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Stand vom 12.10.2010
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Bez.: Chateau Clinet
Prod.: Chateau Clinet
Reg.: Frankreich - Bordeaux - Pomerol
Jahrgang: 1997
Typ: Rotwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%): 12,5
Preis: 60 Euro (im Handel)
Bewertung: Jetzt zu trinkender Top-Pomerol !!!
Autor: Tony11
Verk.-Datum: 30. / 31. Januar 2005
VKN-Details:
Zum Abschluss, unserer ersten Wein talk LIVE Runde in Seligenthal, nach der Ankunft in der CH getrunken.
30. Januar 2005 Abends
Schönes, aber nicht so dichtes Granatrot mit einem feinen Wasserrand. Erste, ganz feine Reifereflexe am Rand.
Intensives Brombeeren-, Cassis-, Black-Currant-Pastillenbouquet. Macht nach zwei, drei Minuten im Glas zu und verschliesst sich eine Weile. Mit dem Schwenken des Glases, wird das Schlafen aber beendet. Nach einer halben Stunde verschiebt sich das Bouquet ein bisschen in's Rotbeerige, Johannesbeerenkompott. Jetzt hat er auch einen schönen Druck in der Nase.
Im Antrunk hat er schöne Cassis- und Pflaumennoten. Läuft schön in die Breite hinaus und bietet schöne geschliffene und eingebettete Tannine. Tolle und sehr edle Gaumenastringenz, bei einer schönen Länge.
Er kommt mir vor wie ein hübsches Mädchen, aber wenn es den Mund aufmacht, kommt nur banales Zeug heraus. Bei diesem Wein stimmt eigentlich alles, trotzdem vermag er mich nicht so richtig zu begeistern. Mir fehlt einfach der Tiefgang !
Nach zweieinhalb Gläsern ist jetzt eh mal genug und er hat am nächsten Tag eine zweite Chance. Zapfen drauf und in's kühle Weinzimmer gestellt bei 14°.
31. Januar 2005 Abends
Keine Veränderung in der Farbe, er hat tatsächlich Reifereflexe, das Glas gegen das Kerzenlicht gehalten und schon ist alles entlarvt. Ist halt ein sehr Merlotlastiger Pomerol !
In der Nase tritt zum bekannten Cassisduft, jetzt eine feine Edelholznuance noch dazu. Ganz fein unterlegt von einem Hauch Vanille. Es hat ihm gut getan, die Nacht dazwischen !
Das Nasenbild ist komplexer geworden mit Trüffel- und Caffégeschmack. Obwohl ganz klar der Schwarbeerige Brombeeren- und Cassiston sich im Vordergrund breit macht. Lässt man das Glas eine Weile stehen und riecht danach ohne Schwenken desselbigen hinein, ensteigen dem Glas, gleich einem Weiher in der frühen Morgensonne die Nebelschwaden, feine Merlotwölklein. Toll !!! Das hübsche Mädchen hat zwar nichts im Kopf, aber dumm f.... gut !!!
Auch im Gaumen geht jetzt mehr die Post ab ! Wenn ich ihn im Mund hin und her rolle, während etwa 10-20 Sekunden und ihn danach genüsslich herunterschlucke, so bleibt ein breiter und trotzdem fein gewobener, astringierender Teppich zurück. Dazu kommt für einen Pomerol eine tolle Länge !
Der letzte Schluck, für mich als Depotvernichter eine Entäuschung ! Saubere, geschleckte Flasche und auch im letzten Glas keine Partikel oder Schwebstoffe drin. Clean bis zum Schluss. Leider ! So bleibt dann auch im leeren Glas nicht so lange ein Pflaumenliquorduft zurück.
Der zweite Tag hat mich versöhnlich gestimmt und er wurde während des Trinkens immer reifer. Für mich ist er JETZT auf dem Punkt und deshalb, wenn man ihn im Keller hat, Zapfenzieher raus und sich das Mädel packen !
Bewertungen der Profis : RP 89 , RG 18 , WS 89
Trinkreife: jetzt trinken, bis 2010