Shiraz 1998

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Stand vom 12.10.2010
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Bez.: Shiraz
Prod.: Chalk Hill
Reg.: Australien - Mc Laren Vale
Jahrgang: 1998
Typ: Rotwein
Rebsorte: Shiraz
Alkohol (Vol.%): 14,5
Preis: 24,5 Euro (im Handel)
Bewertung:
Autor: eike
Verk.-Datum: 28.11.2007
VKN-Details:
Nach etwas steinigen Jahren geht bei Chalk Hill wieder alles seinen so schnurgeraden Gang, das Halliday dem 5000-12er-Kisten-Gut viereinhalb von fünf Sternen zugesteht, seitdem die frankreichgeschulte Emmanuelle Requin-Bekkers als Weinmacherin fungiert für das 7-Weine-Portfolio - das aus eigentlich 8 besteht, nämlich auch dem hervorragendem Black Panther Shiraz, (VKN des Erstling 2004, siehe dort), der nicht in Australien, als Auftragsprodukt ausschließlich in Deutschland und Belgien erhältlich ist. Besitzer und für die Weinfelder des 1973 im McLaren gegründeten Gutes zuständig sind John und Di Harvey.

Eiche gegenüber muss man nicht hysterisch oder bar jeglicher physischer Allergie nur animos sein, um Erfahrungsgrund zu haben, den Shiraz Mc LarenVales wie keinen anderen als den dieser von Weingütern in Relation dicht besiedelten OZ-Zone mehr zu fürchten wegen in Zungenindolenz veranstalteter Holzüberfrachtung.

Kein Anlass zur Sorge bei diesem Chalk Hills.
Der - aus dem für die südaustralische Region an Shiraz-Erntequalität nicht zu toppendem Jahr 1998 - mit ausschließlich gutseigener Frucht hergestellte Wein zeigt sich im großen Glas bei 18 Grad, trotz tüchtigem Schulterdepots undekantiert, als erfreulich rüstiger Knabe, der aus seinem dunkel braunrotem, bis über den Rand gehaltvollem mittlerem Körper nach einer Stunde immer noch Zuwarten, dann aber über zwei Stunden stetig voller werdendes, ausgereiftes Bouquet freigibt mit Brombeer, Schwarzkirsche, dezent eisenerdigem Ton, leichter Dörrpflaumen-Süsse, Tabakspfeifenholz.
Das alles spiegelt sich über den gesamten Gaumen nahezu identisch, wobei lebendige Säure und gute, biegsame Tannine den Rumtopf-Ton bestens balancieren. Klacks Bitterschoko kommt hinzu, etwas schwarzer Pfeffer. Zeder lässt sich erzüngeln, jedoch so fein, dass über eine vanillinene Holzkrücke nicht hinweg geleckt werden muss. Der altersvirile Veteran wird solch dubioser Gehhilfe Behinderung ledig (oder über die Zeit entledigt) noch das eine oder andere nicht in weiter Entfernung liegende Jährchen aufrecht gehen, ohne das jetzige Kondition gelungener Altersreife mutmaßlich zusätzliche Steigerung bringt. Warum also liegen lassen? Diesen Wein jetzt über die Zunge spazieren zu lassen lohnt. meidet zudem Verfallsgefahr, auch wenn die nicht abrupt auftauchen wird, da er noch nächsten Tags seinen Stand, das sogar unverändert hatte. Ebener Abgang einiger Länge versteht sich für diesen Preis auch nicht gänzlich als inklusiv.

Halliday gab im März 2000 nur 85 Punkte. Ihn mutete der Wein überextrahiert an. Wie ihm damals auch immer, mir ist er zweifelsohne heute, nun erreichte 92 Punkte wert.

Des Gutes Weine brauchen Lagerzeit, derentwegen sich erhoffter Käuferkreis in Deutschland als nur hypothetisch herausstellte. Der Kunde war hier nicht die riskante Geduld aufzubringen gewillt, die nun gelohnt ist. Der Jahrgang, wie insgesamt Chalk Hills Weine, werden in der Bundesrepublik nicht mehr gehandelt. Am Gut kostet der Shiraz als gegenwärtig noch erhältlicher 2004er umgerechnet grad 12 Euro. Sollte der ähnlich lobenswerte Entwicklung nehmen, ist das -selbst hinsichtlich des damaligen deutschen Preises von 24,50 Euro - einer der Fälle, zu bedauern, direkten Zugriff durch Zweitwohnsitz in Aussie-Land nicht zu haben.

Essenempfehlung: Solo, oder winterliches Wildbret.

Nachtrag 08.10.2009: Großartig. Vollreifst jetzt, doch noch ohne Alterston, immer noch alerte, feine Säure. Keine Dörrpflaumen-Süße mehr, dafür
ausmodellierter Körper, der weit über Mittelgewicht hinauslangt.
94 Punkte - und Bedauern nicht einige Flaschen mehr davon hingelegt zu haben. Dazu von Tag Zwo unbeeindruckter Steher. Superschnapp.

Süffeln, oder ganz zuversichtlich auch noch liegen lassen bei dieser Struktur.
Trinkreife: jetzt trinken