quitte) der Zeit; sogar der weiße Pfirsich (vgl. 2015) wird ausgelassen, man geht gleich in die Tropen. Sehr spannend, weil sehr anders. Vielleicht sogar besser als 2015..? Hmmm.....<br><br>90<br><br>Verkostet am 08.04.2022 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Durfort-Vivens 2018, Château Durfort-Vivens, Bordeaux-Margaux, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=73146</link>    
    <pubDate>Sun, 06 Jun 2021 21:04:30 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Im Glas extrem dunkel und opak. Whoa! In der Nase… nun, das allererste Mal in meinem Leben, daß wirklich (wirklich!) Schwarzwälder Kirschtorte mit Schlagsahne aus dem Glas aufsteigt, ach was: quillt! Whoa! Satt! Voll! Cremig! Sahnig! Schokoladig! Dicht! Dazu die Würze von Eukalyptus, von warmen Gewürze (Vanille, Nelke) und vom Satz schwarzen, aromatischen Tees (mit Luft: Earl Grey).

Am Gaumen identisch; sehr volle Aromatik, die Tannine sind extrem gut vergraben und werden tatsächlich erst durch die recht kräftige Säure aufgebracht. Alles extrem konzentriert und dennoch saftig. (Mit viel Luft stellen sich die Tannine allerdings noch etwas arg bourgeois dar, das muss für einen 2GCC noch viel besser werden.) Sehr, sehr aromatischer Abgang mit schöner Länge auf saftiger Frucht, Zartbitterschokolade, Blumen (Pfingstrose und Veilchen) und nassem Lehm. Im Gesamteindruck bleibt der Wein eher aromatisch als körperreich, ganz wie es sich für einen Margaux gehört. Ganz leicht schimmert Schwarzwälder Kirschwasser durch, dennoch absolute köstlich. Seamless and effortless concentration. Whoa! Jetzt 96, aber in 40 Jahren werden die Barden davon singen. Zum Subspreis ein Knaller vom Format der Tsar Bomba und wahrllich ein "poor man's Palmer". (Ah, FML!)
<br><br>96<br><br>Verkostet am 07.05.2021 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Léoville Barton 2018, Château Léoville Barton, Bordeaux - St. Julien, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=73145</link>    
    <pubDate>Sun, 06 Jun 2021 21:04:11 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Aromatische, süße, komplexe und recht tiefe Nase nach Blumen (Flieder, Veilchen) und reifen Beeren; viel dunkle Kirsche und Erdbeere, etwas Himbeere und reife Blaubeere, unterlegt von frischer Würze nach Minze, Menthol, Camphor, Zedernholz (wirkt wie ein Saunaaufguss).

Am Gaumen viel Saft: Die Säure und und das kräftige, aber durchaus feine und keinesfalls trocknende Tannin verleihen dem Wein sehr viel Struktur, die noch etwas neben der sehr konzentrierten, dunklen, süßen, komplexen Frucht steht. Ganz leichte Kirschwasser-Note (immerhin 14%). Trotz der hohen Konzentration wirkt der Körper schlank. Der Wein müht sich redlich, distinguiert zu bleiben, aber die schöne Säure macht den Wein geradezu unverschämt süffig und schelmisch, unernst und heiter: Italienische Zustände bei Bartons auffem Sofa! Im langen Abgang leichtes Süß-Sauer-Spiel, das enorme Tannin blitzt kurz auf, nur um sofort wieder von der (für Barton’sche Verhältnisse) dekadenten Frucht übermannt zu werden. Wow, da hatte der alte Herr aber einen Schalk im Nacken! Momentan 94, in 20 Jahren wird das super. Für Interessierte: keine kalte Asche.
<br><br>94<br><br>Verkostet am 17.05.2021 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Trottevieille 2018, Château Trottevieille, Bordeaux - St.Emilion, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=73144</link>    
    <pubDate>Sun, 06 Jun 2021 21:03:52 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Dunkle, würzige Nase, viel Wärme, likörig nach unbestimmter, dunkler Frucht, aber sehr fein. Warme Gewürze, Iris, verwelkte Rose, Brombeerhecke, ganz schwach frisch gesägtes Holz und  Schokolade. Nach einer halben Stunde kommt Weihrauch auf.

Am Gaumen sehr weich, frische, blaubeerige Frucht, Veilchen, dunkle Schokolade, alles sehr typisch für sehr(!) reifen Cabernet Franc, ganz ohne Blättrigkeit, aber mit dunkle Kräuterwürze und Noten von Unterholz. Sehr weiches, wenn auch nicht unbedingt feines Tannin, aber wunderbar verpackt: knapp vor cremiger Textur. Viel Wärme. Langer, vom Alkohol getragener Abgang, hintenraus etwas Lehm. Nach einer halbe Stunden wird die Frucht süßer, das Tannin entwickelt einen deutlichen Touch von Bitterschokolade, jedoch ohne ins Teerige abzugleiten. Das Holz (100% neu?) bleibt völlig unterschwellig.

Die Antithese zu Canon: Satterer Körper, dunkel, natürlich sehr Cabernet-Franc-geprägt, aber im Gegenzug sehr linear, viel in der Mitte, noch zugeknöpft und - v.a. gemessen am Preis - etwas unterkomplex. Braucht viel Flaschenreife. In der Tat besser als der 2015er! Momentan 91, aber mit (viel) Potential.<br><br>91<br><br>Verkostet am 21.05.2021 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Lassègue 2018, Château Lassègue, Bordeaux - St.Emilion, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=73143</link>    
    <pubDate>Sun, 06 Jun 2021 21:03:24 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[In der sehr verhaltenen Nase undefinierte schwarze Beeren (frutti die bosco?), dunkle Würze. Mit Luft wird der Alkohol deutlich, die Frucht wird zu ein eingelegten Kirschen und getrockneten Erdbeeren. Etwas nasser Lehm, aber ansonsten sehr umkomplex. Nach etwa einer Stunde kommt geröstetes Holz durch.

Am Gaumen eine leicht Schärfe vom Alkohol (14.5%), durch eine gute Säure schön saftend, die dunkle Frucht bleibt unpräzise und verwaschen. Wieder nasser Ton. Leichte Bitterkeit. Schlanker Körper, defensiv extrahiert, recht schöne Struktur, aber insgesamt nicht sehr komplex. Okayer Abgang.

WTF?! Fehlerhafte Flasche?

<br><br>86<br><br>Verkostet am 06.05.2021 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Belle-Vue 2018, Château Belle-Vue, Bordeaux - Haut-Médoc, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=73142</link>    
    <pubDate>Sun, 06 Jun 2021 21:02:52 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Ziemlich verhaltene Nase nach Blaubeerjoghurt und leicht angetrockneten schwarzen Kirsche. Mit etwas Luft kommt etwas Brombeere hoch. Dunkel, erdig, verbrannter Zucker, trockenes Holz. Supermarkt-Kirschwasser (obwohl nur 13.5%). Nach etwa einer Stunde ist René Gabriel im Baumarkt: Tapetenkleister und grobe Spanplatte kommen raus. 

Am Gaumen viel Sprit, leicht bitter, Teer; ziemlich dünn, mäßig feines, aber trocknendes Tannin. Kaum Frucht. Im mäßig langen Abgang die Schale eines grünen Apfels und, ganz hinten, schwarze, bittere Lakritze.

Sehr unerfreulich. Entweder völlig fehlerhafte Flache, bereits erreichte Verschlussphase oder Absicht.
<br><br>80<br><br>Verkostet am 30.05.2021 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Canon 2018, Château Canon, Bordeaux - St.Emilion, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=73034</link>    
    <pubDate>Wed, 19 May 2021 13:36:09 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[Anfangs sehr verhaltene Nase mit einer seltsamen Kombination aus Blut (rohes Fleisch, Eisen?) und Blumen über einer sehr unbestimmten, dunklen, würzigen Frucht wie bei junger Syrah. Mit viel Luft (siehe unten) macht der Wein auf, die Frucht wird komplexer: getrocknete Erdbeeren und Kirschen, Gelee von roten und schwarze Johannisbeeren (da ist etwas leicht angekocht Wirkendes…), unterlegt mit sehr feinen Gewürzen (Vanille, Zimt, Kardamom, roher Teig - das hat schon was von Linzer Torte!) und feinen Kräutern, aber alles super fein und elegant. Darüber ein würziger, leicht parfümierter Ton wie bei Touriga Naçional (kandierte Veilchen?). Noch später dann wird die Nase dunkler: Brombeere, sogar eine dunkle Erdigkeit. Alles sehr fein, recht komplex und mit schöner Tiefe.

Am Gaumen eine sehr, sehr feine Textur mit extrem seidigen Tanninen , hochbeeindruckend und wirklich den Wein definierend. Sehr aromatische Frucht, leicht beißende („pungent“)) Noten von Kalk, ganz perfektes Holz, das ganz, ganz schwach im Untergrund werkelt. Feinste Gewürze, mit Luft etwas Süßholz. Keinerlei Sämigkeit oder Sahnigkeit, der Wein ist quasi nur Aroma, seidenweiche Textur und „mit ohne Körper“. Was ihm dann auch zum Verhängnis wird, denn der Alkohol (14.5% laut Etikett, also mehr als die en-primeur berichteten 14%) ist spürbar vorhanden und gibt dem Wein Wärme und auch eine leichte Schärfe mit. Vielleicht ist letzteres aber auch nur die Kraft des Kalkes. Etwas mehr Körper wäre hilfreich gewesen, die Frage abschließend zu klären. Sehr, sehr langer, hocharomatischer Abgang, in dem ganz kurz die Tannine aufblitzen, um dann wieder von der feinen, süßen und würzigen Frucht vereinnahmt zu werden.

Der Wein braucht wirklich viel Zeit, bis er sich öffnet, mindestens eine Viertelstunde im Glas. Dennoch bleibt er sehr, sehr fein und „burgundisch gebaut“; sogar für einen Wein vom Kalkplateau ist das schon extrem fein und ätherisch. Ich finde ihn stilistisch maximal entfernt von den satten, vollen und dichten Merlot-Bomben, die man sonst so auf dem geistigen Gaumen hat. Punktabzug wegen des Alkohol-Fragezeichens und der ganz leicht angekochten Frucht, deshalb am unteren Ende der Spanne. Aber wenn sich das fängt, kann der Wein in Sphären entweichen, in denen Punkte keine Bedeutung mehr haben. Wenn nicht, ist es immer noch ein hervorragender Wein. 94-96(++).<br><br>94<br><br>Verkostet am 19.05.2021 von Ollie]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Château Meyney 2018, Château Meyney, Bordeaux- St.Estephe, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=73022</link>    
    <pubDate>Mon, 17 May 2021 14:28:35 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[(Arrivage) In der Nase dunkle, anfangs sehr undefinierte, sehr vollreif, sogar getrocknet wirkende Frucht; Pflaumen und Kirschen vielleicht? Viel Würze (Lebkuchen) mit einem leichten Anflug von frischem Ingwer. Frisch gesägtes Holz. Ganz, ganz leichter Anflug von Brombeerstrauch. Auch mit Luft bleibt die Frucht unklar und ohne Brillanz.

Am Gaumen viel Kraft, Wärme, Intensität volle, dunkle Frucht, Würze, allerdings auch hier alles furchtbar undeutlich, unklar, unedel und unfrisch. Trotz der schönen, sehr gut eingewobenen Tannine, die kräftige Muskeln machen, bleibt der Wein weich, rund, fast schon mollig mit einem Hang zum Dicklichen. Schöne Länge, aber alles reichlich unterkomplex. Der Wein ist würzig und schwer und voll, aber die fehlende Frische und Brillanz macht ihn anstrengend zu trinken. Hat ein bißchen was von "Cru Bourgeois supercharged", Liebhaber dieses Stils werden höher werten, aber für mich nur 90.
<br><br>90<br><br>Verkostet am 14.05.2021 von Ollie]]></description>
  </item>
</channel>
</rss> 
