Albert 2005

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Stand vom 12.10.2010
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Bez.: Albert
Prod.: Teusner
Reg.: Australien - Barossa Valley
Jahrgang: 2005
Typ: Rotwein
Rebsorte: Shiraz
Alkohol (Vol.%): 14,5
Preis: 36,9 Euro (im Handel)
Bewertung:
Autor: eike
Verk.-Datum: 20.02.2008
VKN-Details:
Opa Albert muss ein beeindruckender Kerl gewesen sein, sollte er das Format dieses Weines gehabt haben, den Kym Teusner (Gut-Grunddaten unter >The Riebke Ebenezer Shiraz 2006<) nach seinem Großvater benannte. >Albert<s Frucht des durchschnittlich guten Barossa-Jahrs 2005 stammt von 45 bis an die 90 Jahre alten, gering tragend Shiraz-Stöcken, die unbewässert in Lagen von Ebenezer und Gomersol stehen.

Dieser beste der zwei Shiraz des Hauses vollzog in neuer französischer Eiche bereits seine Fermentierung, nach deren Beendigung er in getrennten Partien in Hogsheads kam, 30 Prozent davon feine Radoux-Eiche. Nach 18 Monaten wurden die besten Fassergebnisse selektiert. Des für >Albert< als nicht wert taxierte, finden Verwendung im CNdP-Mischsatz >Avatar< des Gutes.

Als Blend gingen die Spitzen-Gebinde für weitere 6 Monate in Eiche, um nach insgesamt 24 als Reblend auf die Flasche zu kommen mit pH 3,56 und 6,36 Restsäure bei 14,5 Prozent Alkohol.

Bei 18 Grad im großen Glas gibt der tief Rotschwarze selbst noch undekantiert schon der Nase sattes Signal, das hier größeres Kaliber ansteht.

Auch unbelüftet zeigt sich der Wein trinkangängig, bei dieser Substanz erstaunlich.
Der Gaumen wird stattlich ausgekleidet, in Intensität nahezu likörig, doch nicht klebrig, mit reifer Dunkelfrucht.
Nach vom Handel empfohlenem zweistündigem Dekantieren ist die Fülle von Aromen weiter ausdefiniert: Dunkelschoko, Lakritz, Mokkaspritzer, pfeffrige Würze, Minzhauch. Der mittlere bis volle Körper bietet in erdhafter Eleganz angenehm die Zunge frisch haltendes Mundgefühl sprühend sauberer Feinsäure und federnden Tanninenin bester Balance
Fingerspitzenkönnen ist Stichwort auch für das eingesetzte Holz, das angenehm dezenten Zederton beisteuert.

Bravouröser Wein mit erheblichem, gleichmäßig ausklingendem, bis in den Schlund verwöhnendem Finish.

Parade-Exemplar des aktuellen Barossa- Trends des Zusammenschlusses der jungen Artisans-Gilde Weine zu gestalten, die frei von „Eichenanabolika“ nicht dem US-Mainstream-Kunden nach dem Vanille-Mund gehen wollen.

95 Punkte. 94 gab im Oktober 2007 Parker.

Mit der Substanz und Kondition Lagerfähigkeit eh kein Problem, Zugewinn hochwahrscheinlich. Bis zu zehn Jahren hin, schätzt Teusner.

Solo-Wein, als Essenspartner denkbar - wem 36,50 Euro dafür nicht zu arg sind. Umgerechnet im Schnitt 27 Euro kostet >Albert< im australischen Einzelhandel. Was das Urteil der Fachkritik bestätigt, Teusner-Weine seien zurückhaltend eingepreist.
Andere deutsche Händler verlangen bis 40 Euro. Der niederländische Importeur nimmt allerdings in dessen eigenem Einzelhandel bereits 37,75. Für die wiederum ist ein sehr guter Torbreck, an den >Albert> stilistisch erinnert - Teusner arbeitete dort -nimmer zu haben.
Zudem mag die Braue sich skeptisch nicht bis zum Schopfansatz heben, lappt dieser Wein doch in die Klasse veritabler Hermitage, (für die 94 Parker-Punkte nicht selbstverständlich sind), die in solcher Preislage zu erwerben illusorisch ist.

Außerdem soll die Rückmeldung des Händlers auf eine Preis-Nebenbemerkung hinsichtlich des Teusner >The Riebke Ebenezer Shiraz 2006> (VKN, siehe dort) in diesem Zusammenhang dem Sinn nach wiedergegeben sein: Teusner-Weine sind von begrenzter Auflage und so ratzfatz direkt auch an australische Privatkunden abverkauft, dass dem europäischen Handel nicht jener Nachlass gewährt wird, der die Kalkulation eines günstigeren Endkunden-Preises dieser Seite des Teiches ermöglicht.
In den USA kostet der Wein umgerechnet seine 41 Euro, laut Parker.
Unter den Bedingungen kann >Albert< denn ja nicht zum Alltags-Schoppen avancieren.
Trinkreife: trinken oder lagern