Statische Version der Online-Datenbank
Stand vom 12.10.2010
[Startseite] [Übersicht Rheingau]
Bez.: Mittelheim St. Nikolaus Riesling Spätlese trocken Zweitrauben
Prod.: Peter Jakob Kühn
Reg.: Deutschland - Rheingau
Jahrgang: 2003
Typ: Weißwein
Rebsorte: Riesling
Alkohol (Vol.%): 14
Preis: 15,8 Euro (ab Hof)
Bewertung: 90+? AP
Autor: Avatar
Verk.-Datum: 2004/2005/2006/2008
VKN-Details:
14.08.2004
toller Stoff. Keine Details. Selber probieren! 91+ AP
24./25.09.2004
Im Glas ganz normale helle Farbe. Wer diesen Wein als hochfarben ausmacht, trägt offensichtlich eine Sonnebrille. Dagegen ist der 03er Schieferterassen tiefbraun. In der Nase cremiger Eindruck, Brühwürfelnote, aber anders als in manchen Mosel-Rieslingen nicht von allzu unangenehmer Art. Im Mund eine schöne, klare Rieslingfrucht, schöne Würze und deutliche Mineralik 87 AP
16.10.2004
Neulich schrieb jemand im Forum, der Wein schien sich nach einen Transport quer durch Deutschland besonders gut präsentiert zu haben. Da scheint was dran zu sein. Schließlich musste der Wein vor dieser Probe dank Autobahnvollsperrung sechs Stunden teils über übelste Landstraßen gekarrt werden.
Eine wahrscheinlichere Erklärung für die gute Tagesform sind aber die anschließenden vier Stunden in der Karaffe, die dem Wein zu Teil wurden.
In der Nase faszinierender Ton, den ich irgendwo zwischen Schiefergestein und einem leicht an Essig erinnerndem (aber keineswegs saurem) Geruch ansiedel. Im Mund dann etwas karamell, unglaubliche schiefrige Mineralik. Wuchig und beeindruckend. Dabei aber nicht die Spur plump oder eindimensional. Toll. 92-94 AP
31.12.2004
Bei einem Sylvestergelage wurden gleich zwei Flaschen Nikolaus aufgezogen und ohne Dekantieren sofort vernichtet. Dementsprechend bekam der Wein keine Chance, sich zu zeigen.
Dennoch: In der Nase tolle Mineralität, eine leichte Honignote und frischer Apfel. Im Mund ist der Wein natürlich zurückhaltend und zeigt nur wenig von seiner Klasse. Die Struktur ist aber deutlich erkennbar. 89++ AP
05.02.2005
19.00: Öffnung der Flasche
In der Nase wirkt der Wein ungeheuer weinig, fast wie Eiswein. Dazu kommt eine Frucht, die wie die Essenz von Apfelaroma wirkt. Im Mund straff, wieder Apfel, dazu eine angenehme Würze, gute Länge. 88-89 AP
nach Karaffierung:
Nase verdeckter, etwas schwefelig(?); im Mund ist die zuvor zurückhaltende, aber präsente Säure in den Hintergrund getreten und kaum noch wahrnehmbar. Dadurch wirkt der Wein zwar nicht richtig breit, aber fad im Vergleich zum ersten Schluck. 87 AP
20.00: nächster Probeschluck
In der Nase eine kühle Mineralik (Assoziation weniger zu Schiefer als zu helleren "grauen" Steinen) dazu gesellt sich eine pfeffrige Note.
Im Mund cremig, den Mund auslegend, würzig; hinten heraus fällt der Wein etwas ab. Dennoch bleibt er lange am Gaumen haften. 90 AP
21.00: und wieder ein Gläschen:
Nase jetzt sehr intensiv zu der Mineralik ist jetzt eine dezente, aber dennoch ins exotische gehende Frucht gekommen, die wie ein Teppich unter den Steingerüchen liegt. Im Mund dann noch runder, voller, harmonischer als eine Stunde zuvor. Das "Loch" hinten heraus ist mit Würze, Mineralik und tollen Fruchtnoten nach (etwas) Pfirsich, Litschi und Grapefruit zugeschüttet worden. Hervorragend 91-92 AP
0.00: mehr Zeit bekommt er nicht, jetzt wird er getrunken
In der Nase hat sich die Intensivität der letzten Probe wieder etwas konzentriert. Wie ein konzentrierter Strahl zielt das Bouquet als Konglomerat aus Mineralität und Frucht (jetzt konzentriert auf Pfirsich und Weintraube) in die Nase. Im Mund jetzt ungemein cremig und vollmundig, ohne auch nur im Geringsten zur Fette oder Schwere zu neigen. Im Gegenteil, der Wein ist ungeheuer animierend. Der Geschmack bleibt minutenlang nach dem Runterschlucken präsent. 94-95 AP
19.02.2005
Nikolaus mit ca. 2,5 h Luft: 92-93 AP
15.04.2005
Zu frische Flasche. In der Nase stechende Noten von Feuerzeugbenzin. Im Mund Lösungsmittelton, dahinter aber abgrundtiefe Komplexität, Cremigkeit und Mineralität.
3.2.06
In der Nase dicke Botrytisnoten, viel Mineralik. Im Mund wahnsinnig dichte, fast ölige Textur, unglaublich beeindruckende Komplexität. Großer Wein. 96 AP
19.8.06 van Volxem
ca. 4-6h dekantiert
In der Nase herrliche intensive Mineralik, Botrytisaroma (ob sie nun drin ist oder nicht). Auch flüchtige Säure, Reste von Lösungsmittelnoten. Im Mund wahnsinnige extraktsüße, fette, tiefdunkle und herrlich unsaubere Mineralik. Hat Pigott nicht über einen 2000er von HL (Röttgen?) gesagt, er sei ein "großer Wurf des Rieslingteufels" oder do ähnlich? Gleiches gilt auch für den Nikolaus. Sicher nicht jedermanns Sache. Für Puristen und Qualitätsweinprüfer wahrscheinlich sogar fehlerhaft. Für mich aber ganz groß. 97 AP
18.11.06 Weinfreaks
In der Nase intensive Mineralik, leichter Leimton aber toll. Hatte nicht genug Luft und war etwas zu kalt. 95+ AP
14.3.08 Gesellschaft Harmonie; ca. 4 Stunden dekantiert
In der Nase Katzenpipi, im Mund enorme Konzentration, die üblichen Aromen des Nikolauses sind durchaus vorhanden, der Alkohol wirkt allerdings etwas unharmonisch. Schwierige Phase. 90+? AP
Trinkreife: keine Angabe