The Black Dog Shiraz 2001

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Stand vom 12.10.2010
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Bez.: The Black Dog Shiraz
Prod.: Willow Bridge
Reg.: Australien - Geographe
Jahrgang: 2001
Typ: Rotwein
Rebsorte: Shiraz
Alkohol (Vol.%): 15,5
Preis: 39,9 Euro (im Handel)
Bewertung:
Autor: eike
Verk.-Datum: 6.12.2007
VKN-Details:
Der Black Dog ist ein „Lieb oder lass es-Wein<. Wen schon zärtelnde Pinot Noirleinchen in Huch!-Taumel versetzen, der dürfte sich verstört fragen, ob hier alkoholisierte Amarena-Frucht seine Feinsinne einem Bombardement aussetzt. Selbst Hochleistungstrinker seien gewarnt, falls sie lockeren Zahnersatz tragen: Dieser Wein lässt auch gestandene Gaumen vibrieren.

Genug Zirkuswirbel, um auf diesen Wein gespannt zu machen? Benötigt er nicht.
Dabei macht der Schwarze Hund anfangs als undekantiert bei 18 Grad in die Manege des großen Glases gelassen für die Nase noch nicht viel Männchen, so tiefschwarz, nahezu opak dera uch aus der massiven Flasche kommt, die den Erstling-Jahrgang des Gutes unter dem Korken hielt. Nettes Gewürzbouquet mit Nelke kann zur Frage Anlass geben, das soll der Premiere-Jahrgang eines Weines sein, dem frühe Kritiken gewaltige Opulenz bescheinigten?
Ist Gemach angesagt?Von wegen. An die Zunge gerät auf der Stelle Dunkelbeeriges in einer Wolke schwarzen Pfeffers, und zwar wie lecker frisch gebrochenem. Der dominiert dann sogar den marathonösen Abgang. Aber zwischen Antrunk und Finish geschieht noch Einiges, vor allem ab einer halben Stunde Dekantierens. Ohne zu verschwinden, mildert sich der explosive Pfeffer-Stoß zugunsten eines zunehmend marzipanhaften Aromas. Drängende Süße ist keineswegs gemeint, sondern die gutem Amarone eher eigene saftiger Röstmandeln bester Güte. Nach sechs Stunden Luftzufuhr ist ein Amarenakirsche/Blaubeerpaket zu genießen, mit dunkler Schoko, leicht Echtlakritz, sanfter Eiche, sattreifem Feintannin und dezenter, mir eine Spur zu dezenter Säure. 6, 8 sollen es sein, das bei keinerlei Restzucker und PH 3,68, erzielt in einem Jahr, das im westaustralischen Geographe als eines an Fruchtqualität unter Schnitt zählt – abstrakt statistisch gesehen, denn diesem Wein, merkt man das konkret nicht an, der spätgelesen umgerechnet 117 Oechsle aufwies, zur Hälfte ganze vier Wochen auf der Maische und gänzlich 18 Monate in bester US- und französischer Eiche neuer und zweitbelegter Barriques lag.

Die 16 an Port-Dimension reichenden Prozent Alkohol einverleibt sich wie weggeschnuppert der Wein in einen Körper, der nicht portig ist. Wer nicht genug bekommen kann: De facto sind es sogar 16,2 Prozent. Ein Wein, um beeindruckt sich aufs Vergnüglichste der Realität zu entheben, vorsorglich im Ohrensessel.

Inklusive Spezialpunkt für solitäres, ungewöhnliches Geschmackprofil: 94 Punkte. Wer einen mehr auswirft, braucht nicht ausgelacht zu werden. Wer mault, so habe Shiraz nicht zu schmecken, dem ist selbst in der vorhandenen Menge nicht entgegenzuhalten, das schwarzer Pfeffer als Merkmal großer Shiraz gilt, da Pfeffer allein auch nicht die ganze Miete bringt. Leute, die nur Erwartungen bestätigt haben wollen, ohne bereit zu sein, sich angenehm überraschen zu lassen, können sich mit standardisierter Cola preiswerter zufrieden halten.

Sassen Halliday und Parker auf ihren Zungen als jeder diesem Jahrgang in 2003 nur 90 zugestand? Eher wahrscheinlich, das der durch David Crawford
ersetzte, damalige Weinmacher Rob Bowen recht lag, auf dem Rücketikett mitzuteilen, der Wein werde von beträchtlicher- (na, ob nun beträchtlicher) - Flaschenalterung profitieren, auf jeden Fall solle dem Schwarzen Hund erlaubt sein, erst nach fünf bis sieben Jahren von der Kette gelassen zu werden, um sein Bestes zu geben. Dafür spricht, das Vintage Direkt 92 anfangs für angemessen hielt und nachverkostet sich zu 96 Punkten entschloss. Eno-worldwine gab alle fünf Sterne. Die gibt Halliday auch, allerdings dem Portfolio des Gutes, von dem er als eines spricht, dessen P/L-Verhältnis nur wenige Güter Australiens erreichen oder übertreffen.

Mehr als dreifach so teuer wie der Haus-Shiraz (siehe VKN und Gut-Grunddaten unter Estate Shiraz 2001) ist der Black Dog als Leitwolf des 10-Weine-Programms. Im deutschen Einzelhandel, bleistiftspitz kalkuliert sich gerierend, kostet er 39,90 Euro; schmeckt mir aber so, dass man verführt sein könnte, glatte 40 hinzublättern, als saftigen Preis für einen allerdings auch saftigen Wein, der im Einzelhandels Aussielands auch nicht unter 36 Euro zu haben ist.

Lagerfähigkeit:...Leicht säurefraglich, siehe oben, somit auch etwaige Weiterentwicklung. Aber wohin denn noch, um Himmels willen?
Nach zehn Stunden war der Wein nicht am Wackeln, hatte aber an Vitalität eingebüßt.
Also jetzt trinken, sich freuen, das die Flammen im Kamin mit jedem Glas höher zu schlagen scheinen. Was bei den gestiegenen Brennholzpreisen das
Herz zusätzlich wärmen mag.

Essensempfehlung: Auf Kohle scharf gegrilltes Porterhouse-Steak, (aber ungepfeffert)?
Die Tante hat nur ein Scherzchen gewagt: Selbstverständlich ausschließlich Solo-Genuss, auch wenn der Winzer Osso Bucco vorschlägt.
Trinkreife: jetzt trinken