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Stand vom 12.10.2010
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Bez.: The Bull
Prod.: Angus/Aberdeen Wine Company
Reg.: Australien - Diverse
Jahrgang: 2005
Typ: Rotwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%): 14,5
Preis: 12 Euro (Sonstige Bezugsquelle)
Bewertung:
Autor: eike
Verk.-Datum: 01.10.2008
VKN-Details:
„Probier mal, wenn Du magst“ sagte ein Kenner nicht nur australischen Weines zur Musterflasche eines bisher nach Deutschland nicht importierten.
Da er bei aller Kennerschaft nicht hochnäsig ist, hatte es mir so über die Schulter gesprochen geklungen, das keine Erwartung anstand: Aber der >Angus The Bull 2005< ist selbst noch an Tag drei mit durchgelüftet heruntergelassener Hose ein durch und durch anständiger, technisch sauberer CabSauv mit runder Sauerkirsch/Jobeer-Frucht, freundlichem Tannin, genügender Säure und Minzhauch in insgesamt so stimmiger Struktur, das ihm das große Glas zusteht in dem er bei 17 Grad mit unauffälliger Nase bis in den Anstandsabgang bruchlos lecker und von einiger Dichte schmeckte. Eiche ist mit ihm Spiel als leichter Rauch spürbar, aber angenehm.
Gutsy, mag der Australier zurecht sagen. Ob nun grad schon ein Bulle liesse sich bei mittlerem, doch zugleich fülligem Gewicht diskutieren.
Was ist >Angus The Bull“? Nicht zu verwechseln mit Produkten der >Angus Winery< aus dem Unteren Hunter ist es einziger Wein der >Aberdeen Wine Company<. Und wer ist das? Eine Firma, sozusagen ohne festen Wohnsitz, geführt unter Postfach-Adresse, im Besitz von Hamish McGowan, der die Firma 2003 etablierte. Für die Halliday wenig Begeisterung und nur drei seiner fünf Sterne aufbietet, aber Skepsis, die sich in der Bemerkung spiegelt, das sei „ultimativer Gipfel einer virtuellen Winzerei“.
Unter der technischen Leitung von Hamish Mac Gowan. stellt die Firma nur diesen einen Wein her. Der kommt mit 20 000 12erKisten auf den Markt, auch international. Die Trauben sind eingesammelt in Victoria und Südaustralien aus Lagen Goulburns, Nagambie Lakes, Swan Hills, dem Barossa, Adelaide Plains. Und weiteren. CabSauv ist der Bulle zu 92 Prozent, Rest CabFranc (5), Shiraz (2) und Merlot (1). Keine Ahnung wie vinifiziert wurde, da nirgends aufzutreiben gekonnt; nicht einmal wo vinifiziert worden ist, nur, dass der Wein abgefüllt wurde von >Ozpak<. Das wiederum ist ein in Victoria in der Nähe von Nagambi am Highway gelegenes Service-Unternehmen mit einer Tankkapazität von 4,5 Millionen Litern, das 12 000 Flaschen pro Stunde abfüllen kann.
Gleich wie, der Mix klappt, zumal in all dem genannten Bezirken 2005 als eines der Ausnahmejahre gilt. 14,5 gut verträgliche Alkprozente, 5,8 Säure, O,62 Restzucker.
Ein Wein, der jedem schmecken dürfte, der ein unkompliziert zubereitetes krosses Stück Fleisch schätzt. Wenn es nicht zu bedeutendem Feiertag kredenzt sein soll, auch bereits ein Allein-Wein.
Lagerfähigkeit ist wohl nicht auf viele Jahre drin bei 3,68 PH. Andrerseits wundert der Stand selbst an Tag Drei.
90 glatte Punkte.
Halliday mault „keine harten Ecken, aber auch kein Thrill“ und gab im Juli 2008 der Stücker 87. Mattison im Mai 2007 einen wohlwollenden 88 Punkte-Kommentar. Tony Love im >Adelaide Advertiser<, Rubrik >Wine & Food < 93 Punkte. Stramm, jedenfalls seine Punktzahl.
Kostenpunkt? Eher auch virtuell die Frage, da in Deutschland nicht erhältlich: in Aussieland umgerechnet 12 Euro. „Zu hoch“, meint Halliday, kategorisch wie nur selten. Bei den Preisen hierzulande für anstandige Rote dagegen: kein Mitnahmepreis, doch okay.
>Yellow Tail< und >Jacobs Creek< kann >Angus< zu dem Preis nicht bange machen, selbst wenn er ein Schlager werden sollte. Aber er steht ja nicht lediglich im Preis um Sprossen höher auf der allerdings hohen Leiter von Aussie-Weinen.
Trinkreife: jetzt trinken